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Kdrama – 2. Halbjahr 2011

28. Januar 2012

Auch für das zweite Halbjahr 2011 gibt es natürlich wieder einen Rückblick. Das erste Halbjahr kann man hier nachlesen.

Ich war überrascht, dass so viele US-Blogger das Dramajahr 2011 als extrem schlecht empfanden. Für mich war es das Jahr, in dem ich mehr Kdrama als je zuvor gesehen habe und doch ziemliche Freude an den meisten Serien hatte. Ich hatte nicht das Gefühl im Verhältnis auf mehr Nieten gestoßen zu sein, als in den fünf Jahren zuvor. Alles in allem bin ich zufrieden mit 2011.

You’ve Fallen for Me (Heartstrings) (넌 내게 반했어)
MBC, 15 Episoden (29. Juni – 18. August), DramaWiki

„Dream High“ zu Beginn des Jahres hat eine wahre Flut von Musikserien freigsetzt, die über das Jahr verteilt liefen. Ein Vertreter dieser Kategorie war You’ve fallen for me. Auch diese Serie spielt an einer Musikschule. ‚Traditionelle gegen Moderne Musik‘ ist das Motto, unter dem sich zwei junge Menschen begegnen, bekriegen und irgendwann lieben lernen. Gespielt wurden die beiden von Park Shin Hye und Jung Yong Hwa, die bereits 2010 in „You’re beautiful“ gemeinsam vor der Kamera standen. Da Jung Yong Hwa damals das Mädchen aber nicht kriegte, war You’ve Fallen for me für die Fans des Pairings vielleicht eine Versöhnung. Vielleicht aber auch nicht.
Jung Yong Hwa hat seit „You’re Beautiful“ viel dazugelernt. Was nichts daran ändert, dass er einfach kein guter Schauspieler ist. Also lasst den Jungen doch bei dem bleiben, was er kann: Musik machen. Muss ja nicht jeder zwanghaft auf allen Kanälen vermarktet werden. Park Shin Hye ist niedlich und sympathisch, aber auch keine große Schauspielerin und beide zusammen geben für mich ein süßes, aber leider auch eher langweiliges Pärchen ab.
You’ve Fallen for me habe ich dennoch angetestet, weil mir Dream High so gut gefallen hatte und die sommerliche Optik der Promoposter und Trailer einfach Laune machten. Am Ende waren es auch gar nicht die Darsteller, die mich das Drama nach 9 Folgen haben abbrechen lassen, sondern der mäandernde, sinnlose Plot, an dem ich irgendwann jegliches Interesse verloren habe.

Myung Wol the Spy (스파이 명월)
KBS2, 18 Episoden (11. Juli – 06. September), DramaWiki

Ach, Myung Wol. Was hättest du sein können …

Eine junge nordkoreanische Spionin soll in Südkorea einen großen Popstar zur Heirat verführen und ihn so in den Norden verschleppen. Der Grund: Dort gibt es einfach keine so tollen Entertainer. Wie wunderbar absurd, vor allem weil Myung Wol ihr Leben lang zur Elitesoldatin ausgebildet wurde und keinerlei Erfahrung mit Männern oder auch nur Ahnung von ihrer eigenen weiblichen Seite hat.

Die erste Häfte dieser Serie war einfach nur toll. Witzig, überdreht, charmant und schräg. Dann kam der große Knall: Hauptdarstellerin Han Ye Seul hatte Differenzen mit dem Regisseur, kam nicht mehr zum Set und floh in die USA. Da rächte sich einmal mehr, dass diese Serien parallel zur Ausstrahlung unter wegen des Zeitdrucks für Darsteller und Produktionsteam extremen Verhältnissen gedreht werden. Tagelang wusste man nicht, was passieren würde: Ersetzt man die Schauspielerin? Lässt man die Figur sterben? Auf jeden Fall musste die Entscheidung schnell kommen, denn das gedrehte Material reichte nur noch für eine Episode. Dann kam Han Ye Seul zurück und drehte weiter. Man möchte denken, sie hatte vor ihrer Flucht das Drehbuch für die kommenden Episoden gesehen, dann ab hier ging es schnurstracks bergab.
Den bis dahin schlechten Einschaltquoten wirkte man entgegen, indem man am Skript herumdoktorte (nicht, dass das je einen positiven Effekt gehabt hätte): Weg mit dem Witz, her mit sinnlos klischeehaftem Drama. So rapide ging es bergab mit Myung Wol, dass ich nicht einmal mehr die letzten Episoden gesehen habe.
Liebe Kdrama-Schreiber, ich verzeihe euch oft genug Dinge, die die feministische Zuschauerschaft auf die Palme bringen. Aber hier habt ihr zwei Mal meine Schmerzgrenze überschritten. So kann man eine tolle Idee zugrunde richten. Ich will meine 10 Stunden Lebenszeit zurück!

The Princess’s Man (공주의 남자)
KBS2, 24 Episoden (20. Juli – 06. Oktober), DramaWiki

Wer braucht schon Essen und Schlaf, wenn er Intrige, Mord und große Liebe im historischen Korea haben kann? Ich zumindest nicht. In The Princess’s Man bin ich erst nach Ausstrahlung eingestiegen und das war gut so, denn ab Folge 6 habe ich einen nie dagewesenen Marathon hingelegt, bis ich jede der 24 einstündigen Folgen gesehen hatte.

Die Geschichte spielt im Korea des 15. Jahrhunderts. Die Handlung ist zum größten Teil fiktiv – so sind die Protagonisten und ihre Liebesgeschichte reine Erfindung -, basiert aber auf tatsächlichen politischen Vorgängen in dieser Zeit.
Zu Beginn der Ereignisse haben wir einen kränkelnden König, der sein Ende nahen sieht. Zwar hat er eine Tochter im heiratsfähigen Alter, aber nur ein Sohn wäre als Thronfolger möglich und der ist noch sehr jung. Er ahnt, dass sein machtgieriger Bruder nach seinem Tod alles tun wird, um sich selbst auf den Thron zu befördern. Aus diesem Grund will er seine Tochter mit dem Sohn seines engsten Vertrauten verheiraten, um dessen Loyalität zu stärken. Und hier beginnen die Schwierigkeiten. Denn auch der intrigante Bruder hat eine Tochter, Se Ryung, und auch er hatte jenen jungen Mann, Seung Yoo, als seinen Schwiegersohn im Auge.
Durch einen Zufall lernen sich Se Ryung und Seung Yoo kennen, ohne dass er wüsste, wer sie ist. Die beiden verliebten sich und eigentlich wäre alles großartig, hätte nicht das Interesse des Königs an Seung Yoo ihn mittlerweile direkt in die Schusslinie befördert. Letztlich wird er keine der beiden jungen Frauen heiraten, sondern muss um sein Leben fürchten, denn der König stirbt, und nun beginnt für seinen Bruder die Jagd nach dem Thron. Zwischen all dem Morden und den Intrigen droht dieses unmögliche Paar aufgerieben zu werden und trotzdem kommen beide nicht voneinander los.

Zur Hölle war das spannend. Ja, es war kitschig, ja es war melodramatisch und sogar klischeehaft, aber diese Serie war einfach unglaublich gut gemacht. Nach sechs eher ruhigen, aber optisch sehr ansprechenden Einleitungsepisoden wird man hineingezogen in die Geschichte, man lacht und leidet, man fiebert mit den Liebenden, man hasst die Bösen und vergisst alles um sich herum. Es ist ein kleines Kunststück, so eine Geschichte in über 24 Stunden zu erzählen und trotzdem die Spannung nie abfallen zu lassen.
Aber nicht nur die Handlung war es, die mich für diese Serie eingenommen hat. Es waren die Figuren, allen voran die weiblichen, die mich fasziniert haben. Se Ryung und die Prinzessin sind sehr starke Frauen. Sie können in ihrer Position nicht kämpfen, kein Schwert schwingen, aber sie nutzen alles, was ihnen zur Verfügung steht, um in all dem Hass und dem Morden zu bestehen, den Männern kleine Siege abzutrotzen und das zu bewahren, was ihnen wichtig ist.

Dass mir The Princess’s Man letztlich so sehr gefiel hat mich überrascht, denn eigentlich habe ich mich bislang weitgehend vom historischen Genre ferngehalten. Im Vorfeld neugierig gemacht hatte mich allein die Tatsache, dass Park Shi Hoo und Moon Chae Won mitspielen, die mir beide in vorhergehenden Rollen gut gefallen hatten. Beide fand ich auch hier gut, sie geben ein schönes Pärchen ab und die Chemie stimmt auch. Und Park Shi Hoo sorgt als dunkler Rächer spätestens im Mittelteil für Bewegung im weiblichen Hormonhaushalt.😉 Schauspielerisch waren die Highlights vor allem in den Nebenrollen zu finden. Die Darstellerin der Prinzessin zum Beispiel war wirklich großartig.
Am Ende waren es die vielen positiven Stimmen, die mich zum Schauen der Serie verführten. Und in diese Stimmen möchte ich mich einreihen: War City Hunter mein Favorit für das erste Halbjahr, dann ist The Princess‘ Man mein liebstes Kdrama im zweiten Halbjahr 2011.

Scent of a Woman (여인의 향기)
SBS, 16 Episoden (23. Juli – 11. September), DramaWiki

Zu Scent of a Woman habe ich hier im Blog ja schon mehr als genug geschrieben. Es war meiner erster Recap-Versuch (der leider auch noch nicht abgeschlossen ist) und vermutlich auch mein vorerst letzter. So viel Spaß es machte, so viel Zeit verschlang es auch und mein derzeitiger Beruf lässt mir die vielen Stunden nicht, die es braucht, um einen einzigen Recap zu schreiben.
Aber zurück zu Scent of a Woman. In aller Kürze für die, die die Recaps nicht verfolgt haben: Es geht um eine junge Frau, die die Diagnose bekommt, dass sie nur noch ein halbes Jahr zu leben hat. Erstmals wird ihr klar, dass sie ihr Leben bislang nicht gut genutzt hat. Sie hat sich in der Arbeit schikanieren lassen, nie einen Urlaub gemacht, nie schöne Kleider gekauft, sich nie verliebt. Und jetzt will sie das alles nachholen. Sie kündigt, kauft schöne Kleider, macht einen Urlaub und verliebt sich in den jungen Chef ihrer ehemaligen Firma. Doch letztlich kann sie so der Krankheit nicht entfliehen und irgendwann wird der Moment kommen, in dem sie ihm und ihrer Mutter ihren Zustand gestehen muss.
Mir hat „Scent of a Woman“ gut gefallen. Vor allem die ersten sechs Episoden und die letzten zwei. Was dazwischen kam, hätte man gerne ganz streichen bzw. eindampfen können. Da ist viel klassisches Kdrama-Drama. Die eifersüchtige Rivalin, der lieblose Vater … Damit hat man die Geschichte ein wenig ihrer Wirkung beraubt. Denn Scent of a Woman war am besten in seinen ruhigen, menschlichen Momenten. Wenn die Heldin hört, wie die Uhr auf ihrem Nachttisch ihre Lebenszeit wegtickt, wenn ihre Mutter mit ihr im Sommer einen Wintermantel kaufen will, den sie nie wird tragen können. Wenn sie sich in einen Mann verliebt und realisiert, wie sehr es ihn verletzen wird, wenn er erfährt, dass sie sterben wird. Das allein hätte gereicht. Auch der schroffe junge Arzt, der nach und nach immer mehr seine menschliche Seite entdeckt, dabei aber so verletztlich wird, dass er beinahe daran zerbricht, war eine tolle Figur – eigentlich fast mein Liebling.
Die Begeisterung, die ich direkt nach dem sehr gelungenen Finale empfunden habe, ist mittlerweile etwas abgekühlt, aber Scent of a Woman gehört trotzdem zu meinen Lieblingen in diesem Jahr.

Protect the Boss (보스를 지켜라 )
SBS, 18 Episoden, (03. August – 29. September), DramaWiki

Protect the Boss stand eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Trailer und Promoposter machten mich nicht besonders an, sahen albern und trashig aus. Dann entwickelte sich Myung Wol zum Desaster, ich war etwas frustriert und eine Freundin sprach nonstop von dieser Serie. Schlechter konnte es eigentlich nicht mehr werden, also wagte ich es doch und war selbst nach wenigen Folgen völlig verliebt in diese charmante romantische Komödie.

No Eun Soel würde alles für die Chance geben, einen guten Job zu bekommen. Leider ist alles, was potentielle Arbeitgeber sehen, ihre eher schlechten Noten und die Liste ihrer Jugendsünden. Eun Soel kann sich ihrer Haut erwehren und hat das auch immer gemacht, was in der ein oder anderen Prügelei zu viel mündete.
Und dann kommt die Chance doch: Eun Soel wird die Sekretärin von Cha Ji Heon, dem unreifen Sohn eines Firmendirektors. Das Ziel dieser Besetzung ist nicht zu schwer zu durchschauen: Jemand will Ji Heon eine schlechte Sekretärin verpassen, damit der ohnehin schon als verantwortungslos geltende junge Mann, sich endgültig für die Nachfolge als Unternehmenschef disqualifiziert. Dieser Jemand ist niemand anderes als Ji Heons Tante, die ihren ambitionierten Sohn, Moo Won auf den Firmenthron hieven möchte.
Zunächst sieht es aus, als ob das funktionieren könnte, denn Ji Heon steckt seine ganze Energie in das Unterfangen, seine neue Sekretärin wahnsinnig zu machen. Doch Eun Soel ist die erste, die genauer hinsieht und merkt, dass hinter dem Verhalten ihres neuen Chefs eine Menge mehr steckt und es gelingt ihr, zu ihm durchzudringen. Etwas mehr als ihr lieb ist, denn Ji Heon verliebt sich in sie. Und wie die klassische RomCom-Konstellation es verlangt, bleibt er nicht der einzige.

So konventionell und austauschbar der Handlungsabriss klingt, Protect the Boss war irgendwie anders als die meisten koreanischen romantischen Komödien, die ich bis dahin gesehen habe. Obwohl auch hier intrigiert und um die Firmenvorherrschaft gestritten und um Liebe rivalisiert wird, ist das alles nicht so verbissen. Der Firmenboss und seine machthungrige Schwägerin erinnern manchmal an kleine Kinder im Sandkasten, die sich mit Schäufelchen gegenseitig ihre Kuchen kaputthauen. Der Vater verzweifelt an seinem nichtsnutzigen Sohn, aber trotz einer Standpauke nach der anderen ist er keiner dieser gefühlskalten Väter, im Gegenteil, man merkt, dass er diesen Jungen abgöttisch liebt. Die Cousins, die zu Rivalen um Eun Soels Herz werden, kabbeln sich die ganze Zeit und schlafen schon einmal mit dem Kopf auf der Schulter des anderen im Taxi ein. Das Beste ist aber Eun Soels Rivalin. Dieser Typ Frau ist normalerweise ein intrigantes, nerviges Biest, das jegliche Selbstachtung verliert, um den Mann zu bekommen, den es nicht haben kann. Das biestigste, was die Nebenbuhlerin in Protect the Boss tut, ist Eun Soel ihr Softeis auf’s Kleid zu klatschen. Eun Soel klatscht zurück und damit ist der Weg frei für eine göttliche Frauenfreundschaft zwischen Fräulein Eiscreme, Eun Soel und ihrer Mitbewohnerin. Es ist einfach nur herrlich, das anzusehen.
Dass das alles so drollig und amüsant klingt, bedeutet aber nicht, dass es keine ernsten Töne gab. Tatsächlich hatten einige dieser Figuren eine überraschende Tiefe. Ji Heons kindisches Verhalten ist nicht allein darin begründet, dass er unreif wäre. In ihm drin steckt durchaus auch ein Erwachsener. Aber zwischen diesen beiden Teilen seiner Persönlichkeit, stehen tief verwurzelte Ängste. Und nur der tatkräftigen, selbstbewussten Eun Soel gelingt es, ihn an der richtigen Stelle zu packen und den erwachsenen Menschen, der Verantwortung übernehmen kann, hervorzubringen.
Ji Heon wird toll gespielt von Ji Sung, der mir schon in Royal Family positiv aufgefallen war. Er rockt nicht nur das, was wohl die bescheuertste Frisur aller Zeit ist, es gelingt ihm auch den Wandel vom Kind zum Erwachsenen sehr beeindruckend darzustellen und den Zuschauer für seinen Charakter einzunehmen. Nicht zuletzt, wie er Eun Soel ansieht: So ernst, intensiv, ehrlich und voller Gefühl, dass man den Mopp auf dem Kopf glatt vergisst.😉
Zu meinem Leidwesen wurde die Serie um zwei Episoden verlängert, was am Ende dann doch einen überlangen dramatischen Teil in die Handlung brachte. Man lässt beide Figuren in diesen letzten Folgen so idiotisch handeln, dass ich ziemlich vergrätzt war, als die letzte Episode beendet war. Ein klassischer Fall von einer großartigen Serie, die von ihrem Ende verpatzt wird.
Trotzdem ist Protect the Boss ein besonderer Vertreter seines Genres und ist es definitiv wert angesehen zu werden.

Girl K (소녀K)
CGV, 3 Folgen, (27. August – 10. September), DramaWiki

Girl K ist die böse kleine Schwester von City Hunter. War der City Hunter eher brav und edel in seinem Bestreben nicht zu töten, mäht Girl K im Laufe der drei Episoden so viele Leute nieder, wie nur ein wütendes, traumatisiertes Mädchen es kann.
Auch Girl K ist eine Rachegeschichte. Es geht um die junge Yeon Jin, die wegen ihrer wiederholten Prügeleien von der Schule fliegt. Als sie am Abend mit ihren Freunden am Hafen herumhängt, beobachten sie ein paar Thais, die seltsame Kisten ausladen. Ihre Freunde pöbeln die Männer an, die plötzlich ihre Messer ziehen. Ein blutiger Kampf entbrennt, der abrupt endet, als ein geheimnisvoller Mann im Anzug auftaucht und jeden Einzelnen der Anwesenden erschießt. Yeon Jin kann sich verstecken und beobachtet, wie der Mann einen Behälter mit einer Flüssigkeit an sich nimmt. Yeon Jin gelingt es, den Mann zu überwältigen, der dabei den Behälter verliert. Kurz darauf wird sie erpresst: Sie muss den Behälter ausliefern, sonst würde ihre Mutter, die entführt wurde, getötet. Und ihre Mutter wird längst nicht der einzige Mensch in Yeon Jins Leben sein, der in die Schusslinie gerät.
Girl K ist der perfekte Ausgleich zu all den zuckrigen romantischen Komödien, von denen ich mich sonst gerne berieseln lasse. Es ist blutig, böse und schonungslos. Der geringe Umfang von drei Episoden macht es schön dicht, die Geschichte ist optimal auf die drei Teile aufgeteilt. Ich hätte durchaus noch mehr Episoden davon sehen können, aber ich fand 3 Teile völlig ausreichend.
Schön fand ich, dass es nicht nur in hirnloses Gemetzel ausartete, sondern es auch leise Momente gab, in denen Yeon Jin nicht nur als erbarmungslose Tötungsmaschine, sondern auch als verängstigtes, trauriges Mädchen gezeigt wurde.
Die Asiaten beherrschen es einfach, beeindruckende Kampfszenen mit cooler Optik in Szene zu setzen, das merkt man auch bei einer für’s Fernsehen bestimmten Produktion wie Girl K. Sehenswert!
Vampire Prosecutor (뱀파이어 검사 )
OCN, 12 Folgen, (02. Oktober – 18. Dezember), DramaWiki

Bei Vampire Prosecutor bin ich mit nur 3 gesehenen Folgen rettungslos hinterher, obwohl ich es sehr mag. Es ist eine Vampir-Krimiserie, mit einer faszinierend kühlen Optik und Atmosphäre, die es angenehm von ähnlichen US-amerikanischen Formaten abheben. Wir folgen einem Staatsanwalt, der zum Vampire gemacht wird und am Geschmack des Blutes eines Opfers dessen Todesmoment sehen kann. Um ihn herum schart sich ein Team von sympathisch eigenwilligen Figuren. Jede Woche wird ein Fall gelöst und nebenher verläuft noch ein umfassender Handlungsbogen. Offenbar überzeugte das Ende der Serie und man denkt über eine Staffel 2 nach. Bis dahin will ich dann aber alle Folgen gesehen haben!
Flower Boy Ramyun Shop (꽃미남 라면가게)
tvN, 16 Folgen, (31. Oktober – 20. Dezember), DramaWiki

Ich glaube, ich bin eine der wenigen Leute, die diese Serie nicht abgöttisch lieben. Ich mag sie. Mein Problem ist nur: Sie ist mir zu sehr Comedy. Ich schwelge gerne in Emotionen und die Serie überzeichnet mir ihre Charaktere zu sehr und tötet damit ihre emotionalen Momente. Auch der Humor trifft bei mir auch nicht immer zu 100%. Es gibt nur so viele Toilettenwitze, die ich wegstecken kann. Selbst wenn sie hier clever eingesetzt sind, es ist einfach nicht mein Ding.

Es geht um eine junge Frau, Eun Bi, die am Ziel ihrer Träume ist, als sie endlich die harte Prüfung besteht und Lehrerin werden darf. Aber dann kommt ihr Freund aus der Armee zurück und hat sich in der Zwischenzeit eine andere angelacht, ihre Schüler sind Gören, die nur wenige Jahre jünger sind als sie selbst und ihr Vater stirbt und hinterlässt ihr ein Nudelsuppenrestaurant. Oder besser gesagt: Er vermacht es einem jungen Mann – und nicht nur das Restaurant, sondern seine Tochter Eun Bi als Ehefrau noch dazu.
Eun Bi hat in der Zwischenzeit aber schon andere Männerprobleme. Sie trifft auf den gutaussehenden Chi Soo und denkt (durch ein Missverständnis) er wäre ein schicker Geschäftsmann. Nur um hinterher festzustellen, dass er ein selbstsüchtiger, verwöhnter Bengel ist, der sechs Jahre jünger als sie und noch dazu ihr Schüler ist. Und all das verhindert leider nicht, dass er sie ständig emotional aus dem Konzept bringt.
Um es kurz zu machen: Eun Bi und ihre zwei Männer betreiben zusammen mit zwei anderen Jungs irgendwann das Nudelsuppenrestaurant ihres Vaters. Da ist eine Menge Chaos vorprogrammiert und es wird eine Weile dauern, bis Eun Bi wieder zur Ruhe kommt und aus dem Bengel Chi Soo ein Erwachsener geworden ist, der lernt etwas anderes als die eigenen Bedürfnisse zu sehen.

Die Serie ist absolut charmant und witzig und vor allem Jung Il Woo ist ein echtes Highlight der Serie. Ich muss zugeben, vor diesem Jahr hatte ich Jung Il Woo für einen talentlosen Kleinmädchenschwarm gehalten, ich hatte ja auch nur als sterbenslangweiligen Second Lead im katastrophalen „My Fair Lady“ gesehen. Aber 2012 hat er sowohl in „49 days“ als auch hier eine so tolle Vorstellung hingelegt, dass er mittlerweile zu meiner Liste der „must see“-Schauspieler gehört. Demnächst muss ich unbedingt „Return of Iljimae“ sehen.
Was „Flower Boy Ramyun Shop“ angeht, fehlte mir einfach etwas. Ich habe nie der nächsten Folge entgegengefiebert, sondern die Serie ganz entspannt verfolgt. Zur großen Begeisterung reichte es also nicht, aber eine nahezu perfekte letzte Episode hat mich sehr befriedigt zurückgelassen.

Mee too, Flower (나도, 꽃!)
MBC, 15 Episoden (09. November – 28. Dezember), DramaWiki

Kaum eine Serie dürfte in diesem Jahr so unter Wert verkauft worden sein wie „Me too, Flower“. Damit will ich gar nicht sagen, dass dieses Drama qualitativ herausragend war, das war es definitiv nicht, aber die Promo dazu war so katastrophal, dass viele potentielle Zuschauer es wohl gar nicht beachtet haben. Das begann schon damit dass der Hauptdarsteller kurz vor Drehbeginn verunglückte und aufgrund der Verletzung nicht antreten konnte. Sein Ersatz war gute 10 Jahre jünger und man fragte sich, wie das funktionieren soll. Zumal der Sendebeginn unmittelbar bevorstand. Die Promoposter schließlich verkauften uns die Serie als leichte Komödie und gerade das war es trotz amüsanter Momente nicht.
Im Mittelpunkt steht die junge Polizistin Bong Sung. Mit Anfang Dreißig befindet sie sich an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie all das, was man sich zu diesem Zeitpunkt wünscht erreicht zu haben, nicht erreicht hat. Sie wartet seit Jahren vergeblich auf eine Beförderung, ihr Freund hat sie verlassen und sie lebt allein im Haus ihrer geschiedenen Eltern, die beide mittlerweile wieder verheiratet sind. Bong Sung fühlt sich ungeliebt, ergeht sich in Kleinmädchenfantasien über „Pink Chicken“, das Popsternchen, dessen Poster über ihrem Bett hängt. Sie verliert oft die Beherrschung und wird deshalb sogar zu einem Psychiater geschickt. Sie hasst, wie sie ist und kann doch nicht aus ihrer Haut.
Sie trifft auf Jae Hee, einen jungen Designer, der es in wenigen Jahren von nichts zu einem erheblichen Vermögen gebracht hat. Das Manager-Dasein liegt ihm nicht, er nimmt sogar undercover einen Job beim Parkservice seiner Firma an und fühlt sich da am wohlsten. So lernt Bong Sun ihn auch kennen. Er hat einen dunklen Fleck in der Vergangenheit, er ist Schuld an einem Autounfall, bei dem der Mann seiner heutigen Geschäftspartnerin getötet wurde. Deshalb lebt er auch mit ihr in einem Haus und kümmert sich um ihren vaterlosen Sohn.
Als Bong Sun und Jae Hee aufeinandertreffen fühlen sie sich beide von dieser Dunkelheit im jeweils anderen angezogen und scheinen ineinander Trost zu finden und sich gegenseitig zu heilen. Aber mit all ihren Verwicklungen und Geheimnissen steht den beiden noch ein schwerer Weg bevor.

„Me too Flower“ hat mich zu Beginn durch sehr interessante Haupt- und Nebencharaktere überzeugt. Beide haben Abgründe in ihrer Persönlichkeit, die Potential für spannende Entwicklungen bieten. Zusammen sind sie eines der intensivsten, schönsten und charismatischsten Pärchen des Kdrama-Jahres 2011. Auch, weil es so schön ist zu sehen, wie sehr sich die beiden Schauspieler in ihre Rollen werfen und alles herausholen, was sie können.
Aber wie ich schon bei „Lie to me“ sagte: Ein schönes Pärchen reicht nicht für ein gutes Drama. Und leider war es auch hier so, dass man die Story vergessen konnte. Sie war zwar nicht ganz so hanebüchen und nichtexistent wie bei „Lie to me“, aber eigentlich nur eine Aneinanderreihung von abgenutzen Handlungselementen, was bedeutete: Viel Intrige, viel Drama, viel Geheule. Die letzten 5 Folgen konnte man eigentlich, bis auf das weihnachtspäckchenmäßig zurechtgeschnürte Finale vergessen. Sehr Schade, denn ich hätte es toll gefunden, diese Figuren in einer spannenderen Geschichte zu ihrem finalen Leitsatz reisen zu sehen: Die Liebe heilt alles.

Color of Woman (컬러 오브 우먼)
Channel A, ? Episoden (05. Dezember – ?), DramaWiki


Süße, sehr konventionelle romantische Komödie über ein Pärchen, das sich zehn Jahre nach ihrer Trennung wiedertrifft. Damals waren sie beide noch Studenten, jetzt sind sie Erwachsen, er führt vorübergehend die Kosmetikfirma seines erkrankten Vaters, sie heuert dort an, nachdem sie ihre Professur verloren hat, weil sie ihren Vorgesetzten zu unbequem wurde.
Beide sind kleine Wissenschaftsnerds und zusammen einfach herrlich, wenn sie sich kabbeln. Vor allem, wenn sich langsam enthüllt, welches Missverständnis ihre Trennung herbeigeführt hat.
Ich will gar nicht zu viel zu der Serie schreiben, sie ist tatsächlich nicht mehr und nicht weniger als eine nette romantische Komödie. Die erste Hälfte war noch lebendig und witzig, in der zweiten folgt sie so sehr den Handlungselementen, die man aus diesen Serien kennt, dass ich vor Langeweile abgebrochen habe. Wenn zwei erwachsene Menschen, schlimmer als Teenager nebeneinandersitzen und sich nicht trauen, sich zu küssen, dann kann ich das nicht mehr ernst nehmen. Kann man sehen, muss man aber nicht.

Und was bringt 2012 ?

Viel habe ich noch nicht gesehen von 2012. Das erste Highlight des Jahres dürfte das historische „The Moom embraces the Sun“ sein, von der ich aber noch keine Episode gesehen habe (ich habe es aber fest vor!). Auch „History of a Salaryman“ bekommt viel Lob, weckt allerdings mein Interesse so gar nicht. Ich verfolge im Moment ledigliche die leichte romantische Komödie „Wild Romance“ um eine junge Frau, die Bodyguard eines Baseball-Spielers wird. Problem nur, sie ist glühender Fan der verfeindeten Mannschaft und hasst diesen Kerl so sehr, dass sie sogar ein Anti-Fan-Forum für ihn betreibt. Nach vier sehr klamaukigen ersten Folgen pendelt es sich ein, und da ich „Ich hass dich – ich lieb dich“-Geschichten so gerne mag, habe ich richtig Freude dran.

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