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Susan & Clay Griffith: The Greyfriar (Vampire Empire 1)

30. Mai 2011

„Adele snapped open the telescope and steadied her booted feet expertly against the airship’s sway. The distant clouds were turning brilliant orange and bruise purple in the darkening eastern sky. Five miles off the port beam Adele spotted two figures floating silhouetted in midair.
Vampires.“

Autor: Susan & Clay Griffith

Titel: The Greyfriar (Schattenprinz)

Reihe: Vampire Empire, Band 1

Verlag: Pyr, 2010

ISBN: 1616142472

Preis: ca. 13 €

Seiten: 301

Deutsche Ausgabe: Ab Dezember 2011 bei Heyne

 

Die Versuchung: Die Grundidee der Geschichte klang einfach so spannend, dass ich nicht widerstehen konnte: Im Jahr 2020, 150 Jahre nachdem die Vampire die Weltherrschaft an sich gerissen haben, leben Menschen nur noch in den tropischen Gebieten der Welt auf dem technischen Stand des 19. Jahrhunderts. Postapokalyptische Steampunkkulisse mit fiesen Vampiren? Wie toll ist das denn?

Was habe ich erwartet: Ein spannendes Steampunkabenteuer mit fiesen Vampiren!

Was habe ich bekommen: Eine Geschichte, die gestrickt ist wie ein Hollywoodfilm: Extrem unterhaltsam, aber nur, wenn man klischeeresistent ist.

Im Jahr 1870 überfallen die Vampire die Menschheit und töten jeden, dem es nicht gelingt, in wärmere Regionen der Erde zu fliehen, wo die Temperaturen Schutz bieten. 150 Jahre später, 2020, gibt es nur noch zwei große menschliche Nationen: Das tropische Equatoria, das sich über Indien und Südafrika erstreckt und die American Republic in Zentralamerika und umliegenden Regionen.

Langsam sind die Menschen der Meinung, dass es Zeit wird zurückzuschlagen. Um die Reiche zu einen, soll Adele, die Prinzessin Equatorias, den amerikanischen Kriegshelden Senator Clarke heiraten. Zuvor unternimmt sie aber noch eine Reise in die gefährlichen Randregionen, wo unabhängige Städte den Vampiren trotzen. Auf dem Weg dorthin wird ihr Luftschiff von Vampiren angegriffen und muss notlanden.

Den sicheren Tod vor Augen kommt Adele ein geheimnisvoller Mann zu Hilfe: der Greyfriar, ein sagenumwobener, einsamer Krieger, der sich dem Kampf gegen die Vampire verschrieben hat. Er ist ihre einzige Chance, ihren kleinen Bruder, der bei dem Überfall den Vampiren in die Hände gefallen ist, lebend wiederzufinden…

„The Greyfriar“ ist wirklich typisches Lesefutter. Zu Beginn werden einem in einem Klotz die wichtigsten Informationen vorgesetzt und dann geht es schon los mit einem Abenteuer, das sich in einem Rutsch wegliest, ohne nennenswerte Ecken und Kanten zu haben. Anfangs war ich – abgesehen von dem massiven Infodumping – noch ganz verzückt. Das Weltenkonzept war genau nach meinem Geschmack. Leider war und blieb es das Einfallsreichste an dem ganzen Buch.

Die Figuren könnten nämlich aus dem Lehrbuch stammen, so stereotyp sind sie: Die toughe, eigensinnige Prinzessin und der geheimnisvolle, unnahbare Held, der ein dunkles Geheimnis hat -, das keines ist, wenn man eins und eins zusammenzählen kann. Dazu der amerikanische Kriegsheld, der sich so verhält, wie man es von einem Amerikaner eben erwartet: ungehobelt und großkotzig; schnappt sich ein bis an die Zähne bewaffnetes Luftschiff und bombt sich durchs Vampirland, um seine Zukünftige zu befreien.

Die Geschichte unterhält trotzdem, aber es ist eben nichts so richtig neu oder überraschend. Da wirkt auch die obligatorische Romanze mehr wie Pflichterfüllung, emotional glaubhaft ist sie (für mich) leider nicht.

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich mich mit meiner Meinung in der Minderheit befinde. Dieses Buch hat in den USA sehr viele richtig gute Rezensionen erhalten und auch Leute, deren Buchgeschmack ich sehr schätze, haben ihm die Höchstwertung gegeben. Ich kann teilweise schon verstehen, warum das Buch bei seinen Lesern so viel Zuspruch gefunden hat. Es ist wie knackiges, gekonnt gemachtes Popcornkino, von dem man sich wunderbar berieseln und unterhalten lassen kann. Für ein Buch ist mir das aber zu wenig und bei dem coolen Setting hätte ich mir schon etwas Ungewöhnlicheres gewünscht.

 

Ein Wort noch zur deutschen Ausgabe: Ich bin positiv überrascht, dass der Heyne Verlag das Originalcover behalten und es sogar noch etwas verbessert hat. Die Kontraste sehen zumindest auf den Vorschaubildern besser aus als die meiner englischen Ausgabe.

Wertung: 2,5 (von 5,0)

5 Kommentare leave one →
  1. 31. Mai 2011 12:37

    Das Buch habe ich vor kurzem auf meine Wunschliste gesetzt. Manchmal habe ich nichts gegen Klischees, deswegen hoffe ich, dass ich die Geschichte mögen werde.

  2. 31. Mai 2011 18:41

    Vom Cover und von der Beschreibung her würde es mich total ansprechen, aber wenn du das jetzt so darstellst, könnte das Ganze schon ein wenig kritisch sein. *schmunzel* Aber vorgemerkt habe ich es mir mal für einen genaueren Blick.

    LG
    animasoul

    • 31. Mai 2011 19:36

      Ja, schau es dir auf jeden Fall mal an. Wie ich sagte, es gibt ja auch viele, die es sehr mögen. Manchmal glaub ich, ich hab einfach schon zu viel in der Machart gelesen …

  3. 7. Juni 2011 19:51

    Ich habe die Rezi jetzt schon ein paar Mal gelesen und bin echt ins Wanken gekommen. Der Roman liegt ja auch auf meiner Wunschliste … ich mag Unterhaltung, ich bin aber nicht Klischeeresitent. Ob man das kurzfrisitg ausschalten kann?
    Vielleicht besorg ich mir das Buch eher gebraucht und nicht neu. Danke auf jeden Fall für Deine fundierte Meinung!

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