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[Rezension] Nalini Singh: Angels‘ Blood (Guild Hunter #1)

21. April 2011
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When Elena told people she was a vampire hunter, their first reaction was an inevitable gasp, followed by, „You go around sticking those sharp stakes in their evil putrid hearts?“
Okay, maybe the actual words varied but the feel was the same.


Autor: Nalini Singh

Titel: Angels‘ Blood (Engelskuss)

Reihe: Guild Hunter (Gilde der Jäger) #1

Verlag: Gollancz, 2009

ISBN: 9780575095724

Seiten: 339

Preis: ca. 8 Euro


Die Versuchung: Selbst hätte ich das Buch wohl nicht gekauft, weil mich Engel eigentlich nicht sehr reizen. Aber eine Freundin hat mir die ersten zwei Bände einfach so vermacht, also habe ich den Versuch gewagt und es als einen Titel für eine Lesechallenge in diesem Jahr nominiert.
Was habe ich erwartet: Irgendetwas zwischen Urban Fantasy und paranormalem Liebesroman.
Was habe ich bekommen: Einen stellenweise recht blutigen, ziemlich flachen paranormalen Liebesroman, der aber zumindest teilweise ganz gutes Liegestuhl-Lesefutter bietet.

Elena ist ein Guild Hunter, sie fängt Vampire ein, die ihren Schöpfern und Meistern, den Engeln entflohen sind. Eines Tages erhält sie eine Mission von einem ganz besonderen Auftraggeber: Der Erzengel Raphael, der Herrscher über die Stadt, ruft sie zu sich. Sie soll einen außer Kontrolle geratenen Erzengel aufspüren, bevor der ein Blutbad anrichtet.

Soweit die schnell erzählte Ausgangssituation. Doch wer nun denkt, dass Kampfchick Elena sich jetzt sofort in den Großstadtdschungel stürzt und sich an die Fersen des bösen Erzengels heftet, der hat weit gefehlt. Denn zunächst ist da noch Raphael, der schrecklich gutaussehende, fürchterlich mächtige und ganz arg gefährliche Erzengel.
Und wie das bei Männlein und Weiblein so ist, finden die beiden sich ziemlich anziehend und eigentlich könnte die Sache damit geritzt sein. Aber natürlich will die geneigte Leserin ja über mehr als 20 Seiten bespasst werden, also spielen Elena und Raphael pflichtschuldigst das gute alt „Ich will dich – Ich will dich nicht, obwohl ich dich will“-Spielchen.
Gut, es ist ja nicht so, als würde das keinen Spaß machen. Ich saß durchaus ganz amüsiert in meinem Liegestuhl und habe sexy Raphaels nicht sehr subtile Verführungsversuche verfolgt.
Aber nach etwa 100 Seiten dachte ich dann schon, dass es langsam mal Zeit für die eigentliche Handlung wäre, denn da war doch noch etwas mit einem blutrünstigen Erzengel. Den Gefallen tat die Autorin mir etwa ab der Hälfte des Buches dann auch, aber nicht ohne auch die Jagd nach dem Bösewicht mit Elenas und Raphaels Dauergeflirte zu durchbrechen. Und da war er dann, der Punkt, an dem mir fast der Geduldsfaden riss. Ich habe ja nichts gegen Liebesgeplänkel und das Spiel mit Verführung und Anziehung, aber es wird in der Endlosschleife schnell langweilig und nervig. Vor allem, weil sich die Dialoge und die Situationen zu wiederholen beginnen. Raphael wird nicht müde, von seinem „cock“ zu erzählen und ihr zu versprechen, dass er sie demnächst vögeln wird (nicht meine Wortwahl, im Buch findet das F-Wort regen Gebrauch). Während Elena fortlaufen kämpferische Morddrohungen ausstößt, obwohl sie längst ein feuchtes Höschen hat. Was war ich froh, dass Singhs Engel keine religiöse Verbindung haben, sonst wäre sogar mir als Ungläubige irgendwann leicht anders geworden.
Fast schon makaber, dass Elena sich nach dem Anblick grausam zugerichteter Leichen dazu entschließt, sich dem Engelchen hinzugeben, um sich sozusagen die fürchterlichen Eindrücke von der Seele zu … äh … lieben.

Am Ende fällt dann tatsächlich das Wort Liebe und ich fragte mich, an welcher Stelle sich die beiden verliebt haben, denn romantisch ist dieses Buch trotz der kleinen Kitschbombe am Ende nicht im geringsten. Es ist durchaus sexy, weil Nalini Singh ihre Figuren ganz nett miteinander interagieren lässt, aber sowohl Elena als auch Raphael sind keine tiefen Figuren und so bleiben auch die tiefen Gefühle auf der Strecke.

Das Buch ist überhaupt viel Äußerlichkeit. Es wird weder was die Schönheit der Engel noch was die Grausamkeit ihrer Taten angeht mit großen Worten gespart. Auch die Charaktere handeln oft nicht entsprechend einer schlüssigen Motivation, sondern des Effekts willen.
Dem Buch fehlt eine gute Geschichte mit spannenden Wendungen und einem soliden Weltenkonzept. Ihm fehlen tiefe, glaubwürdige Charaktere mit Ecken und Kanten und die nötige Prise Selbstironie, um die Absurdität so mancher Idee abzumildern.
Vieles wurde einfach ein wenig zu sehr um die „Liebesgeschichte“ herumgeschustert und so ist das Buch trotz guter Ansätze (das System „Engel – Vampire -Jäger“ ist zum Beispiel ziemlich spannend) einfach nicht überzeugend. Aber ich muss zugeben, ich gehe vielleicht auch mit anderen Augen an das Buch heran, als es das Zielpublikum tut.

Und so merke ich einmal mehr, dass diese Art von Büchern, meine Vorstellung von Romantik gänzlich verfehlt. Nicht einmal zum Schmökern auf dem Balkon war es ganz perfekt, weil ich in der zweiten Hälfte zunehmend die Lust verloren habe.
Den zweiten Band werde ich ungelesen abgeben. Mein Interesse an Elenas weiterer Geschichte ist definitiv zu gering.

Wertung: 2,0 (von 5,0)

2 Kommentare leave one →
  1. 22. April 2011 13:35

    Dieses habe ich noch nicht gelesen, bisher kenne ich nur eines von Nalini Singh, daher war ich jetzt neugierig auf die Rezi. Du hast das recht gut in Worte gefasst, was ich mir damals bei dem anderen Buch (erster Teil der Gestaltwandler) auch schon dachte. Ja, es kommt wirklich auf die Erwartungshaltung an und darauf, was man eigentlich mag … ist halt einfach nicht unser Genre😉

  2. 23. April 2011 22:42

    Tja, man versucht’s halt doch immer wieder.

    Aber gut zu wissen, dass ich da nicht ganz allein bin in meiner Wahrnehmung.

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