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Versuchungen im November (Jaja, etwas spät, ich weiß …)

16. Dezember 2011

Ja, ich lebe noch und nein, ich habe nicht vor, diesen Blog versauern zu lassen, das Leben hat mir nur ein kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb gibt’s meinen Novemberrückblick jetzt arg verspätet. Aber besser spät als nie, ne. Ab sofort gibt es übrigens auch die Rubrik „Musik“, weil ich finde, dass ich mich damit in den letzten Jahren viel zu wenig beschäftigt habe. Früher war ich ständig auf Konzerten und wusste immer, was es so Neues gibt. Aber irgendwo zwischen Arbeit und Studium ist mir das abhanden gekommen und jetzt bin ich ein bißchen auf der Suche nach neuen Anregungen. Empfehlungen sind also auch immer gerne gesehen.

Bücher im November

 Robin Wassermann: Skinned
Dystopischer Jugendroman. Tolle Idee und starker Beginn, der aber leider nicht halten kann, was er verspricht. Mal wieder ein Reihenauftakt, den ich nicht weiterverfolgen werde

Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
Den Vorgänger „Der Drachenläufer“ habe ich vor einigen Jahren ganz gerne gelesen. Dieses Buch fand ich unerträglich klischeehaft. Die Charaktere sind eindimensional und unterentwickelt, übermäßig eingesetzte Gewaltszenen zwingen den Leser trotzdem zur Anteilnahme. Weder sprachlich noch inhaltlich hat dieses Buch das zu bieten, was ich bei all dem Lob, das es bekommt, erwartet hätte. Definitiv nicht die „Weltliteratur“, als die es gerne bezeichnet wird.

Begonnen: Die Magier von Montparnasse
Gefällt mir bisher ganz gut. Sprachlich angenehm, atmosphärisch toll, inhaltlich interessant. Ich hadere noch ein wenig mit den Charakteren, die mir noch zu blass sind, aber ich bin auch noch ganz am Anfang.
Ich liebe das vom Jugendstil angehauchte Cover übrigens sehr. Auf der Buchmesse vor zwei Jahren gab es dieses Cover als Poster, das der Autor dann signiert hat. Eigentlich hätte ich es gerne unsigniert gehabt – ich bin kein Autogrammjäger und hatte auch noch nichts von dem Autor gelesen -, aber ich konnte ja schlecht hingehen und sagen: Bitte schreiben Sie nichts drauf. So habe ich etwas beschämt mein Autogramm von dem sehr freundlichen Herrn Plaschka entgegengenommen, während ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich schließlich nur hinter dem Poster her war.

TV-Serien im November

Ich habe endlich (!) mit A Game of Thrones begonnen. Abgesehen davon, dass ich offenbar mit den Jahren zum Weichei geworden bin, weil ich bei dem grusligen Prolog zweimal pausieren musste, gefällt mir die Serie bislang, nach 3 gesehenen Folgen, richtig gut. Bislang habe ich auch noch keine Probleme der Handlung zu folgen oder die Figuren auseinanderzuhalten, wie viele mir prophezeit haben. Wobei die Feinheiten mir vermutlich entgehen.
Ich schwelge in den Bildern und der Atmosphäre und bekomme richtig Lust, es doch mit den Büchern zu versuchen. Aber nachdem Herr Martin sich für einen Band schon mal gerne 3-4 Jahre Zeit lässt und mein Siebgehirn vermutlich von einem Band zum anderen ohnehin alles vergessen würde, habe ich es mir die Bücher bislang verkniffen und hoffe doch noch darauf, dass die Reihe irgendwann endet.

Musik im November

Diesen Monat habe ich eine Band für mich wiederentdeckt, deren CDs ich ganz lange nicht angerührt habe: Bloc Party. Wenn man mich auf irgendeine Tanzfläche dieser Welt bringen will, dann muss man nur deren Musik spielen. Ich liebe den ganz eigenen Stil der Band, der vor allem durch die für eine Indieband ungewöhnliche Stimme des Sängers bestimmt ist. Leider haben sich Band und Sänger wohl mittlerweile getrennt. Schade irgendwie. Die alten drei Alben kann man aber trotzdem noch hören.

Man kann über Seifenopern sagen was man will, aber die Leute, die da die Musikauswahl machen, haben manchmal einen ganz interessanten Musikgeschmack. So bin ich auch auf die Scanners gestoßen, deren Song Salvation einige wohl aus einer Gossip Girl Episode (die ich nie gesehen habe, weil ich die Serie nur 2 Staffeln lang verfolgt habe) kennen. Ich höre normalerweile extrem wenig Frauenstimmen. Einzige Ausnahmen in meinem CD-Regal dürften PJ Harvey, Sarah Bettens (K’s Choice) und ein paar asiatische Bands darstellen. Insofern ist das schon etwas Besonderes für mich. Leider konnte ich bislang keiner CD der Band habhaft werden, keiner der örtlichen CD-Dealer hatte sie vorrätig. Mal sehen, wo ich sie bestellen werde.


Und weil wir gerade bei Frauenstimmen sind und ich auch immer nach asiatischen Bands suche, die keinen zu harten Rock oder Plastikpop machen, stelle ich davon auch davon gleich eine vor. Dieses Mal ist es die koreanische Indiepop-Band Donawhale, die ich immer wieder gerne höre, wenn ich etwas ruhiges, unaufdringliches brauche.

Kdrama im November

Intrigen, Meuchelmord und Große Liebe im Korea des 15. Jahrhunderts gab es bei The Princess’s Man. Bislang habe ich mich von historischen Serien ferngehalten, aber dieser erste Ausflug ins Genre schreit nach Wiederholung. Ja, es ist melodramatisch und stellenweise auch arg kitschig. Aber wenn ich denn schon mal Lust habe auf so eine epische, semi-tragische Liebesgeschichte, dann muss sie so verdammt gut gemacht sein wie die hier.

Überrascht hat mich Me too Flower, das zwar eine völlig sinnfreie Story (Polizistin trifft auf reichen Designer, der sich als armer Normalo tarnt) hat, dafür aber mit unglaublich interessanten Charakteren mit menschlichen Abgründen aufwarten kann. Allein, um diesen Figuren zuzusehen, komme ich jede Woche wieder auf die Serie zurück.

Immer mehr ans Herz wächst mir auch Flower Boy Ramyun Shop. Vier Jungs, eine junge Frau, ein Nudelsuppenrestaurant und eine Menge Probleme. Für meinen Geschmack teilweise zu sehr Comedy, aber insgesamt viel zu liebenswert und amüsant, um es nicht anzusehen.

4 Kommentare leave one →
  1. 18. Dezember 2011 00:19

    Jaaaaa! Ein neuer Blogeintrag von dir, wie schön!

    Ach „Versuchungen“ sind doch schon. Ich bin gespannt, wie dir die „Magier“ schlussendlich gefallen, ich fand das Buch durch seinen eher ungewöhnlichen Stil im Genre sehr ansprechend!

    Und mit Musik geht es mir ähnlich wie dir – da ist in den vergangenen Jahren auch einiges auf der Strecke geblieben. Tipps kann ich leider kaum / keine gehen, ich höre nämlich zu 90% Frauenstimmen, fürchte ich.

    Meine Musikentdeckung (für mich) dieses Jahr war allerdings Adam Lambert – geht ein bisschen in die GlamRock-Richtung. Ich weiß nicht, ob du so etwas magst, aber ich bin MEGA-BEGEISTERT, weil er ne geile Stimme hat und ein sehr abwechslungsreiches Album (Pop, Balladen, Tanzbares … von Gute-Laune-Musik bis tragisch-verträumt-traurig).

    Mein Favorit:

    Vielleicht passts ja

    • 18. Dezember 2011 02:42

      Auf Adam Lambert bin ich vor kurzem auch aufmerksam geworden, weil er in der Jury von Project Runway saß und nicht ansatzweise so doof war wie das, was sich sonst dort tummelt. Ich mag seine Stimme, die ist wirklich schön. Nur das, was er singt, ist nicht ganz mein Geschmack.

  2. 2. Januar 2012 13:30

    Ha, endlich jemand, der meine Meinung zu Tausend strahlende Sonnen teilt! Ich habe schon an meinem Verstand gezweifelt, aber es ging mir genau wie Dir: Ich mag es nicht, wenn mir jemand allzu offensichtlich diese oder jene Emotion aufdrängen will!
    Die Magier von Montparnasse gehört zu den Büchern, um die ich in der Buchhandlung kontiniuierlich herumschleiche, weil das Cover SO schön ist! Im Januar habe ich mir strenges Buchkaufverbot auferlegt (Umzug – aaah!), aber danach werde ich da glaub ich sündig werden.

    • 4. Januar 2012 19:39

      Ging mir ähnlich. Ich hatte das Gefühl, ich bin der einzige Mensch, der dieses Buch nicht grandios findet. Gut zu wissen, dass ich nicht ganz allein bin.🙂

      Ich wäre auch noch ewig geschlichen, wenn eine Freundin es mir nicht spontan vererbt hätte. Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich noch immer nicht weitergelesen habe.

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