Skip to content

[Kdrama] Scent of a Woman Episode 1+2

18. August 2011
tags:

Eigentlich wollte ich so etwas wie Recaps gar nicht machen. Zum einen ist das schrecklich zeitraubend, zum anderen ist der Blog hier noch immer primär ein Bücherblog und ich will ihn nicht mit mindesten 2 Einträgen pro Woche verstopfen. Abgesehen davon gibt es genug US-Blogs, die das erschöpfend unternehmen. Auf der anderen Seite musste ich feststellen, dass ein normales Review einer Serie mit über 16 Stunden Handlung nur schwer gerecht wird und sehr viel ungesagt bleiben muss. Und ich mag es zu sehr, über das zu reden, was ich lese oder ansehe. Also versuche ich mich nun doch daran und raffe immer zwei Episoden zu einem Eintrag, um das Ganze in einem vernünftigen Rahmen zu halten.

Ich habe mich als erstes Projekt für Scent of a Woman entschieden. Es ist die Geschichte einer Frau, die erfährt, dass sie nur noch ein halbes Jahr zu leben hat und erst danach wirklich beginnt zu leben. Die Geschichte ist nicht neu, es gibt sie in unzähligen Variationen und ich bin ihr immer aus dem Weg gegangen. Da Kdramas mich experimentierfreudig im Bezug auf Themen, die ich sonst nicht mag, machen, habe ich es gewagt und bin selbst überrascht, wie angetan ich davon bislang bin.

Dass die Serie als Romantic Comedy angekündigt wurde, warf Fragen auf und machte mich neugierig. Nach den ersten 8 Folgen kann ich sagen: Ein Schenkelklopfer ist es nicht, eher eine schöne Mischung aus Tragik und Komik. Was mich erleichtert, denn ein reines Tränenmeer hätte ich mich auch nicht ansehen wollen. Aber beginnen wir am Anfang.

Die erste Szene beginnt damit, dass eine Frau in einem weißen Kleid an einem einsamen Strand erwacht. Sie ist offensichtlich verwirrt, weiß nicht, warum sie dort ist. Vor ihr schwimmt ein Ball mit einem aufgemalten roten Gesicht. Sie rafft ihn an sich und nennt ihn William. Doch der Ball entgleitet ihr, treibt davon und versinkt schließlich. Gerade als sie die Verfolgung aufnehmen will, entsteigt statt des Balls ein leichtbekleideter Adonis den Fluten, kommt auf sie zu und setzt zu einem Kuss an… und dann erwacht die Frau, unsere Heldin Lee Yeon Jae (Kim Sun Ah), aus ihrem Traum.


Diese Anfangsszene erzähle ich deshalb so genau, weil später immer wieder Bezug auf sie genommen werden wird. Auch optisch ist sie interessant, das Bild flackert und wird von durchlaufenden Streifen durchbrochen, um gemeinsam mit der Tangomelodie im Hintergrund den Eindruck eines alten Films zu erzeugen. So ganz gelingt die Illusion zwar nicht, dazu sieht es zu gewollt aus, aber es ist ein interessanter Effekt.

Dann lernen wir Lee Yeon Jae besser kennen. Sie ist 34, arbeitet bei einem Reiseveranstalter und ist eigentlich eine ziemlich arme Socke. Sie bekommt grundsätzlich die undankbarsten Jobs, ihr Abteilungsleiter behandelt sie wie Dreck und einige seiner Aktionen grenzen schon an sexuelle Belästigung. Ihre Kollegen verachten sie für ihre Schwäche und nutzen sie ebenfalls aus. Sie lebt allein mit ihrer unselbstständigen Mutter, die noch immer um ihrem verstorbenen Gatten trauert und ihr in den Ohren liegt, dass sie endlich einen reichen Mann finden und heiraten soll. Yeon Jae ist davon nicht sehr begeistert, denn sie weiß ganz gut, dass man in ihrem Alter heiratstechnisch nicht mehr viel zu erwarten hat, vor allem wenn man weder gute Familie noch umwerfende Optik vorzuweisen hat, und versucht ihre Mutter daran zu hindern, einen Heiratsvermittler für sie einzuschalten.

In der Arbeit entdeckt Yoen Jae, dass es ihren Traumstrand tatsächlich gibt. Er liegt in Okinawa, in Japan.

Zeit unseren männlichen Helden kennenzulernen: Kang Ji Wook (Lee Dong Wook) ist der Sohn des Firmeneigentümers und wurde gerade als Direktor der Hauptniederlassung, in der auch Yeon Jae arbeitet, eingesetzt. Ji Wook macht einen eher gelangweilten, resignierten Eindruck. Ihm wird ein Gehilfe zur Seite gestellt, der sich als ehemaliger Klassenkamerad herausstellt und Ji Wook bemerkt, wie unfair es doch ist, dass sein Angestellter sich über Jahre bis zu dieser Position hocharbeiten musste, während er selbst einfach so durch seine familiären Bindungen zum Chef gemacht wird, ohne etwas geleistet zu haben. Eine interessante Feststellung, normalerweise ist diese Art von Figur im Kdrama immer sehr von sich und seinen eigenen Privilegien überzeugt, ich bin gespannt, was wir von ihm noch zu erwarten haben.

Unterdessen jagt Yeon Jae mal wieder einem scheinbar unlösbaren Auftrag hinterher und gerät mit ihrem Taxi in einen Unfall. Obwohl sie schwört, dass ihr nichts fehlt, besteht der Taxifahrer darauf, sie ins Krankenhaus zu bringen. Nachdem sie untersucht wurde, bittet ein Arzt sie zu einem kurzen Gespräch. Auf dem Weg zu seinem Zimmer ruft ihn jemand bei seinem Namen: Choi Eun Suk. Yeon Jae stellt plötzlich fest, dass sie ihn kennt: Er ist ein ehemaliger Schulkamerad, den sie einmal dabei erwischt hat, wie er sich in die Hosen machte. Zwar tut Eun Suk so, als würde er sie nicht kennen, aber seine Reaktion, als sie ihm bei dem gemeinen Spitznamen nennt, den sie ihm damals verpasst hat, „ddong Suk“ (im Deutschen etwa „Kack Suk“), verrät, dass er sich genau erinnert. Da er nicht reagiert rennt sie ihm vor laute Freude über das Wiedersehen, diesen Spitznamen über den ganzen Krankenhausflur brüllend, hinterher. *lol* Der arme Kerl…

Doch das Lachen vergeht ihr und dem Zuschauer recht schnell, als er ihr eröffnet, dass man bei ihr einen Tumor entdeckt hat. Sie soll so bald wie möglich noch einmal kommen für weitere Untersuchungen. Das Problem ist, in der Hochsaison bekommt sie keinen Tag frei und ihr Chef staucht sie zusammen, als sie darum bittet. Dass sie krank sein könnte, nimmt er gar nicht ernst.

Ji Wook trifft sich unterdessen mit seinem Vater und seiner Verlobten, Im Se Kyung, deren kühles Verhalten und ihr biestiger Gesichtsausdruck ganz gut auf ihren Charakter schließen lassen. Es scheint eine reine Zweckgemeinschaft zu sein, denn die beiden sind sich offensichtlich völlig gleichgültig. Während dieses Gesprächs bittet sie Ji Wook, einen ihrer Kunden, Pianist Wilson, zu übernehmen, der einige Touren während seines Koreaaufenthalts machen möchte.

Wie sich herausstellt, ist Wilson eine sehr von sich eingenommene, pingelige Künstlernatur, die an allem etwas auszusetzen hat. Um ihren freien Tag zu bekommen, bietet Yeon Jae an, ihn zu übernehmen. Selbstverständlich tappt sie in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und an den wenigsten Dingen hat sie wirklich die Schuld. Was Wilson allerdings egal ist, er meckert und zetert, dass es eine reine Freude ist. So setzt das Restaurant, das ein extra geschlachtetes Huhn für ihn zubereiten sollte, dem gläubigen Moslem Schweinefleisch vor. Autsch.

Ji Wook erfährt davon und ruft bei Yeon Jae an, maßregelt sie aber nicht, sondern weist sie nur an, sich mehr anzustrengen, um die Diva wieder versöhnlich zu stimmen. Das passiert wohl aber weniger aus Nettigkeit als mehr aus purem Desinteresse und mangelnder Motivation auf seinen Job auch nur die geringste Anstrengung zu verwenden.
Und tatsächlich hat Yeon Jae die rettende Idee: Sie erinnert sich an ein Interview mit Wilson, in dem er von einer koreanischen Spezialität sprach, die seine Mutter ihm immer zubereitet habe und besorgt ihm diese als Entschuldigungsgeschenk. Der Tag ist scheinbar gerettet. Bis… ja bis Wilson am nächsten Morgen feststellt, dass sein teurer Diamantring fehlt. *seufz* Wird die „Du hast meinen Ring gestohlen“-Geschichte nicht langsam ein wenig zu alt, um sie immer wieder einzusetzen, wenn wir einen unfair behandelten Helden brauchen?

Yeon Jae wird zu Se Kyung gerufen, die sie natürlich beschuldigt, den Ring gestohlen zu haben. Nichts, was Yeon Jae sagt, hat irgendeinen Effekt. Sie ist die Schuldige und Schluss. Wilson reist unterdessen wütend ab und als Yeon Jae erneut versucht sich zu rechfertigen, ohrfeigt Se Kyung sie.

Man kann es sich fast denken: Wilson hat seinen Ring selbst verschlampt. Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen piepst es und er entdeckt, dass der Klunker sich im Saum seiner Strickjacke verfangen hat. Aber natürlich kann ein Mensch wie er seinen Irrtum nicht zugeben und er klärt die Sache nicht auf.

Yeon Jae geht nun doch zu ihrer Untersuchung und wenn man dachte, dass es für die arme Frau nicht noch schlimmer kommen kann, wird man nun eines Besseren belehrt: Eun Suk erklärt ihr völlig sachlich und mit dem Einfühlungsvermögen eines Holzklotzes, dass sie Krebs hat, der auch bereits in Leber und andere Organe gestreut hat. Operation oder Chemotherapie wären aussichtslos. Lediglich sechs Monate bleiben ihr noch zu leben.

Zurück in der Arbeit, erhält sie den nächsten Anschiss. Wie sie sich nach der Ring-Sache einfach einen Tag habe freinehmen hätte können? Für mich hätte ja schon das ausgereicht, um dem Mistkerl von Abteilungsleiter etwas zu erzählen, aber bei Yeon Jae braucht es noch etwas mehr. Sie hat immerhin jahrelange Übung im Einstecken.
Als Se Kyung einmarschiert und der Abteilungsleiter sich vor ihr rechtfertigen muss, so eine unfähige Mitarbeiterin wie Yeon Jae auf diesen Auftrag angesetzt zu haben, wird Yeon Jae dazu verdonnert, ihnen Kaffee zu servieren. Es ist zwar Se Kyung, die ihr dann das Tablett aus der Hand schlägt und sich damit selbst die Beine mit Kaffee übergießt, aber da im Weltbild dieser Leute immer der kleine Mitarbeiter schuld ist, ist es erneut Yeon Jae, die ihren Zorn abbekommt.

Eigentlich hasse ich es, wenn eine Heldin so zum Opfer ihrer Umwelt hochstilisiert wird und immer mehr auf sie hereinprasselt. Ich möchte solche fiktiven Figuren immer gerne schütteln, damit sie endlich für sich selbst einstehen und es ist auch erzählerisch ziemlich platt, weil damit meist nur das Mitleid und die Sympathien der Zuschauer einfangen werden sollen. Hier erfüllt es allerdings auch noch eine andere Funktion, denn wir brauchen es, um unsere Heldin endlich aufwachsen zu lassen. Als ihr Abteilungsleiter sie nämlich anweist aufzuwischen und ihr an den Kopf wirft, was für eine nutzlose alte Jungfer sie doch ist, die jungen Leuten nur den Arbeitsplatz wegnehmen würde, erklärt sie, dass sie ihm 10 Jahre lang loyal war, alles ertragen, ihn immer unterstützt hat und dass er jetzt verdammt nochmal selbst die Sauerei aufwischen soll. Sie ist nicht so energisch, wie das vielleicht klingt, sie zittert am ganzen Leib, es ist eher Trotz und der Mut der Verzweiflung, der aus ihr spricht, aber endlich platzt es aus ihr heraus.
Ihr Chef droht ihr mit Kündigung, doch Yeon Jae erklärt, dass das nicht möglich ist, sie hat nämlich gerade von sich aus gekündigt. Sie kramt in ihrem Schreibtisch und holt einen Umschlag hervor. Ihre Kündigung, die sie schon vor Jahren geschrieben aber nie den Mut hatte tatsächlich einzureichen. Mit den Worten: „Hier ist meine Kündigung, du Mistkerl“, wirft sie ihm den Umschlag ins Gesicht. Gutes Mädchen!

Der Abteilungsleiter schreit sie an, ob sie verrückt wäre, er könne sie für immer arbeitslos machen. Woraufhin sie lacht. Sie hat kein „für immer“.
Bevor sie unter zornigen Tränen das Büro verlässt, schnappt sie sich noch die Handtasche einer Tussikollegin, die ihr seit langem Geld schuldet und erklärt, dass sie das Ding erst zurückbekommt, wenn sie bezahlt hat. Wenn schon, dann richtig, ne?
Im Flur stößt sie noch einmal mit Se Kyung zusammen. Und weil sie schon dabei ist, rechnet sie auch mit ihr ab. Sie erklärt ihr, sie hätte auch Rechte und wenn sie weiter unschuldig verdächtigt würde, würde sie klagen. Se Kyung lacht nur abfällig und stellt in Frage, ob „Personen wie sie“ überhaupt Rechte hätten. Woraufhin Yeon Jae ihr eine Ohrfeige verpasst und dann fragt, wie das für sie war. Für sie selbst sei es auch nicht schön gewesen, geschlagen zu werden. Und dann liest sie ihr die Leviten, nicht so arrogant zu sein und auf andere Menschen herabzublicken. Eigentlich klar, dass bei Se Kyung davon nicht viel ankommt. Die läuft nämlich hinterher gleich zu Schwiegerpapi in spe und will, dass Yeon Jae gekündigt wird.


Als Ji Wook davon erfährt, wirkt er fast fröhlich und will diese Mitarbeiterin sehen, die es gewagt hat Se Kyung zu schlagen. Als man ihm sagt, dass sie bereits gekündigt hat, kommentiert er: „Wie schade“. Nett, dass die erste wirkliche Gefühlsregung von ihm in dieser Situation kommt.

Yeon Jae geht unterdessen zur Bank. Über die Jahre hat sie nur gearbeitet, sich nie etwas gegönnt und deshalb kann sie jetzt einen ganz ansehlichen Geldbetrag ihr Eigen nennen. Ihr wird klar, dass sie all die Jahre in der Erwartung irgendwann gut zu leben, nie wirklich gelebt hat und sie bricht in der Bank vor der Sachbearbeiterin in Tränen aus.
Diese Szene ging mir sehr nahe, weil sie real wirkt und man sie gut nachempfinden kann. Zwangsläufig denkt man an die Dinge, die man selbst vor sich herschiebt für ein „später“, das es vielleicht gar nicht gibt.

Yeon Jae lädt ihre beste Freundin in eine viel zu teure Bar ein. Wie es der Zufall so will, ist dort auch Ji Wook, der auf Fräulein Eingebildet wartet. Die beiden Frauen sehen und erkennen ihn und ihre Freundin meint: Einmal, nur einmal im Leben, würde sie gerne etwas mit einem gutaussehenden, reichen Mann wie ihm anfangen. Was Yeon Jae dazu bewegt, genau das gleich anzupacken. Sie nimmt ihr Brille ab, torkelt ob der verschwommen Sicht durch das Lokal auf ihren Traumprinzen zu und… stößt mit einem Kellner zusammen, der gerade ein brennendes Glas Alkohol auf einem Tablett trägt und es ihr nun überkippt. Es ist so tragisch: Man kann sich das Tollste vornehmen, aber wenn man ein tollpatschiges Mauerblümchen ist, kommt garantiert so etwas dazwischen!

Yeon Jaes Mutter schleppt sie nun doch zur Heiratsvermittlerin und es ist traurig zu sehen, wie sie ihrer Tochter Attribute wie ein hohes Gehalt andichtet, um sie attraktiver zu machen. Da muss man sich zwangsläufig minderwertig fühlen. Nun platzt sie endlich damit heraus, dass sie gekündigt hat und es kommt zum Streit mit ihrer Mutter.

Nun erleben wir eine Szene, die das verwöhnte Biest Se Kyung in einem anderen Licht erscheinen lässt. Auch ihr Herz ist offenbar zu rühren, denn sie liebt einen Mann, der nicht standesgemäß ist und dem deshalb der Kontakt zu ihr verboten wird. Als sie mitbekommt, dass ihr Vater erneut eine Diskussion mit diesem Mann hat, stürmt sie in sein Büro und fragt, wieso er ihn nicht einfach in Ruhe lassen kann, sie habe den Kontakt ja schon abgebrochen. Nun erfährt sie, was ihr Vater lange zurückgehalten hat: Der Mann, den sie liebt, hat sie nur ausgenutzt. Er hat kompromittierende Fotos von ihr, mit denen er ihren Vater erpresst. Armes Mädchen, jeder ist nur hinter ihrem Geld her, selbst Ji Wook heiratet sie nur, weil ihre Väter diese Verbindung für geschäftlich vorteilhaft halten.
Normalerweise dürfen diese Antagonistinnen nur leere, boshafte Hüllen sein, die der Heldin das Leben schwer machen. Dass wir es hier mit einer zu tun haben, die selbst eine Geschichte hat, die verletzt wird und auch Gefühle hat, finde ich spannend. Ich hoffe das bleibt so. Meistens kann ich diese Figuren nicht einmal hassen, so offensichtlich und platt werden sie von den Autoren geschrieben. Se Kyung finde ich immerhin interessant, was schon viel wert ist.

Yeon Jae ist erneut im Krankenhaus. Im Flur sitzend sieht sie andere Krebspatienten, die durch den Gang gehen oder gefahren werden. Es ist ein beklemmendes Bild, man will mit ihr zusammen fliehen.
Eun Suk eröffnet ihr, dass die gängigen Medikamente bei ihr nicht wirken werden, dass sie sich aber als Testperson für ein neues Präperat melden könne, dann bekäme sie die Behandlung auch umsonst. Sie weint und meint, sie will das nicht tun, sie will keine Krebspatientin werden. Er erklärt ihr, dass sie bereits eine sei und dass sie sich entscheiden solle, weil er keine Zeit an jemanden zu verschwenden hat, der seine Hilfe nicht will. Was für ein Herzchen. Sie ist entsprechen wütend auf ihn und wirft ihm an den Kopf, dass er nicht das Recht hätte ein Arzt zu sein.


Sie besucht das Grab ihres Vaters und weint. Sie möchte leben, heiraten, sie will ein Kind. Und all das wird sie nun nicht bekommen.

Und dann ist es auch genug mit Heulen und das Schicksal verfluchen. Yeon Jae geht nach Hause und packt ihre Taschen. Sie sieht ihre alten Klamotten und beschließt, dass das nicht ausreicht. Endlich geht sie los, kauft sich die schönen Kleider, Taschen und Kosmetik, die sie immer wollte und kommt als hübsche, selbstbewusste Frau am Flughafen an. Es ist nicht so, dass sie ein anderer Mensch geworden ist, sie lässt nur endlich die so lange unterdrückten Seiten ihrer Persönlichkeit heraus.
Nach Okinawa führt die Reise, natürlich, wer würde nicht zu dem Strand wollen, wo sich Volleybälle in leichtbekleidete Männer verwandeln?

Und endlich ist das Glück auf ihrer Seite. Da ihr Zimmer doppelt gebucht wurde, darf sie in einer Luxussuite absteigen und auch ihr Traumprinz Ji Wook taucht plötzlich auf. Der soll nämlich ein neues Reiseangebot für die Firma testen und will sich jetzt von einer Reisebegleiterin über die Insel führen lassen.
Yeon Jae betätigt sich ein wenig als Stalkerin und läuft ihm hinterher. Als er sie entdeckt und mit „Miss Lee“ anspricht, bekommt sie einen Schreck und nickt. Woher kennt er ihren Namen?

Und weil auch die Elemente mit einem Mal auf Yeon Jaes Seite sind, beginnt die Yacht auf der sie beide gerade stehen just in diesem Moment zu schwanken und sie plumpst ihrem Märchenprinz direkt in die Arme.

Betrachtet man die nackte Story, passiert in diesen beiden Episoden nicht viel und vor allem nicht viel Originelles. Und trotzdem haben mich diese beiden Episoden sofort eingefangen. Es ist eine Kombination aus vielen Dingen, die dafür verantwortlich sind.

Einmal sind es die rein sinnlichen Eindrücke: Es ist das Farbschema in weiß, blau und hellgrün, das nach Meer und Sommer aussieht und sich durch die Episoden hindurchzieht. Es sind aber auch die Kameraeinstellungen, die für wirkich schöne Bilder sorgen. Die musikalische Untermalung ist sehr passend, eine Mischung aus modernen Popsongs und Balladen, aber auch alten Titeln und des Tangos, der sich als zentrales Motiv durch die ganze Serie zieht. Es ist erkenntbar, hier hat sich jemand Gedanken gemacht, es gibt ein ästhstisches Konzept und so etwas schätze ich sehr.

Was ich an der Geschichte mag, ist, dass sie nicht so sehr auf die Tränendrüse drückt, wie es bei diesem Thema möglich wäre. Es gibt die tragischen, traurigen Momente, die gerade deshalb so traurig sind, weil sie so nah und real wirken. Aber es gibt auch die witzigen, albernen und fröhlichen Momente. Das Ergebnis ist eine schöne bittersüße Stimmung.

Die Darsteller sind alte Hasen und machen ihre Sache gut. Kim Sun Ah, die ich nicht immer mochte, weil sie oft sehr laute, anstrengende Charaktere spielt, lerne ich immer mehr zu schätzen und ich fand sie nie so gut, wie in dieser Rolle. Lee Dong Wook sehe ich etwas kritischer. Abgesehen davon, dass er optisch nicht mein Fall ist, was aber eine untergeordnete Rolle spielt, finde ich ihn manchmal etwas ausdruckslos. Aber dann wieder, gerade wenn es darum geht, bestimmte Stimmungen oder Momente einzufangen, merke ich, dass er sie mit wenig Aufwand sehr punktgenau trifft. Sogar die Second Leads mag ich, aber ihnen sage ich vielleicht später etwas, weil vor allem der Doktor bislang noch kaum Raum in der Geschichte bekommen hat.

Was ich nicht mag: Die Klischees. Und davon gibt es eine Menge in dieser Serie. Ich wünschte so sehr, sie wären in diesen Dingen ein klein wenig origineller, denn der Rest gefällt mir ausnehmend gut.

4 Kommentare leave one →
  1. minthoa permalink
    21. August 2011 22:38

    Oh bitte mehr davon. Das ist die perfekte (kleine) Ablenkung für meine Hausarbeit!

    • 21. August 2011 22:58

      *lach* Das freut mich, dass es dich von deiner Hausarbeit ablenkt, an die erinnere ich mich auch noch mit Grausen.
      Nächste Woche gibt es mehr, ich tippe auch schon am nächsten Teil.

  2. 28. August 2011 09:16

    schöner artikel!
    Ich habe zwar auch keine Ahnung, wie ich zu Scent of a Woman gekommen bin, aber ich lese wahnsinnig gern die Recaps und schaue mir die Episoden wahrscheinlich erst in paar Wochen an, wenn’s erst vorbei ist. War allerdings von paar Szenen wie Ep.8 usw. schon total mitgerissen, aus eben den Gründen, die du oben erwähnst. Sterbe-Herzschmerz-Tragödien sind so gar nicht mein Ding, aber der Humor in dem Drama hat’s mir angetan.

    • 28. August 2011 15:03

      Danke.🙂

      Bei mir war es Kim Sun Ah. Ich mag sie, wie gesagt, nur teilweise. Aber trotzdem muss ich alles, in dem sie mitspielt begutachten. Und ich wollte wissen, wie LDW sich seit „My Girl“ entwickelt hat. Und schwupps, schon hatte es mich erwischt.

      Ich habe noch etwas Angst, dass das Sterbe-Herzschmerz-Element zum Ende hin doch noch dominant wird, Kdramas sind ja sehr anfällig dafür. Aber im Moment (ep. 11) hält es sich ganz gut, auch wenn die Tränendichte etwas zunimmt…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s