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John Green: Margos Spuren

17. Januar 2011
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„Ich habe nie verstanden, warum man mit jemandem zusammen sein will, nur weil er gut aussieht. Das ist doch, als würdest du dir die Cornflakes nach der Farbe aussuchen und nicht nach dem Geschmack.“


Autor: John Green

Titel: Margos Spuren (Paper Towns)

Verlag: Hanser, 2010

Seiten: 331

ISBN: 3446234772

Preis: 16,90 €

Besonderheiten: 2010 mit der Corine als bestes Jugendbuch ausgezeichnet

Die Versuchung: Ich habe im letzten Jahr Die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen von John Green gelesen und was sehr begeistert davon. Deshalb wollte ich auch sein neues Buch lesen.

Was habe ich erwartet? Ein witziges, unterhaltsames Jugendbuch mit Tiefgang

Was habe ich bekommen? „Margos Spuren“ hat meine Erwartungen voll erfüllt.


Der achtzehnjährige Quentin kennt Margo seit seiner Kindheit und genauso lange ist er heimlich in sie verliebt. Margo Roth Spiegelman ist geheimnisvoll, mutig und wild. Margot tut Dinge, die niemand sonst tun würde und es gibt nichts, was sie nicht kann. Zumindest ist Quentin davon fest überzeugt. Er selbst dagegen ist ein absoluter Normalo, eher ängstlich als wagemutig, eher vernünftig als spontan. Und deshalb beobachtet er Margo all die Jahre nur aus der Ferne.
Bis Margo eines Tages vor seinem Fenster auftaucht und ihn zum Komplizen eines verrückten Racheplans macht. Nach einer wilden Nacht, in der er Fische in fremde Betten gelegt, Vaseline auf Türklinken geschmiert hat und in einen Freizeitpark eingebrochen ist, hat er das Gefühl, dass sich jetzt alles verändern könnte.
Doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden. Zurück lässt sie nur eine Reihe von kryptischen Hinweisen. Quentin ist fest entschlossen, dass er Mago wiederfinden muss und folgt ihren Spuren. Gemeinsam mit seinen Freunden beginnt er eine abenteuerliche Schnitzeljagd, aber je näher er Margo kommt, desto größer werden seine Zweifel, ob er sie je wirklich gekannt hat…

Ich liebe John Greens Bücher. Sie sind witzig, unterhaltsam und ein wenig schräg, aber  sie machen auch nachdenklich.
Äußerlich ist „Magos Spuren“ eine spannende Spurensuche voller amüsanter Nebenepisoden um Quentins etwas eigenwillige Freunde. Im Grunde aber geht es um die Vorstellung, die wir von anderen Menschen haben, um die Podeste auf die wir sie stellen und darum, wie sehr uns das täuschen kann. Oder wie Quentins Freund Ben ganz schlicht feststellt: „Menschen sind anders, wenn du sie riechen kannst und aus der Nähe siehst“.
Es ist schön zu sehen, wie Quentin das lernt, wie er sich bei seiner Suche verändert und ein Stück erwachsener wird. Anfangs war Quentin einer dieser passiven Helden, um die herum alles passiert, ohne dass sie je selbst eingreifen, und die ich deshalb ständig schütteln möchte. Es brauchte schon Margos Verschwinden, um Quentin zu etwas Rückgrad zu verhelfen und ihm klar zu machen, dass er mehr kann und mehr ist, als er sich selbst zutraut.
Das Motiv des zurückhaltenden Jungen, der in dieses magische, unerreichbare Mädchen verliebt ist, ist das gleiche wie schon in „Die erste Liebe“. Und trotzdem schafft der Autor es mit diesen Bestandteilen eine Geschichte zu erzählen, die sich ganz anders anfühlt und die ich genauso genossen habe.
Abgesehen vom Inhalt mag ich auch John Greens Art zu erzählen. Er hat eine schöne, klare Sprache und ich bin wirklich froh, dass die Übersetzung von Hanser sehr gut ist, so dass ich bei diesem Autor nicht auf das Original ausweichen muss.
Margos Spuren ist ein kluges Buch, gespickt mit so vielen wahren und tollen Bemerkungen, dass ich sie mit Post-Its markieren wollte, weil sie mir so gefallen haben. Es ist ein unterhaltsamer, witziger Roman, dem es trotzdem nicht an Tiefgang fehlt.

Wertung: 5,0 (von 5,0 Punkten)

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