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[Rezension] Ilona Andrews: Magic Dreams [Novella]

10. August 2011

When a girl weighs a hundred pounds soaking wet, her glasses are thicker than Sherlock Holme’s loupe, and everybody under the sun makes fun of her because she is a vegetarian and blood makes her vomit, she has to do something to prove that she isn’t a whimp.

Magic Dreams ist enthalten in der Anthologie Hexed. Die anderen Beiträge in dem Band habe ich nicht gelesen und werde es wohl auch nicht.

Titel: Hexed

Autor: Ilona Andrews, Yasmine Galenorn, Allyson James, Jeanne C. Stein

Verlag: Berkley, 2011

Seiten: 326

ISBN: 0425241769

Preis: ca. 5 €

Sonstiges: keine deutsche Übersetzung

Ist es seltsam, wenn ich sage, dass ich an dieser kleinen Novelle mehr Spaß hatte als an dem nur kurze Zeit später erscheinenden fünften Roman der „Kate Daniels“-Reihe? Zeitlich lässt „Magic Dreams“ sich vermutlich knapp davor einordnen, obwohl es kaum Bezüge zur Handlung der Hauptserie gibt. Heldin dieser Geschichte ist auch nicht Kate, sondern Dali, die sich vegetarisch ernährende Wertigerin mit extremer Kurzsichtigkeit, die wir vor allem aus „Magic Strikes“ kennen. Ich muss zugeben, Dali war für mich bislang nicht die interessanteste Figur des Kate-Universums, ganz im Gegenteil. Diese Novelle aber sollte das vollkommen ändern.

Dali ist nicht gerade das nützlichste Mitglied der Gestaltwandlergemeinschaft: Als Wertigerin, die kein Blut sehen kann, ist sie im Kampf nahezu nutzlos und ihre magischen Fähigkeiten sind nicht gerade zuverlässig. Und doch ist sie es zu der Jim, der Sicherheitschef der Gestaltwandler, kommt, als er auf einen Gegner trifft, gegen den Muskelkraft nichts nützt: In einem Außenposten verschwinden vier der dort stationierten Wachen. Der Geruch nach Blut und ein asiatisches Schriftzeichen auf dem Fußboden sind alles, was zurückbleibt. Als Jim den Tatort untersucht, trifft er auf eine geheimnisvolle Frau. Kurze Zeit später kann er den Drang einzuschlafen kaum mehr bekämpfen.
Dali ahnt, dass hier dunkle Kräfte im Spiel sind, aber sie weiß noch nicht, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Als sie Jim zu ihrer Mutter bringt und sie um Rat fragt, erfährt sie, dass er unter Umständen nie wieder erwachen wird, wenn sie nicht schnell handelt. Dali muss ihr Leben riskieren, um Jim, den Mann den sie seit langem heimlich liebt, zu retten…

Dali ist nicht annähernd mit dem Selbstbewusstsein ausgestattet, das Andrews‘ andere Heldinnen sonst so auszeichnet. Aber genau das macht sie interessant. Dali hat genug Komplexe, wer hätte das in ihrer Lage nicht, aber gleichzeitig ist auch sie kein verhuschtes Mäuschen, sondern hat eine fast schon eine trotzige Stärke. Sie ist ein wenig der Nerd unter den Urban Fantasy Heldinnen und das macht sie nicht nur außergewöhnlich sondern auch sehr sympathisch. Ich war überrascht, wie sehr ich mir am Ende dieses Bandes gewünscht habe, noch mehr aus ihrer Sicht lesen zu können. (Mein Wunsch wird übrigens erfüllt. Es wird einen Spin-Off über sie und Jim geben, aber wohl erst um 2014).
Die Erzählung selbst ist enorm dicht, aber auch absolut rund. Komplexität ist auf 60 Seiten natürlich nicht möglich, aber sonst ist alles in den richtigen Anteilen da: Action, Spannung, Humor und Romantik. Der Bösewicht ist eine nette Idee und Dalis Wettlauf um Jims Leben extrem fesselnd. Die Tatsache, dass sie Jim mit zu ihrer Mutter nehmen muss, die all die peinlichen Dinge sagt und tut, die Mütter so gerne sagen und tun, wenn ihre Töchter in männlicher Begleitung nach Hause kommen, sorgt für den ein oder anderen Lacher, der das Geschehen etwas auflockert.
Oh, und wie ich es liebe, wenn mal die Mädels die Jungs ihres Herzens retten müssen und nicht umgekehrt. Und Dali braucht Herz, Köpfchen und vor allem eine Menge Mut, um ihren Jim den dunklen Mächten zu entreissen.
Alles in allem war „Magic Dreams“ eine so umfassend befriedigende Erfahrung, dass ich mich am Ende schnurrend in meinem Liegestuhl zusammenrollen wollte. Und das auf gerade mal 60 Seiten.

Bewertung: 4,5 (von 5,0 Punkten)

2 Kommentare leave one →
  1. 10. August 2011 13:13

    Ach schade. Du lässt Dich wohl nicht überreden die Yasmine Galenorn Geschichte zu lesen, um mir zu sagen was drin steht? Die gehört nämlich zum Universum der „Schwestern des Mondes“ und soll den Hintergrund einer der Nebenfiguren beinhalten, den es so in der Serie nie zu lesen geben wird.
    Auch Jeanne C. Stein würde mich interessieren, deren Serie lese ich auch gerne.
    Komm, gib Dir einen Ruck😉

    Was Ilona Andrews angeht, so habe ich den ersten deutschen Band daheim und vor kurzem mal angefangen, bin aber nach wenigen Seiten gescheitert. Ich bin grad in einem Paranormaltief, das sich hoffentlich bald geben wird, denn ich habe noch einige ungelesene Bücher zu Hause rumstehen. Danach versuche ich es auch mit ihr wieder.

    • 10. August 2011 13:26

      *lach* Ich glaube da stehen die Chancen schlecht.
      Ich habe sowohl den ersten Band der „Schwestern des Mondes“ als auch den ersten Band der „Anna Strong“-Serie gelesen und mochte beide gar nicht. Deshalb ist meine Motivation, es noch einmal mit den beiden zu versuchen, eher gering.

      Das mit dem Paranormaltief kenne ich, ich will im Moment gar keine neuen Reihen anfangen.

      Bei Andrews habe ich auch mehrere Anläufe gebraucht und wirklich überzeugt hat sie mich auch erst mit Band 2 und 3.

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