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Moira J. Moore: Resenting the Hero

16. Oktober 2010
tags:

„She wanted someone relieable, instead the got him…“


Autor: Moira J. Moore

Titel: Resenting the Hero

Reihe: Hero Series 1

Seiten: 304

Verlag: Ace Books 2006

ISBN: 0441013880

Preis: ca. 6,00 €

Besonderheiten: keine deutsche Übersetzung

Die Versuchung: Das Cover! Was für ein Buch, um den Blog einzuweihen. Ein optischer Leckerbissen sozusagen. Ich habe eine absolute Schwäche für misslungene Cover, deshalb musste ich natürlich zugreifen, als mir diese Reihe empfohlen wurde. Die Farben, die Bildelemente, die Posen und die Gesichtsausdrücke (selbst der des Pferds) sind so grandios, dass ich nicht widerstehen konnte. Zumal mir da eine deutliche Prise Ironie mitzuschwingen schien.

Was habe ich erwartet? Eindeutig trashige und hoffentlich trotzdem halbwegs unterhaltsame Romantic Fantasy. Heldin hasst Held und umgekehrt, beide fallen sich nach einem 300 Seiten langen 08/15-Fantasyabenteuer in die Arme.

Was habe ich bekommen? Etwas viel besseres: Ein spannendes Fantasyabanteuer in einer interessanten Welt mit nur ganz wenigen romantischen Schwingungen.

„Resenting the Hero“ spielt auf einem anderen Planeten. Keine Sorge, es handelt sich hier nicht um Science Fiction, sondern tatsächlich um eine klassische Fantasy-Welt. Die hochentwickelten Urahnen haben sich nämlich schon vor vielen hundert Jahren wieder zurückgezogen und ihre Technologie mit sich genommen. Die wenigen Zurückbleibenden mussten sich mit ihren bescheidenen Mitteln den Naturgewalten stellen, die vollkommen unberechenbar immer wieder das Land verwüsten. Bis man die erste „Quelle“ entdeckte. Quellen („sources“) sind Menschen mit der besoderen Fähigkeit, Naturkatastrophen bereits im Vorfeld zu erspüren, ihre Energie zu kanalisieren und sie so abzuwenden. Dabei müssen sie sich den Gewalten so sehr öffnen, dass dieser Vorgang sie tötet. Deshalb gibt es die „Schilde“ („shields“), Personen mit der Fähigkeit, die Quelle bei ihrer Arbeit abzuschirmen. Schilde und Quellen vereint eine besondere Bindung, die intuitiv geschieht, wenn sie sich das erste Mal begegnen. Ganz unabhängig davon, ob die beiden sich menschlich mögen.

Und genau das bekommt unsere Heldin Lee zu spüren, als sie sich ausgerechnet mit dem berüchtigten Frauenhelden Lord Shintaro Karish verbindet, der noch dazu als ausgezeichnete Quelle bekannt ist. Lee wollte eigentlich Ruhe und einen verlässlichen Partner, stattdessen bekommt sie einen leichtlebigen Star. Und prompt werden die beiden sofort in eine der meistheimgesuchten Städte des Landes versetzt, wo sich die Ereignisse dann auch überschlagen und das unwillige Team schneller als gedacht zur Zusammenarbeit gezwungen ist…

Was ich an diesem Buch wirklich mag, ist das Weltenkonzept. Nicht nur, dass es überhaupt eines gibt und nicht einfach eine x-beliebige Fantasy-Szenerie als Kulisse verwendet wird, sondern auch die Ideen dahinter. Wo die Technologie fantasytypisch weitgehend auf Mittelalterniveau ist, gibt es gesellschaftlich deutliche Unterschiede. Immerhin stammt die Bevölkerung von einer höher entwickelten Kultur ab und so scheinen die Frauen in diesen Romanen weitgehend gleichberechtigt und Bi- und Homosexualität an der Tagesordnung zu sein. Ich hätte mir nur gewünscht, dass man darüber etwas mehr erfahren hätte als das, was man zwischen den Zeilen lesen konnte.

Das Source/Shield-Konzept, das verlangt, dass zwei Menschen durch Magie miteinander verbunden sind und ihre Aufgabe nur als Team meistern können, ist aber nicht unbedingt neu und wird immer wieder gerne benutzt, wenn es darum geht, wie hier, zwei gegensätzliche Charaktere an einander zu binden. Ich mag dieses Konzept, wenn es funktioniert und hier tut es das. Zumal dieser institutionalisierte Bund durchaus auch kritisch hinterfragt und diskutiert und so sinnvoll in die Handlung integriert wird.

Lee und Shintaro selbst sind ein wenig wie Lizzy Bennett und Mr. Darcy in „Stolz und Vorurteil“. Lee kann Shintaro aufgrund der Dinge, die sie über ihn gehört hat nicht leiden. Dabei ist Shintaro eigentlich ein ziemlich netter Kerl und nicht die Hälfte der Gerüchte ist wahr. Fast war ich ein wenig enttäuscht, dass Shintaro so gar nicht dem Draufgänger entsprach, den ich anfangs erwartete. Er war mir fast zu lieb. Dagegen ist Lee unfassbar verbohrt und professionell. Zu verbohrt und professionell.

Die Geschichte selbst ist in Ordnung. Nicht zu durchschaubar, aber auch nicht zu originell. Für mich hat sie funktioniert und mich gut unterhalten. Moira J. Moore ist ganz sicher keine begnadete Autorin, sie schreibt ganz solide, aber nicht auffällig gut. Sie kann sich etwas durchmogeln, weil das Buch in der Ich-Persepektive (aus Sicht von Lee) verfasst und damit etwas umgangssprachlicher ist. Hin und wieder rutscht sie aber ein wenig zu sehr in die Moderne, so dass man manchmal das Gefühl hat, die Figuren bewegen sich durch ein heutiges Wohnhaus.

Alles in allem ist „Resenting the Hero“ ein Buch, das unterhält, das mich aber nicht vom Hocker reisst. Ein netter, durchschnittlicher Fantasyroman, der zwar etwas aus der Masse herausragt, aber nicht als qualitativen Gründen. Kaum verwunderlich, dass die Serie in Amerika eine eher kleine Fangemeinde hat und bislang nicht übersetzt wurde (und ich bezweifle stark, dass das noch passieren wird). Aber immerhin gibt es bislang 5 Bände (optisch einer gruseliger als der andere) und zumindest den zweiten davon werde ich auf jeden Fall noch lesen.

Wertung: 3 (von 5 Punkten)

Reihenübersicht:

1. Resenting the Hero
2. The Hero Strikes Back
3. Heroes Adrift
4. Heroes at Risk
5. Heroes Return

2 Kommentare leave one →
  1. 27. Februar 2011 17:59

    Oh Gott. Das ist doch nicht dein Ernst, oder?!

    Ich arbeite seit Jahren an einem Manuskript, dessen Magiekonzept darauf aufbaut, dass es QUELLEN gibt, mit deren Hilfe MAGIER Magie wirken können. Und zwar nur mit deren Hilfe; über das Konzept selbst bin ich übrigens noch nicht gestolpert vorher – jedenfalls kann ich mich nicht drann erinnern ,-(//(

    • 27. Februar 2011 18:31

      *lach* Ich glaube, dass beinahe jede Idee schon irgendwo verwurstet wurde. Die Frage ist ohnehin immer, wie jemand das macht. Außerdem hört sich deine Idee etwas anders an, als das, was hier passiert. Die Quellen sind hier nämlich die Magier, die auch ohne die Schilde Magie wirken könnten. Allerdings würden sie das wohl nicht überleben, deshalb braucht es die mentale Verbindung zu einem Schild.

      Es gibt so ein Konzept auch in Ann Aguirres „Grimspace“. Dort sind es Jumpers und Pilots, die aufeinander angewiesen sind, um den Grimspace in ihren Raumschiffen durchqueren zu können.
      Ich bilde mir ein, so etwas auch schon in anderen Büchern gelesen zu haben, aber ich kann mich partout nicht konkret erinnern.

      Also lass dich nicht aufhalten, ich finde die Idee auf jeden Fall spannend.🙂

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