Skip to content

[Abgebrochen] Ally Condie: Die Auswahl

1. März 2011
tags: ,

Autor: Ally Condie

Titel: Die Auswahl (Matched)

Reihe: Cassia & Cy 1

Gelesen von: Josefine Preuß

Preis: 19,95 €

Verlag: Argon, 2010

Umfang: 6 CDs (370 min)

Es gibt Bücher, mit denen kann ich mich beim besten Willen nicht anfreunden. „Die Auswahl“ ist offenbar so ein Buch. Aus akutem Zeitmangel habe ich mir die Audioversion besorgt, um sie abends vor dem Einschlafen zu hören. Ich muss zugeben, dafür war sie ideal, ich bin tatsächlich immer sehr schnell weggenickt. Aber irgendwann habe ich mich sogar davor gedrückt, es Abends in den Player zu stecken, ich hatte schlicht keine Lust mehr darauf.
Woran liegt das? Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich versuche es zu erklären:

„Die Auswahl“ ist ein Zukunftsszenario, eine Dystopie. Die Heldin Cassia lebt in einer Welt, in der den Bürgern „zu ihrem Schutz“ alles vorgeschrieben wird und das ganze Leben geregelt ist. Das beginnt damit, dass man beinahe alle Kunst (Bücher, Gedichte, Filme, Musikstücke) vernichtet und nur noch eine sorgsam ausgewählte Auslese von jeweils 100 Exemplaren für die Nachwelt behalten hat. Menschen können nur noch lesen, aber nicht mehr schreiben, sie bekommen ihren Beruf, ihren Ehepartner und sogar ihren Todestag zugewiesen.
Das ist so grausig wie faszinierend und mir gefällt dieses Szenario sehr.
Die Heldin Cassia lebt seit ihrer Geburt in dieser Welt und entsprechend denkt und handelt sie (zumindest zu Beginn des Buches) auch. Sie wirkte auf mich wie ein Zombie oder ein Sektenmitglied, fremdgesteuert ohne kritische oder eigene Meinung und auf irrationale Weise glücklich mit ihrer Situation. Natürlich kommt das Erwachen nach und nach. Vor allem als sie sich in einen Jungen verliebt, der nicht der ihr vorherbestimmte Ehepartner ist und dessen Schicksal sie zum Nachdenken bringt.
Das alles fand ich nicht schlecht und doch umgibt dieses Buch und die Handlung eine Sterilität, die bei mir einfach keine Begeisterung aufkommen lässt. Teilweise verstehe ich den Sinn dieser Sterilität, weil sie das Wesen dieser Welt und auch der Protagonistin ausdrückt. Aber ich merke, dass sie mein aufkeimendes Interesse immer sofort wieder erstickt.
Die Autorin beschreibt zudem die gewöhnlichsten Vorgänge sehr minutiös (Ich nehme das Brot, beisse ab, kaue es gründlich und schlucke.), das raubt dem zusätzlich Tempo und macht es noch statischer.

Ich hatte mich auf einen weiteren dystopischen Jugendroman nach den „Tributen von Panem“ gefreut. Aber wo Panem mitreißend und rasant ist, ist „Die Auswahl“ zumindest bis zur Hälfte unbeweglich und langsam. Das hat sicher seinen Reiz, aber erfasst mich emotional in keinster Weise.

Mein Fazit: Ich breche ab. „Die Auswahl“ und ich, wir werden einfach keine Freunde mehr.

Und noch etwas: Ich verstehe ja, dass Verlage ihre Bücher an den Mann bringen wollen, aber der Hype um dieses Buch, schon vor Erscheinen, erreichte den Bereich des Unerträglichen. Hätte mich nicht das Thema interessiert, hätte ich das Buch schon deshalb nie in die Hand genommen.

4 Kommentare leave one →
  1. 2. März 2011 17:16

    Sterilität ist ein ziemlich gutes Wort, um das Buch zu beschreiben. Auch bei den überaus detaillierten Beschreibungen stimme ich dir zu. Ich konnte mich damit allerdings ziemlich gut anfreunden. Es klingt zwar irgendwie langweilig, aber für mich hat es funktioniert.

    Der Hype um das Buch ist wirklich krass. Ging ja in den englischen Blogs schon lange vor VÖ los.

    • 2. März 2011 20:10

      Ich kann auch verstehen, warum es Leute gibt, denen es gefällt, es ist wohl wirklich die Frage, wie gut man mit dieser speziellen Stimmung kann.

      Auf den englischen Blogs fiel mir das gar nicht auf, ich verfolge allerdings nur wenige YA-Blogs. In Deutschland konnte ich mich dem Hype dann leider nicht entziehen…

      • 3. März 2011 18:08

        Auf den englischen war der Hype vor Release mindestens genauso heftig wie auf den deutschen. Ist irgendwie auch schade, weil man dann oft aus Genervtheit erst recht keine Lust mehr hat sich mit dem Buch zu beschäftigen, auch wenn man es vielleicht eigentlich mögen würde.

  2. Pia permalink
    26. Juni 2011 20:49

    Ich fand diese viel zu detailliert beschriebenen Situationen ebenfalls grausam (ich vermute, dass es die Geschichte strecken sollte), aber ich habe es einfach überwunden. Allerdings trumpft das Buch mit seiner Story auf und diese Sterilität hat an vielen Stellen zumindest bei mir Gefallen gefunden.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s