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Versuchungen im August

1. September 2011

Es ist schon ein Weilchen her, seit ich den letzten Monatsrückblick geschrieben habe und das hat seinen Grund: Ich hatte nämlich nichts zu erzählen. Und im Prinzip habe ich noch immer nicht viel zu erzählen, denn nahezu jedes Buch, das ich anfange, finde ich nach der Hälfte doof und lege es dann auf einen SAB auf meinem Nachkästchen, der bereits schwindelerregende Höhen erreicht hat und mich eines Nachts vermutlich im Schlaf erschlagen wird.

Dem zum Trotz hier ein Überblick über meine magere Ausbeute im August:

Anfang des Monats las ich Psycops von Jordan Castillo Price, das ich ganz nett fand.
Eine Freundin lieh mir ein weiteres Buch von der gleichen Autorin: Hemovore. Das begann ganz großartig als ein sehr ungewöhnlicher Vampirroman. Vampirismus ist hier ein Virus und während das nichts Neues ist, hatte der Roman doch eine ganz eigene Stimmung und las sich ganz anders als alles, was ich in dem Genre bisher gelesen hatte. Dass dieser Virus durch Körperflüssigkeiten übertragen werden kann und eine Infektion meist tödlich ist, schafft eine wunderbare Distanz zwischen den beiden Protagonisten, einem Vampir und seinem menschlichen Assistenten, die sich lieben, es aber nicht zugeben können, weil sie wissen, dass Körperlichkeit für sie nie möglich sein wird. Leider geht der Plot irgendwann seltsame Wege und viel von der augebauten Spannung verpufft, so dass ich mal wieder pünktllich zur Hälfte des Buch doof fand und den Rest nur noch quergelesen habe. Was für eine Verschwendung einer tollen Idee.

Später im Monat las ich You against me von Jenny Downham, ein Jugendbuch mit einer sensiblen Thematik, das gut war, aber letztlich nicht genug in die Tiefe geht, so dass sich meine Eindrücke mittlerweile nahezu verflüchtigt haben.

Begonnen habe ich mit Das Tulpenhaus von Gregory Maguire. Ich fand Wicked (das Buch, nicht das Musical!) ganz große Klasse, also legte ich mir diesen Roman zu, nur um festzustellen, dass er hier eigentlich das gleiche Muster fährt. Ebenfalls eine Figur aus einem Märchen, die negativ geprägt ist, als missverstandene Antiheldin. Ich fand „Wicked“ deutlich stärker und quäle mich eher durch das hier. (Ich bin gerade bei der Hälfte… das lässt Böses ahnen).

Reingelinst habe ich in Blood Rights und bin noch unsicher. Bislang hat keine der Figuren wirklich eine Persönlichkeit und das macht mir etwas Sorge, aber im Moment finde ich es noch interessant genug, um weiterzulesen.

Meinen Komsum koreanischer Fernsehserien, habe ich auch etwas heruntergefahren, nachdem das zu Jahresbeginn meine Ablenkung Nummer 1 von Unistress und Alltagssorgen war.

Scent of a Woman stelle ich hier in Recaps vor, die mir überraschenderweise trotz der vielen Arbeit sehr viel Spaß machen. (Obwohl ich mich noch immer frage, ob das überhaupt jemanden interessiert *g*).

Spy Myung Wol begann als wunderbar ausgeflippte Komödie um eine nordkoreanische Spionin, die einen südkoreanischen Popstar kidnappen soll, weil es in Nordkorea keine so tollen Entertainer gibt. Dazu soll sie dafür sorgen, dass er sie heiratet. Nur blöd, dass Myung-Wol als Elitesoldatin ihr gesamtes Leben mehr mit Waffen als mit Jungs gespielt hat.
Ein Riesenspaß, der unterbrochen wurde durch ein Riesendrama, als die Schauspielerin in der laufenden Serie nach Amerika floh, um sich den mörderischen Produktionsbedingungen zu entziehen. Man überlegte schon die Schauspielerin ganz zu ersetzen, als sie doch beschloss zurückzukehren. Danach ging es auch endgültig mit dem Skript der Serie bergab. Aus Humor wurde Melodrama und es passierten Dinge, die mir garantiert den Spaß verderben. Im Moment pausiere ich deshalb damit.

Zum Glück stand bereits die nächste Komödie am Start: Protect the Boss. Eigentlich wollte ich es nicht sehen, weil die Promobilder so schlimm aussahen und sinnfreien Slapstick versprachen. Als ich es doch versuchte, bekam ich eine witzige und oft alberne Serie, die darunter aber erstaunlich sensibel ist. Die Figuren verkommen nicht zu Karrikaturen, sondern sind menschlich mit Sorgen und Nöten und nachvollziehbaren Emotionen. Und der humorige Anteil verhindert, dass alles zu dramatisch und grimmig wird. So gleichen Konflikte mehr Sandschäufelchenduellen, denn Todfehden und das ist einfach angenehm anzusehen. Dabei kommt mir das Skript im Moment auch noch recht stabil vor. Toi toi toi.

3 Kommentare leave one →
  1. 2. September 2011 20:15

    Das Tulpenhaus habe ich vor einigen Jahren gelesen, kurz nachdem ich mir in London das Musical „Wicked“ angesehen habe. Ich fand es „nett“ und habe „Wicked“ noch ungelesen im Regal, weil ich so häufig gelesen habe, das die Buchvorlage so schlecht sein soll, aber wenn du schreibst, dass Wicked besser ist als das Tulpenhaus kann ich es doch wieder aus seinem hinterletzten Regalplatz hervorkramen😉

    • 2. September 2011 20:53

      Ich bin halt kein Musical-Fan. Also eigentlich genau das Gegenteil davon, will man mich foltern, dann setzt man mich Musical-Musik aus. (Nur für „Glee“ mache ich eine Ausnahme).
      Entsprechend gehe ich komplett anders an dieses Buch heran. Wicked ist ein stellenweise fast grimmiger, sehr sozialkritischer Roman. Ich finde es bis heute sehr seltsam, dass man auf die Idee kommt DARAUS ein Musical zu machen. Mich erinnert da beim Lesen nichts an Singen und Tanzen. Eventuell erklärt sich dadurch die Enttäuschung vieler Leser.

      Ansonsten ist es was den Stil und bestimmte Handlungselemente angeht so nah am Tulpenhaus, dass ich das Gefühl habe, es reicht eines von beidem zu lesen, weil ich von den Wiederholungen fast ein wenig gelangweilt bin. Ich fand Wicked nur einfach etwas dichter und klarer.

  2. 3. September 2011 21:43

    Ich komme mit dramas inwzischen einfach nicht nach. yeah, das echte drama um das drama MTS war fast noch interessanter. He.

    Ji Sung ist alle mal ein Blick wert. Ke. Aber momentan brauche ich allgemein Pause von KDramas. Zu viel Arbeit… ^^ War aber nett, deine Gedanken zu lesen!

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