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Helen Abele: Ein Herz auf Flügeln zart

27. Oktober 2010

„Die Ringe gaben mir keine Antwort auf meine Fragen.
Aber mein Herz flüsterte mir zu, dass mir ein einziger Ring von Hektor genügt hätte.“


 

Autor: Helen Abele

Titel: Ein Herz auf Flügeln zart

Reihe: Liebe in allen Zeiten [Einzelromane diverser Autoren]

Seiten: 240

Verlag: Planet Girl [Thienemann] 2010

ISBN: 352250223X

Preis: 12,95 €

Besonderheiten: deutsche Originalausgabe

Die Versuchung: „Planet Girl“, das noch relativ neue Mädchenbuchimprint von Thienemann, startet unter dem Titel „Liebe in allen Zeiten“, wohl inspiriert von Kerstin Giers sehr erfolgreichem „Rubinrot“, eine Reihe historischer Liebesromane für jugendliche Leserinnen. Die Titel sind etwas kitschig, die Cover süß und der Klappentext reizte meine Schwäche für Teenieromanzen.

Was habe ich erwartet? Einen seichten, aber charmanten Jugendroman im Stile Kerstin Giers oder zumindest eine nette historische Romanze.

Was habe ich bekommen? Eine niedliche, aber sehr seichte Liebesgeschichte, bei dem das Historische allenfalls Deko ist. Für zwölfjährige Mädchen bestimmt schön zu lesen, aber nicht als „All Age“-Roman geeignet.

Irland im ausgehenden 19. Jahrhundert: Die sechzehnjährige Lizzy ist Dienstmädchen bei dem verwitweten Professor Puddlewick und seinen drei Söhnen. Es könnte sie schlechter treffen, denn für die Puddlewicks ist sie mehr Familienmitglied als Dienstmädchen. Als die Königin von England ihren Besuch an der Universität ankündigt, kommt so richtig Wirbel in den friedlichen Haushalt. Denn ausgerechnet der älteste Sohn Hektor soll mit John, dem Sohn des des College-Direktors, ein Geschenk für den Ehrengast anfertigen: Eine Kopie eines Kapitels aus dem berühmten „Book of Kells“. Dabei hat er doch eigentlich keine Zeit, der Medizinstundent muss nämlich für eine wichtige Prüfung lernen. Deshalb eilen ihm nicht nur seine Brüder zu Hilfe, auch Lizzy bietet ihre Unterstützung an. Bei den gemeinsamen Arbeiten erregt sie offenbar die Aufmerksamkeit gleich mehrer der jungen Männer, denn plötzlich befinden sich drei anonym überreichte Geschenke in ihrem Besitz. Und das, wo Lizzy doch genug damit beschäftigt ist, ihre eigenen Gefühle zu sortieren.

„Ein Herz auf Flügeln zart“ ist historischer Roman light. Denn obwohl es einen geschichtlichen Rahmen hat, wirken die Figuren in ihrer Sprache und ihrem Verhalten viel zu modern, als dass sie glaubwürdig wären als Bewohner einer früheren Epoche. So wirklich glücklich bin ich nicht damit, dass beim Leser der Eindruck entsteht, dass die Dienstmädchen zu dieser Zeit morgens im Bett lesen und einen so kumpelhaften Umgang mit den Söhnen ihrer Herrschaft haben konnten. Dieses historisch-moderne Mischmasch hat mich bis zum Ende irritiert. Wenn schon, denn schon.

Über diesen Umstand kann man sich so sehr ärgern, dass man das Buch zur Seite legt oder sich damit anfinden und weiterlesen. Dann kommt man in den Genuss einer sehr unschuldigen und naiven Liebesgeschichte. Die allerdings ist wohl wirklich nur für Mädchen im Alter von etwa 11-14 geeignet. Für mich als erwachsene Leserin war sie doch etwas zu simpel gestrickt und ich habe sie die meiste Zeit quergelesen. Für Fans der „Freche Mädchen, Freche Bücher“-Romane und von Kerstin Giers „Rubinrot“ ist es aber wohl eine nette Mischung aus beidem.

Fazit: Ein seichter Liegestuhlroman für junge Leserinnen.

Wertung: 2,0 (von 5 Punkten)

Andere „Liebe in allen Zeiten“-Bücher:

Martina Sahler: Wie ein Kuss von Rosenblüten

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