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[Rezension] Heart of Steel (The Iron Seas #2)

14. Januar 2012

He braced his hands against the sloping roof and leaned in close. „I knew you spared me. Shall I tell you what I thought as you dangled me over the mob of zombies?“
„Return the favor and spare me whatever idiot thought it was.“
„No, not idiotic.“ He waited until she looked up and met his eyes. „I thought, Finally, the mysterious and beautiful Captain Corsair is holding me in her arms. And I swore that you would again.“
Her brows rose. „And what part of that
isn’t idiotic?“

Heart of Steel – The Iron Seas, Band 2
von Meljean Brook

Verlag: Berkley, 2011
ISBN: 0425243303
Seiten: 311
Preis: ca. 12 €

Deutsche Ausgabe

Flammendes Herz – Die Eiserne See, Band 2

Lyx
ab Mai 2012
3802586328
9,99 €

Weitere Bände

Band 0: Here There be Monsters (Novella in Burning Up)
Band 1: The Iron Duke [dt.: Wilde Sehnsucht]
Band 1,5: Mina Wentworth and and the Invisible City (Novella als eBook)
Band 3: Riveted (erscheint 2012)
weitere Bände in Planung

Die Versuchung
Das „tolle“ Covermodel!😉
Nein, im Ernst, damit ich ein Buch mit so einem schaurigen Cover kaufe (das mir in der S-Bahn prompt hochgezogene Augenbrauen einbrachte :D), muss es schon einen guten Grund geben. Und dieser Grund ist schlicht die Tatsache, dass es mir Meljean Brooks verrückt vollgestopfte Steampunk-Welt einfach angetan hat und ich deshalb dieser Reihe nicht widerstehen kann.

Was habe ich erwartet?
Ich habe weniger etwas erwartet, als mehr etwas gehofft: In Band 1 gab es eine Szene, mit der ich eher unglücklich war und die meiner Begeisterung doch einen gehörigen Dämpfer verpasst hatte. Also hatte ich gehofft, so etwas nicht noch einmal lesen zu müssen, damit ich dieses Mal das Buch voll genießen kann.

Was habe ich bekommen?
Zwei sympathische Charaktere, ein unterhaltsames Abenteuer, aber auch einen ziemlichen Information overload.

Es war eines meiner am sehnsüchtigsten erwarteten Bücher in diesem Jahr und doch, als ich es dann hatte, musste ich es einige Wochen liegen lassen. Grund dafür war, dass zu dieser Zeit der erste Band The Iron Duke auf Deutsch erschien und zum Teil vernichtende Kritiken erhielt. Tatsache ist, dass Band 1 eine Szene enthielt, mit der ich auch eher unglücklich war. Und selbst wenn ich sie etwas anders einordne als andere Leser, diese Szene hat meine Begeisterung für die Iron Seas-Romane immer etwas gedämpft, und deshalb habe ich auch gezögert The Iron Duke zu rezensieren, einfach weil ich mir noch keine endgültige Meinung gebildet hatte. Die viele Kritik hatte mir diese Szene wieder sehr bewusst gemacht und ich hatte etwas Angst, dass ich im neuen Band auch wieder auf so etwas stoßen würde. (Zur Entwarnung: Nein, dieser Band ist anders.)
Wer an einer Rezension zu Band 1 interessiert ist, dem empfehle ich die von Desirée Kuthe auf popkulturschock. Das ist die Besprechung, die sich am ehesten mit meiner Meinung zu dem Buch deckt.

Wer noch nicht mit der Serie in Berührung gekommen ist, dem empfehle ich, zuerst meine Einführung dazu hier zu lesen.

In Heart of Steel geht es um Yasmeen, „Lady Corsair“, eine Art Luftschiffpiratin, die als gute Freundin des Iron Duke und Mad Machens schon in den Vorgängerbänden auftauchte. Yasmeen hat das titelgebende Herz aus Stahl, sie nimmt zwar gerne mal einen Mann mit in ihre Koje, aber Gefühle kommen für sie nicht in Frage. Zu blöd, dass Abenteurer Archimedes Fox es ausgerechnet darauf angelegt hat, das Herz der unerweichlichen Kapitänin zu erobern.
Sehr diplomatisch stellt er sich dabei aber nicht an, denn als Reisender auf Yasmeens Luftschiff schafft er es, sie so zu provozieren, dass sie ihn kurzerhand von Bord wirft – ungeachtet der Horde Zombies, die unten lauert.
Aber Archimedes wäre nicht Archimedes Fox, der Mann, dessen Abenteuer von seiner Schwester in populären Abenteuerromanen verwurstet werden, wenn er den Zombies nicht entkommen und zurückkehren würde, um sich zu holen, was ihm gehört: Eine Zeichnung Leonardo da Vincis, die Yasmeen an sich genommen hat. Doch er ist nicht der einzige, der hinter der Zeichnung her ist und bald finden Yasmeen und Archimedes sich als Verbündete wieder, die nicht nur um ihr Herz, sondern auch um ihr Leben fürchten müssen.

Heart of Steel ist gleichzeitig besser und schlechter als The Iron Duke. Besser sind die Protagonisten, schlechter ist der Plot. Die Begeisterung, die mich über die Häfte von The Iron Duke angetrieben hat, fehlte mir hier etwas. Dafür empfand ich das Buch als Ganzes aber als solider.

Fangen wir bei den positiven Dingen an: Yasmeen ist großartig als Heldin. Sie ist klug, selbstbewusst und stark. Und sie wird nicht nur so beschrieben, sondern sie ist es wirklich. Kein einziges Mal hatte ich das Bedürfnis, sie zu erwürgen, wie ich es sonst leider bei Romance-Heldinnen in 90% der Fälle habe. Yasmeen ist eine starke Frau, aber sie ist kein gefühlloses Mannweib. Sie hat eine sanfte, weibliche Seite, aber sie weiß genau, was sie will und sie hat keine Probleme damit, sich das auch zu nehmen.
Es braucht schon einen besonderen Mann, den man dieser Frau entgegenstellen kann: Archimedes Fox ist abenteuerlustig, humorvoll, stark, aber auch deutlich emotionaler als Yasmeen. Das ist eine perfekte Mischung, die ihn nicht schwach, aber auch nie zu dominant wirken lässt und ihn zum idealen Mann für Yasmeen macht:

„Ah,“ she said, watching his face. Her sneer mocked him. „It is easy to fall in love with a woman who is always making you feel more of a big, powerful man. You ought not to have picked me after all.“
„That isn’t it.“ He didn’t question his abilities. „It is simply difficult to know that I offer nothing at all to the woman I’m falling in love with.“
Her expression lightened. „You offer me nothing? Studpid man. You already give me what few men could. It is rare the man who has the confidence to let me be what I am, whether it is captaining an airship, climping atop you in a steamcoach, or brawling in a tavern.“

Ich bin ein Fan von Beziehungen auf Augenhöhe – etwas, was ich in diesem Genre so selten finde -, deshalb finde ich es so toll, was Meljean Brook mit diesen beiden Figuren macht.
Trotzdem empfinde ich übrigens „Heart of Steel“ nicht als übermäßig romantisch. Aber ich finde die meisten Bücher des Genres nicht romantisch. Es geht meist viel mehr um körperliche Anziehung, als um den Aufbau tieferer Emotionen. Amüsant und sexy war es trotzdem. Meljean Brook hat die Vorliebe zwischen den beiden Protagonisten ein kleines Spielchen aufzubauen. So wie Ivy jede Nacht in Mad Machens Bett schläft und jede Nacht die Wahl hat, mit einer Münze oder ihrem Körper für die Überfahrt zu bezahlen. Und ich erinnere mich dumpf an etwas Ähnliches im Iron Duke. Hier ist es deutlich weniger repressiv: Archimedes kündigt Yasmeen an, dass er vorhat, sich in sie zu verlieben. Und dass sie sich erst küssen werden, wenn sie ihn auch liebt und ihn zuerst küsst. Da Yasmeen alles tun würde, außer sich zu verlieben, Archimedes aber durchaus anziehend findet, umkreisen sich diese beiden Figuren ständig. Statt sich auf den Mund zu küssen, verharren sie mit den Gesichtern oft nur Milimeter voneinander entfernt. Sie berühren und befriedigen sich, haben aber lange keinen Sex. Meljean Brook hat ein Händchen für diese Spielchen und ich mag es ohnehin lieber, wenn es nicht gleich zur Sache geht.

Aber nun zu dem Teil, der etwas schwieriger war: Ich liebe Meljean Brooks Weltenkonzept sehr. Aber die Autorin müsste es wirklich mal unter Kontrolle bekommen und vielleicht ihren Büchern ein ordentliches Glossar und einen kleinen historischen Abriss zum Nachschlagen beifügen. Dann könnte sie sich die seitenlangen Geschichtsstunden sparen, die immer wieder die Handlung durchbrechen und mich ehrlich gesagt etwas verwirrt haben. Da ich mit Namen auch nicht gut kann, habe ich zwischendurch immer mal wieder vergessen, wer nun wer war und wer was aus welchem Grund gemacht hat, so dass ich dem eigentlichen Plot stellenweise nicht ganz folgen konnte. Das mag an meiner Namensschwäche liegen, aber ich glaube, ich bin nicht die einzige mit diesem Problem.
Die abenteuerliche Reise von Yasmeen und Archimedes war ganz nett, sorgte für den ausgleichenden Action- und Zombieanteil neben der Romantik, wurde mir aber zum Ende hin fast ein wenig zu lang. Die Auflösung empfand ich nicht in allen Punkten logisch, aber es mag sein, dass mir da schlicht etwas im Namenskuddelmuddel verloren gegangen ist. Die Iron Seas Romane gehören definitiv zu denen, bei denen ich immer das Bedürfnis habe, sie noch einmal zu lesen, um alle Details zu entdecken und zu verstehen.

Ein Problem dieser Reihe ist sicher, dass sie zwei Genres verbindet, deren Leser sich nicht unbedingt überschneiden müssen. Wer Steampunk-Abenteuer mag, der wird unter Umständen über das romantische Gepienze und die typischen Genreelemente genervt sein. Wer eher der Romance-Fraktion angehört, dem könnte der Romantikanteil zu klein, dafür der Weltenbau zu überladen sein. Am glücklichsten werden die Leser sein, die sich genreübergreifend wohlfühlen und auch mit schrägen oder unkonventionellen Ideen kein Problem haben.
Ich glaube, dass der Autorin die Durchmischung von Steampunkabenteuer und Romance dieses Mal besser gelungen ist als im Iron Duke, der in der ersten Hälfte fast nur Krimi war und in der zweiten plötzlich auf Liebesroman umstellte. Gewünscht hätte ich mir vielleicht nur etwas mehr Interaktion – abseits der erotischen – zwischen den Figuren, um die Liebesgeschichte glaubhafter zu machen.

Für mich als Nicht-Romance-Fan, der aber durchaus Spaß an Romantik und Erotik hat, sind Meljean Brooks Romane eine unterhaltsame Mischung zwischen den Genres, die mir trotz allem einen Heidenspaß machen. Mehr davon, bitte!

[Mein Wunsch wird mir erfüllt werden, wenn ich die Informationen auf Meljean Brooks Seite richtig deute, wird es nun mindestens 3 weitere Romane und etliche Novellen geben, die recht kurz aufeinanderfolgen werden. Ich hoffe ja sehr, dass eine der Heldinnen in den Folgebänden Archimedes‘ Schwester Zenobia sein wird, denn von ihr und ihren Abenteuerromanen hätte ich gerne noch mehr gelesen.]

Das deutsche Cover zu Band 2 ist definitiv eine Steigerung. Zwar trägt Yasmeen keine Kleider, sondern Hosen, aber das Abenteuerliche fängt die Illustration gut ein. Hier noch einmal in voller Größe:

Wertung: 4,0 (von 5,0)

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