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Leser-Bashing der Woche

4. November 2011

Der Preis für das amüsanteste Leser- und Genre-Bashing der Woche geht an: Glen Duncan.

Glen Duncan rezensiert für die New York Times den literarischen Zombieroman „Zone One“ von Colson Whitehead. Und er macht sich mehr Gedanken über die Leser, denen das Buch NICHT gefallen könnte, denn über die, denen es gefallen würde.

Ein kleines Best Of:

„A literary novelist writing a genre novel is like an intellectual dating a porn star.“

„Colson Whitehead is a literary novelist, but his latest book, “Zone One,” features zombies, which means horror fans and gore gourmands will soon have him on their radar. He has my sympathy. I can see the disgruntled reviews on Amazon already: “I don’t get it. This book’s supposed to be about zombies, but the author spends pages and pages talking about all this other stuff I’m not interested in.”Broad-spectrum marketing will attract readers for whom having to look up “cathected” or “brisant” isn’t just an irritant but a moral affront. These readers will huff and writhe and swear their way through (if they make it through) and feel betrayed and outraged and migrained. But unless they’re entirely beyond the beguilements of art they will also feel fruitfully disturbed, because “Zone One” will have forced them, whether they signed up for it or not, to see the strangeness of the familiar and the familiarity of the strange.“

„He knows reality — even the reality of a world overrun by gaga revenants — is always going to have more to it than the dictates of genre allow.“

Einerseits ist so etwas es gar nicht wert verbreitet oder kommentiert zu werden, zu sehr wird Genre- und Leser-Bashing derzeit zur Mode. Aber andererseits finde ich das Geheule der litarischen Elite viel zu amüsant, um es einfach so in der Vesenkung verschwinden zu lassen.Vor allem wenn es sich um das Geheule des Autors eines literarischen Werwolfromans handelt, dessen Buch auf Amazon.com nur eine magere 3,5 als Durchschnittsbewertung hat, und der jetzt den Autor eines literarischen Zombieromans bemitleidet, weil die Leser des Genres, mit dem man flirtet, schlicht zu doof sind, um Kunst zu begreifen.  Wer sich auf diese Weise lächerlich macht, hat es auch verdient, dass man über ihn lacht.

Einen guten Artikel, der diese Rezension ein wenig auseinandernimmt, gibt es hier.

3 Kommentare leave one →
  1. 27. November 2011 15:06

    Mann, mann, mann! Ob er wohl allen ernstes geglaubt hat, niemand könne sich an The Last Werewolf erinnern? Ich finde aber auch die Entscheidung der Redaktion seltsam, eine Kritik von jemandem zu kaufen, der persönlich so tief in der Thematik hängt. Sowas wird ja oft gemacht, aber ich frage mich generell, ob das so sinnvoll ist. Die Objektivität steigert das ja nun nicht.

    • 28. November 2011 20:05

      Aber vermutlich bringt es mehr Aufmerksamkeit, schätze ich.

      Hast du denn den Werwolfroman des Autors gelesen?

  2. 29. November 2011 09:49

    Bei ganz berühmten Autoren bestimmt, aber Glen Duncan ist glaub ich gar nicht sooo groß. Absurderweise hat er von diesem Werwolf-Ding offenbar viel mehr Exemplare verkauft als von seinen ersten Romanen.
    The Last Werewolf war eins der (zugegebenermaßen vielen) Bücher, die ich demnächst mal anschaffen und lesen wollte, aber nachdem ich Deinen Artikel und seine Rezension gelesen habe, ist er in meiner Prioritäten-Liste ein ganzes Stück nach unten gerutscht. Obwohl es schon nicht schlecht klingt Hast Du’s gelesen?

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