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Ilona Andrews: The Questing Beast + A Mere Formality

23. September 2011

Einer spontanen Eingebung folgend, habe ich mir vor einigen Tagen diese beiden Kurzgeschichten, die man kostenlos auf der Seite der Autoren herunterladen kann, auf meinen Reader gepackt und sie als kleine Happen vor dem Einschlafen gelesen.

 

Beides sind SF-Geschichten, beide sehr amüsant, die eine etwas romantischer, die andere etwas schräger.

In The Questing Beast geht es um eine Gruppe Wissenschaftler, die 2 Jahre auf dem Planeten Nemuria verbringt, um ihn zu erforschen und so einem Komitee zu beweisen, dass er erhaltenswert ist. Das Problem: Auf Nemuria leben niedliche Pelztierchen, die am liebsten Metall fressen, was jede Art von technischem Hilfsmittel zu einer gefährdeten Spezies macht. Deshalb ist Sean Kozlov dafür verantwortlich, die auf Papier verfassten Protokolle auf den einzigen, hochgesicherten Computer, den sie bei sich haben, zu übertragen.

Als durch ein Sicherheitsleck von intergalaktischen Hackern ein Virus eingeschleust wird, ist ihre gesamte Arbeit dahin. Wäre da nicht noch ihre AI, auf der ihr einziges erhaltenes Backkup gespeichert ist. Doch die legt plötzlich seltsame Anwandlungen an den Tag, die die Gruppe zu extremen Maßnahmen zwingt.

So kurz die Geschichte ist, 16 Seiten nur, so ein harter Brocken ist sie auch. Die vielen technischen Begriffe zu Beginn der Erzählung erfordern entweder einen in diese Richtung versierten Leser oder sehr viel Konzentration. Hat man sich da mal durchgebissen, wartet eine amüsante, aber doch sehr schräge Geschichte auf einen. Ich habe das Gefühl, dass Andrews sich in ihren kleinen Erzählungen, die sie selbst verlegt, austobt und über Dinge schreibt, die den Mainstream eher irritieren würden. Ich mag das sehr. Ihr Humor ist genau auf meiner Wellenlänge und ich mag auch diesen kleinen, sehr merkwürdigen Text.

 

Im Mittelpunkt von A Mere Formailty steht Deirdre, Offizierin des „Second Intergalactic Empire“ und Wissenschaftlerin. Das Empire steht kurz vor dem Abschluss einer wichtigen Allianz mit den komplizierten und gefährlichen Reigh. Dieser Bund ist ihre einzige Chance, ein Cluster von Sternen zu wirtschaftlicher Stärke zu verhelfen, ohne dabei von den niederträchtigen Vunta bedroht zu sein.

Doch ein diplomatisches Treffen der Völker wird zu einem Fiasko, als Nagrad, der Anführer der Reigh, bei dem Bankett nach dem Verspeisen eines Sushiröllchens tot umkippt.

Und nun verlangt Nagrads Sohn eine Wiedergutmachung, die doch noch den Bund zwischen den Völkern herbeiführen könnte: Er will eine hohe Geldsumme und Deirdre als seine Ehefrau …

Aus dem, was Andrews hier in nur 26 Seiten erzählt, hätten andere einen ganzen Roman gemacht. Ich rechne es Andrews‘ Talent, sehr dicht und knapp erzählen zu können, zu, dass diese SF-Romanze erstaunlich gut funktioniert. Mit nur wenigen Worten, erschafft sie die Grundzüge einer Welt und ihrer Bewohner und bevölkert sie mit Figuren, die erstaunlich viel Profil haben. Die aufkeimende Sympathie zwischen Deirdre Nagrads Sohn ist glaubwürdig, obwohl die beiden nur wenige Szenen miteinander haben. Wahnsinnig viel Romantik kommt natürlich nicht auf, denn auch Andrews kann den Prozess von Abneigung zu Liebe nicht in so wenig Raum ausreichend darstellen. Und doch, sie gewinnt dem altbekannten Motiv der unfreiwilligen Braut einen amüsanten Twist ab und weckt bei mir die Lust auf mehr.

Als Fazit zu diesen beiden Geschichten: Andrews ist eine der wenigen UF-Autoren, die mit knappen Textformen wirklich gut zurechtkommen. Ich habe aber immer ein wenig das Gefühl, dass sie zu viel Zeit auf die Einleitung verwendet und den Leser dadurch mit Informationen überschüttet, bevor der zum guten Teil der Geschichte durchdringen kann. Abgesehen davon aber mag ich, was sie erzählt. Die kostenpflichtigen Novellen muss ich mir auf jeden Fall noch zulegen.

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