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Karen Lowachee: The Gaslight Dogs (Middle Light World 1)

6. März 2011

„But the Hackles of the Dogs couldn’t stop the Kabliw of the South from Sailing the North shores. These Kabliw, these people of the boats, went where they would and did as they pleased.“

Noch eine Rezension zu einem Buch, das ich schon vor einer ganzen Weile gelesen habe:

Autor: Karen Lowachee

Titel: The Gaslight Dogs

Reihe: The Middle Light, Band 1

Verlag: Orbit, 2010

ISBN: 0316021792

Seiten: ca. 340

Preis: ca. 10 €

Besonderheiten: Die Rechte sind nach Deutschland verkauft, allerdings ist die Übersetzung noch bei keinem Verlag angekündigt.

Die Versuchung: Wie so oft das Cover. Und der Titel. Beides in Kombination drückt bei mir alle Knöpfchen, die nötig sind, um einen Kaufimpuls auszulösen. Außerdem hatte ich viel Gutes über ihre Warchild-Reihe von Karen Lowachee gehört, die mir aber bislang immer zu teuer war, weil es sie nur als HC gibt.

Was habe ich erwartet: Der Titel erweckte den Eindruck von Gaslamp-Fantasy oder Steampunk mit Inuit, was wirklich sehr ungewöhnlich und reizvoll klang.

Was habe ich bekommen: Der höchste Gaslight-Anteil ist auf dem Cover zu finden. Was sich allerdings in Folgebänden noch ändern kann, denn die Autorin erwähnt im Interview am Ende des Buches, sie hätte über die viktorianische Gesellschaft recherchiert. Das Buch selbst sehr sehr ruhiger Roman für Menschen, die gerne besondere Fantasy lesen.

Über die Jahre haben die mächtigen Ciracusaner aggressiven Imperialismus betrieben, nach und nach alle Naturvölker vertrieben oder in Reservate verbannt und überall ihre modernen Städte aufgebaut. Nur in den eisigen hohen Norden, wo das Volk der Aniw lebt, haben sie sich bislang nicht vorgewagt. Bis zu diesem einen Tag, an dem sie Sjenn entführen. Sjenn ist die ankago ihres Stammes, eine Art Schamanin, ein Spiritwalker, der die Seele eines Hundes in sich trägt und auch dessen Gestalt annehmen kann.

Und genau das ist auch der Grund, warum sie sich schließlich in einem der Verließe der Ciracusaner wiederfindet. Einer der Generäle hat seine eigenen Pläne mit ihr. Sie soll seinem Sohn, der ebenfalls die Fähigkeiten eines Spiritwalkers zu haben scheint, was eigentlich unmöglich ist, beibringen, wie er diese kontrolliert. Sjenn weigert sich, doch der General will seinen Willen um jeden Preis durchsetzen…

„The Gaslight Dogs“ ist ein ruhiger Roman, in dem es keine strahlende Helden, keine magischen Artefakte, keine Questen und kein Schlachtengetümmel gibt. Es geht vielmehr um das Beziehungsgeflecht zwischen verschiedenen Figuren. Zwischen dem Vater und dem Sohn, die sich voneinander entfernt haben, zwischen Sjenn und dem General und zwischen den Völkern allgemein. Letztere werden unter anderem von Sjenn mit ihrer Magie und von dem gebrochene Sohn, der in einer nüchternen, militärischen Welt großgeworden ist und nun die Magie der Feinde am eigenen Körper erfahren muss, repräsentiert. Die Charaktere haben Tiefe, sie sind keine strahlenden Helden, sondern Menschen mit mit seelischen Wunden und egoistischen Motiven, mit Stärken und Schwächen.

Es ist kein fröhliches, kein buntes Buch. Aber ich empfand es zu keiner Sekunde langweilig und war beinahe selbst überrascht, wie sehr es mich bis zum Ende gefesselt hat. Aber, und das ist sein größtes Problem, es lässt mich unbefriedigt zurück. Es endet im Nirgendwo, ohne dass genug passiert wäre, um den Roman zu einer runden Sache zu machen. Ich habe das Gefühl, es gar nicht richtig bewerten zu können, bevor ich den zweiten Band (der noch immer nicht angekündigt ist) gelesen habe. „The Gaslight Dogs“ macht den Eindruck einer Einleitung für etwas Größeres, das richtig toll werden könnte.

So bleibt ein guter Eindruck, aber keine Begeisterung. Karen Lowachee könnte sich zu meinen bevorzugten Autoren gesellen, wenn sie noch eine Schippe drauflegt. Denn ich mag diese Art der ruhigen, tiefen Fantasy.

Wertung: 4,0 Punkte (5,0)

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