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Der Märchentrend geht in die nächste Runde

17. Mai 2011

Soeben habe ich den Trailer zu Grimm, der neuen TV-Serie, die im Herbst in den USA anlaufen soll, gesehen. Abgesehen davon, dass er mir für einen Moment einen halben Herzinfarkt beschert hat (Ob das das Alter ist? Ich war doch früher nicht so schreckhaft. Ts…), bin ich nicht ganz sicher, was ich davon halten soll.

Die Story mal in einem Satz: Ein junger Detective stellt eines Tages fest, dass er Dinge sehen kann, die andere nicht sehen und erfährt, dass er von einer alten Truppe von Jägern, den „Grimms“, abstammt und deshalb gegen märchenhafte Bösewichte kämpfen muss, die sich, von allen anderen unerkannt, zwischen den Menschen tummeln. Außerdem hat er noch einen ziemlich wölfischen heimlichen Helfer.

Klingt wie Buffy meets Supernatural, und ist es wohl auch. Zumindest haben einige der Buffy/Angel-Macher ihre Finger dabei im Spiel. Das hätte man mir nicht einmal sagen müssen, ich finde, man sieht es dem Trailer an.
Für mich bleibt abzusehen, inwiefern die Hauptcharaktere der Serie funktionieren. Haben die nicht den nötigen Charme und Sympathie, versinkt so eine Serie nach dem typischen „Monster of the Week“-System schnell in liebloser Langeweile. (Und endet nach einer Staffel mit einem Cliffhanger…)

Hier ist die Ankündigung auf der Seite von NBC.

Ich mag übrigens das Spiel mit Märchenmotiven durchaus sehr gerne. Aber es ist schon so oft gemacht worden, dass man wirklich gut sein muss.
Ich habe in Sachen Märchen zwei Lieblinge:

Das eine ist Kathryn Weleys Das zehnte Königreich, das vor kurzem von Piper wieder neu aufgelegt wurde. Der Roman wurde extra zu einer fünfteiligen TV-Miniserie geschrieben, hebt sich aber angenehm von den typischen „Serienromanen“ ab. Eine vergnügt quirlige, manchmal alberne, manchmal aber auch berührende Geschichte um die Kellnerin Virginia, die eines Tages plötzlich ins Märchenland purzelt, in dem das Böse sich auszubreiten droht (was auch sonst ? ;)). Die TV-Serie dazu ist wunderbar und schrecklich zugleich. Das ist wie bei Fantaghirò, irgendwie ist es fürchterlich albern, aber man fiebert trotzdem mit. Ich mag das Buch allerdings etwas lieber als die Serie.

Die andere Märchenspielerei ist deutlich ernster und erwachsener: Die Comic-Reihe Fables von Bill Willingham, in der Schneewittchen und Co aus dem Märchenland fliehen mussten und nun im Exil in der amerikanischen Großstadt leben. Eine sehr gelungene Mischung aus Urban Fantasy und Märchen für Erwachsene. Wer es noch nicht kennt und mit der Thematik etwas anfangen kann, sollte dringend einen Blick darauf werfen.

10 Kommentare leave one →
  1. 18. Mai 2011 16:32

    Danke für den Link. Dann sieht es ja so aus, als habe die NBC der Serie grünes Licht gegeben; interessanterweise wurden ja irgendwie gleich mehrere Pilots in dieser Richtung dieses Jahr ins Rennen geschickt, aber ich freu mich, dass man GRIMM ne Chance gibt.

    Kann sehr geil oder sehr grottig werden – bin gespannt; die erste Hälfte der Staffel ist mit Sicherheit „Monster of the Week“, da Serien anders in den USA (und erst recht hier in Dtl.) offenbar nicht (mehr) funktionieren (auf den öffentlichen Sendern jedenfalls). Ich hoffe, es wird mit der Zeit komplexer!

    Klingt für mich auch nach ner erwachsenen Version der Kinderbuchserie „Grimm Akten“. ,-)

    Dass David Greenwalt („Buffy“ u. „Angel“) beteiligt sein wird, lässt ja hoffen!

    „Das zehnte Königreich“ von K. Wesley (aka Kristin K. Rush) ist also nicht schlecht? Ich habe einen großen Bogen um das Buch gemeint, weil es „der Roman zum Film“ ist. Aber wenn du meinst, man kann den lesen … so als Märchenfan …

    Ein Buchtipp, wenn du Märchenverschnitte magst, muss ich dir unbedingt geben: Janette Rallison – My Fair Godmother (dt. „Echte Feen, falsche Prinzen“)- lass dich von Titebild und Inhaltsangabe nicht abschrecken: Das Buch ist GENIAL !!!

    • 18. Mai 2011 19:03

      „Das zehnte Königreich“ ist sicher keine ausgefeilte, unglaublich kreative Geschichte und stellenweise ziemlich albern, aber für mich hat sie definitiv Charme und ich habe mich sehr beim Lesen amüsiert. (Ist jetzt aber auch schon wieder einige Jahre her). Hängt auch sicher ein wenig vom persönlichen Humorzentrum ab. Was ich sicher sagen kann, ist, dass es sich definitiv nicht wie ein „Buch zum Film“ liest, es hat durchaus etwas Eigenständiges.

      Das Buch hatte ich tatsächlich schon einige Male in der Hand, ich setzte es mal auf meine Wunschliste. Danke für die Empfehlung!

      • 19. Mai 2011 17:52

        Auf meiner Website gibt’s ne exklusive Leseprobe, die ich in Absprache mit Arena rausgesucht habe, um das Buch noch ein bisschen bekannter zu machen – die verrät nicht zu viel, zeigt dir aber die Atmosphäre des Buches auf. Ich finde, die originäre Leseprobe und gerade der Anfang des Romans geben das nicht richtig wieder. Der ist weniger gelungen. Vielleicht magst ja mal reingucken:

        http://www.fantasy-news.com/2011/01/27/exklusive-leseprobe-aus-meinem-lieblingsroman-2010/

        Und ich werd mal „Das Zehnte Königreich“ in die Hand nehmen.

  2. 19. Mai 2011 14:37

    Vor ein paar Tagen habe ich über diese Serie gelesen und bin seitdem total kribbelig, ich will sie unbedingt sehen. Trailer habe ich noch keinen gesehen, danke für den Link. Oh mann, ich weiß, an welcher Stelle Du so erschrocken bist, bin richtig zusammengezuckt!

    Der Trailer verspricht eine Menge. Buffy war nicht so mein Ding, aber Angel hab ich sogar gekauft, steht in meinem Regal, die Serie habe ich geliebt, angenehmer Mix aus Humor, Spannung und Düster.

    Ich hoffe wirklich, dass sie die Serie nicht verpatzen! Wie Du sagst, das Thema gab es schon oft, viele Male Müll, viele Male ganz hervorragend. Drücken wir alle die Daumen, dass es toll wird!

    Das zehnte Königreich gehört übrigens auch zu meinen Favoriten. Ich habe Buch und Film zu mir genommen, beides hatte auf seine Weise einen gewissen Reiz, kann nicht wirklich sagen, was mir besser gefiel. Schön war, dass es nicht kurz in einen zweistündigen Film gepresst wurde, sondern man sich wirklich fünf lange Filme lang Zeit nahm dafür. Ich mochte den Wolf am meisten, wie wahrscheinlich die meisten Zuschauer und Leser🙂

    • 19. Mai 2011 15:45

      Oh gut, dann geht es wenigstens nicht nur mir so mit der Schreckhaftigkeit.

      Ich mochte Buffy, aber Angel nicht sonderlich (der war mir immer zu leidend). Heute gucke ich keins von beidem mehr. Es war toll damals und ich habe gute Erinnerungen dran, kein Grund sich das kaputt zu machen, indem man noch einmal mit kritischeren Augen draufguckt.

      Ich stehe ja sehr auf das Format der Miniserie, so wie es bei „Das zehnte Königreich“ war. Nicht gequetscht wie ein Film, nicht endlos gezogen wie eine normale Serie oder Seifenoper. Gerade richtig, um eine abgechlossene Geschichte ausführlich zu erzählen und den Charakteren und dem Plot Raum zu geben. Schon deshalb liebe ich meine Miniserien aus Fernost so.

      Wolf war toll, ja *g*

  3. 19. Mai 2011 19:11

    Oh, von Grimm hab ich noch gar nichts gehört, aber wenn es Buffy und Angel Potenzial hat, freu ich mich sehr drauf😀
    Ich schau mir auch mal diese Fables Reihe genauer an, die klingt interessant.
    Ich kann dir (falls du es noch nicht kennst) sehr The Book Of Lost Things empfehlen, das enthält einige Märchenelemente wunderbar gruselig verzerrt. Und The Rose and The Beast: Fairy Tales Retold von Francesca Lia Block. Das sind quasi Märchenkurzgeschichten. Man erkennt schnell um welches Märchen es sich handelt, aber es ist trotzdem kreativ neu (und sehr künstlerisch poetisch) erzählt.

    • 20. Mai 2011 18:57

      Danke für die Empfehlungen, der Connolly steht ja schon länger auf meiner Wunschliste.

  4. 20. Mai 2011 21:00

    Zu dem Trailer kann ich nichts sagen, weil ich absolut kein Seriengucker bin. Aber zum Märchentrend: Ich befürchte, dass mir das auf Dauer einfach zu viel wird. Ich mag Märchen total gerne und als die ersten Romane rauskamen, die auf die klassischen Märchen Bezug nahmen, habe ich mich tierisch darüber gefreut. Leider war die Qualität dann aber immer eher bescheiden und am Ende war ich enttäuscht. Bei vielen kamen die Bücher aber besser an und schwupps haben wir nun den nächsten Hype.
    Bei Vampiren war es ähnlich. Die mochte ich immer total gerne, aber die Vampirbücher, die ich gelesen habe, waren größtenteils Mist. Jetzt kann ich Vampire fast schon nicht mehr sehen, weil es irgendwann einfach zu viel wurde. Ich kann nur hoffen, dass mein Interesse an Märchen im Zuge dieses Trends nicht auch bald flöten geht.

    • 21. Mai 2011 21:15

      Das geht mir auch so. Ich habe immer gerne Vampirromane gelesen, auch zu Zeiten, als es auf dem Buchmarkt fast keine gab, kann sie mittlerweile aber fast nicht mehr sehen. Diese Trendwellen, die eine Flut von schlechten Massenproduktionen mich sich bringen und einem das Thema irgendwann gründlich vermiesen, finde ich ziemlich fürchterlich. Ich hoffe den Märchen (und dem Steampunk) bleibt so eine riesige Welle wie bei den Vampirromanen erspart.

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