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Ein kleines Update

25. März 2012

Mal wieder ist einige Zeit seit dem letzten Eintrag vergangen und da mir im Moment etwas die Zeit für ausführliche Reviews und Berichte fehlt, fasse ich kurz zusammen, was mich in Sachen Bücher so in den letzten Wochen so beschäftigt hat. Es wird um gelesene Bücher gehen, um die Buchmesse und um meine Balkongartenpläne.

Gelesene Bücher

„A Spy in the House“ von Y.S. Lee ist der Auftakt zu einer YA-Krimiserie, die im viktorianischen England spielt. Im Mittelpunkt steht die jugendliche Heldin Mary, die Angehörige einer Organisation weiblicher Spione ist. Mehr als ein „ganz nett“ kann ich dem Buch leider nicht bescheinigen. Eine sympathische Heldin, ein niedlicher Love Interest, ein passabler Kriminalfall und stellenweise zu dick aufgetragener Feminismus. Die ganze Mischung war mir letztlich etwas zu seicht, als dass ich noch mehr Zeit und Geld in die Serie investieren wollen würde. Für das jugendliche Zielpublikum kann ich es mir aber etwas besser vorstellen als für erwachsene Leser wie mich.

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Erneut nach London geht es in „The Name of the Star“ von Maureen Johnson, in dem die junge Amerikanerin Rory sich in einem englischen Internat einleben muss, während in London Morde im Stile Jack the Rippers begangen werden.
Ich hätte vielleicht besser mit einem der realistischen Bücher von Maureen Johnson begonnen, denn ich denke, dass die der Autorin besser liegen. Ich zweifle nicht daran, dass sie schreiben kann, denn Rory ist eine angenehm lebhafte Heldin und einige der Schulszenen sind wirklich gut gelungen. Aber „The Name of the Star“ beginnt als wirklich spannender Mystery-Thriller, dem irgendwo in der Mitte so derartig die Luft rausgelassen wird, dass ich mich seit Wochen damit quäle und heute, 70 Seiten vor Schluss, endlich entschieden habe, dem Elend ein Ende zu machen und es abzubrechen.

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Ein ganz besonderes Buch ist „The Night Circus“ von Erin Morgenstern. Jegliche Inhaltsangabe erübrigt sich hier, denn in diesem eher handlungsarmen Roman geht es geht mehr um die Bilder, die das mit poetischer Sprache Erzählte im Kopf hervorruft. Wer eine geradlinige Handlung, Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, und eine Antwort auf alle Fragen braucht, der dürfte sich mit diesem Buch vermutlich nicht anfreunden können. Alle anderen finden hier ein sinnliches Lesevergnügen, das sich angenehm von anderen derzeit populären phantastischen Stoffen abhebt. Das zumindest ist mein Eindruck nach knapp der Hälfte des Buches. Ich hoffe ich werde nicht doch noch enttäuscht.

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„Männerheld“ von Katja Kober, die unabhängige Fortsetzung von „Harlekin“, war seit langem das erste Buch, das ich tatsächlich (auch dank einer langen Bahnfahrt) in einem Rutsch durchgelesen habe. Mir gefiel sehr, dass dieser Roman deutlich straffer und weniger detailverliebt als der Vorgänger daherkam. Besonders reizvoll waren in diesem Buch die beiden nicht ganz unkomplizierten Protagonisten, die zwar nicht die reinen Sympathieträger sind, dafür aber umso menschlicher und interessanter daherkamen. Ich bin nicht ganz glücklich mit dem für meinen Geschmack etwas zu hastigen Ende, wo viel in einen Zeitraffer gepackt wurde, was mich zu unsanft aus der Geschichte schubste. Aber insgesamt ist es wirklich ein sehr schöner gleichgeschlechtlicher Liebesroman mit gut durchdachten Charakteren, der wohl vor allem Genre-Fans glücklich machen wird.

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Vor einiger Zeit hatte ich mir die Ebook-Novella „Silent Blade“ von Ilona Andrews zugelegt (Was keine schöne Sache war, weil mich das DRM in den Wahnsinn getrieben hat). Jetzt kam ich endlich dazu, sie zu lesen. SF-Romance mit den gewohnten Andrews-Zutaten. Leider habe ich das alles von ihr schon besser gesehen und so bleibt die Geschichte blass und unbeeindruckend.

 

Buchmesse

Wie die meisten habe auch ich mich letztes Wochenende in Leipzig herumgetrieben. Aufregende Geschichten habe ich allerdings nicht zu erzählen. Lesungen habe ich keine gesehen. Mit deutscher Fantasy kann ich mich ja nicht so wirklich anfreunden – entsprechend war hier das Lesungsprogramm für mich eher uninteressant. Für alle anderen Genres war mir das Programm zu unübersichtlich. Letztlich habe ich mich treiben lassen, habe viel Zeit mit Freunden verbracht, ein wenig die Antiquariatsmesse geplündert und mir die Sonne vor den Messehalle auf die Nase scheinen lassen. Der Marathon durch die Hallen, den ich früher gemacht habe, hat für mich den Reiz verloren. Inzwischen genieße ich nur noch die ganz spezielle LBM-Atmosphäre und nehme mit, was des Weges kommt.

Projekt Balkongarten

Seit Jahren versuche ich, meinem tiefschwarzen Daumen zum Trotz, meinen wirklich sehr schönen Balkon zu begrünen. Und weil man ja immer wieder hört, wie super man auch Gemüse auf Balkonen züchten kann, habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich schon bald meine eigenen Tomaten und Radieschen in meinen Sommersalat schnibbeln kann. In den letzten Jahren war das von wenig Erfolg gekrönt, weil die Blattlaushorden über meinen Salat und die Sommerstürme über meine nur notdürftig hochgebundenen Tomaten herfielen. Außer Kresse, die ja wirklich überall wächst, dümpelten auch die Kräuter nur so vor sich hin und trotzdem will ich davon nicht ablassen.
Also habe ich mir in diesem Jahr professionelle Hilfe in Form dieses Buches geholt und gehe das Projekt noch ambitionierter an. In einem Minigewächshaus sprießen fröhlich kleine Setzlinge und die Saatbänder für die Direktaussaat im April liegen schon bereit. Und wehe, das wird in diesem Jahr wieder nichts …

Das Buch ist einer der kleinen GU Ratgeber und macht mich nur zur Hälfte glücklich. Es versucht alle Bereich abzudecken: Pflanzen, Pflege, Art der Pflanzen und Verarbeitung in Form von Rezepttipps. Klar, dass dann bei so einem dünnen Büchlein, kein Themen hinreichend abgedeckt werden kann. Ich wünschte sie hätten sich die Rezepte gespart und dafür mehr nützliche Tipps zur Anzucht und Pflege der Pflanzen gegeben. Ein paar Anregungen habe ich aber durchaus bekommen.

4 Kommentare leave one →
  1. 25. März 2012 19:54

    Ich habe mich in Leipzig auch in erster Linie treiben lassen und Zeit mit Freunden verbracht. Wobei ich es im Nachhinein doch ein wenig schade finde, dass ich die Lesungen so links liegen gelassen habe. Aber es hat halt einfach nicht so gepasst.

    Den Roman von Erin Morgenstern hab ich auch schon seit einer Weile auf meiner Wunschliste, wobei ich ihn wohl doch eher auf Deutsch lesen werde. Gerade, weil es viel um Stimmung und Sprache geht, befürchte ich, dass mich da meine Englischkenntnisse ein wenig im Stich lassen könnten. Auf alle Fälle bin ich schon sehr gespannt auf das Buch!

    LG Neyasha

    • 26. März 2012 21:18

      Ja, hinterher dachte ich auch kurz, dass ich mir vielleicht die Zeit hätte nehmen sollen, das Veranstaltungsprogramm ganz zu studieren, aber letztlich war die Messe so wie sie war für mich ganz prima.

      Ja, ich denke, wenn man sich unsicher ist, ist es bei dem Buch wirklich besser, die Übersetzung zu lesen. Ich hoffe es gefällt dir.🙂

  2. 26. März 2012 09:17

    Den Night Circus habe ich auch gerade gelesen und gestern mit hochgelegten Beinen und Sonnenbrille auf meiner neuen Terrasse beendet =) Hat mir sehr gefallen, und ich kriege dazu hoffentlich in den nächsten Tagen auch ein paar Zeilen aufs Papier.
    Und mit The Name of the Star habe ich geliebäugelt – aber das werde ich jetzt mal schleunigst von meiner Wunschliste streichen, das klingt ja furchtbar blöd! Schade.

  3. minthoa permalink
    27. März 2012 10:29

    Blattläuse vermiesen einem wirklich die Anpflanzfreude. Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen einfach mal die Pflanzen wegzulassen, die diese anziehen. Mal sehen, ob das klappen wird.

    Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg!

    PS: Bei The Night Circus hast du kurz zu viel geschwärmt: „geht es geht“.

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