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[Rezension] Heartless (The Parasol Protectorate #4)

1. Mai 2012

“Alexia had found pregnancy relatively manageable, up to a point. That point having been some three weeks ago, at which juncture her natural reserves of control gave way to sentimentality. Only yesterday she had ended breakfast sobbing over the fried eggs because they looked at her funny. The pack had spent a good half hour trying to find a way to pacify her. Her husband was so worried he looked to start crying himself.”

Heartless – The Parasol Protectorate, Band 4
von Gail Carriger

Verlag: Orbit, 2011
ISBN: 9780316127196
Seiten: 374
Preis: ca. 6 €

Deutsche Ausgabe

Feurige Schatten – Lady Alexia, Band 4

Blanvalet
April 2012
9783442379286
9,99 €

Weitere Bände

Band 1: Soulless [dt.: Glühende Dunkelheit]
Band 2: Changeless [dt.: Brennende Finsternis]
Band 3: Blameless [dt.: Entflammte Nacht]
Band 5: Timeless [dt.: Sengendes Zwielicht]

Die Versuchung
Als ich vor einigen Jahren „Soulless“ las, war ich an einem Punkt, an dem ich dachte, dass niemand mehr etwas Neues oder Interessantes mit Vampiren schreiben könnte. Diese Reihe war eine positive Ausnahme und auch wenn lange nicht alles perfekt daran ist, Gail Carriger hat ihren eigenen, unverwechselbaren Stil zu schreiben und zu erzählen und das hebt diese Reihe von vielen anderen auf dem Markt ab.

Was habe ich erwartet?
Witz, Charme, eigenwillige Figuren und hoffentlich ein paar neue, spannende Entwicklungen im übergreifenden Plot der Reihe.

Was habe ich bekommen?
Das, was ich erwartet habe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Auch im vierten Band der Parasol Protectorate-Reihe kommt unsere Heldin Lady Alexia Maccon nicht zur Ruhe. Dabei ist sie im achten Monat schwanger und sollte nach der Meinung ihrer Umgebung, die meiste Zeit besser im Liegen verbringen. Aber eine Lady muss tun, was eine Lady tun muss, wenn sie von Zombiestachelschweinen angegriffen wird, von Geistern Hinweise auf ein Mordkomplott gegen die Königin erhält und sich um einen jungen Dandy kümmern muss, der an seiner Verwandlung zum Werwolf und an einem gebrochenen Herzen leidet.

 

Ich muss zugeben, meine Liebe zu dieser Serie war nach Blameless etwas abgekühlt. Den dritten Band hatte ich nach der Hälfte für fast ein ganzes Jahr beiseite gelegt, weil ich mich irgendwo bei einer langgezogenen Flucht durch Europa verfranst hatte und mich wider Erwarten herzlich langweilte. Vor einigen Wochen habe ich ihn dann beendet und zum Glück hatte er noch ein paar spannende Überraschungen parat, so dass ich Heartless wieder wesentlich optimistischer anging. Tatsächlich finde ich diesen vierten Band wieder wesentlich unterhaltsamer, auch wenn ich ihn letztlich mit nicht ganz ungetrübter Begeisterung zugeklappt habe.

Dem Kriminalfall habe ich wie immer nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Ganz abgesehen davon, dass ich ohnehin kein Krimifan bin, sind diese Fälle definitiv nicht die Stärke von Gail Carriger und auch nicht der Grund, warum man diese Bücher liest. In Heartless hat mir der Fall aber sogar ganz gut gefallen, vor allem, weil er zum Ende noch einige Überraschungen bereithielt, die man zwar ahnen konnte, aber nicht musste.
Der eigentliche Reiz der Reihe liegt dagegen sicherlich in den eigenwilligen Figuren, den amüsanten Dialogen und den sprachlichen Spielereien. Und hier ist zum Glück wieder alles vorhanden, was man von den vorherigen Bänden kennt und liebt.

Alexia Maccon ist vermutlich die einzige Romanheldin, die ich schwanger ertragen kann. Ein Buch oder eine Reihe kann so gut oder mitreißend sein, wie sie will, aber kaum wird die Heldin schwanger ist, vergeht mir spontan die Lust darauf. Vielleicht weil ich dem Kinderkriegen mit einer eher nüchternen und weniger romantischen Haltung gegenüberstehe und dem damit oft einhergehenden Kitsch leider nicht viel abgewinnen kann. Ein Glück, dass wir es mit einer seelenlosen Heldin zu tun haben, die nicht zur Sentimentalität neigt und einen wohltuend pragmatischen Blick auf die Dinge hat. Und so ist es schlichtweg großartig, wie Carriger ihre kugelrunde Heldin ungerührt hochschwanger durch dieses Buch kullern lässt und sie dabei weder ihren Witz noch ihre Tatkraft verlieren lässt.
Für die meisten anderen Figuren war „Heartless“ tatsächlich ein wenig der Band der Herzensprobleme. Allen voran natürlich für den jüngst zum Werwolf gewandelten Biffy, der nicht nur mit dem monatlichen Ungemach, sich in eine haarige Bestie zu verwandeln, kämpfen muss, sondern auch mit der zwangsläufigen Trennung mit seinem Geliebten, dem Vampir Lord Akeldama (den das wiederum auch nicht ganz kalt lässt). Aber auch einige andere Figuren kämpfen mit gebrochenen Herzen und mir gefiel es sehr, dass diesem zwischenmenschlichen Bereich so viel Raum gegeben wurde. Die Figuren der Reihe mögen sehr überzeichnet wirken, aber Carriger schafft es, ihnen ein überzeugendes Innenleben zu geben, so dass man nicht nur über sie schmunzeln, sondern auch mit ihnen fühlen kann.
Leider ist es wie so oft das Ende, das zu hastig und zu glatt wirkt, so dass viele Konflikte in der Luft hängen bleiben und einiges zu einem wenig überzeugenden, viel zu glatten Abschluss kommt. (Ich sage nur: Madame Lefoux).

Vor Timeless, dem letzten Band der Reihe, werde ich mir noch etwas Zeit lassen, bis ich wieder Lust habe, diesen Figuren einen Besuch abzustatten. Ich hoffe sehr, dass da zumindest einiges, was hier offen blieb, zu einem befriedigenden Abschluss findet.

Wertung: 4,0 (von 5,0)

2 Kommentare leave one →
  1. 1. Mai 2012 15:49

    Ich fand den 3. Teil der Reihe auch etwas schwächer, umso mehr freut es mich aber, dass dir die Fortsetzung wieder besser gefallen hat – das macht mir Mut und ich bin froh, dass ich das Buch (in der deutschen Ausgabe aber) schon hier habe.

    • 5. Mai 2012 11:30

      Oh, gut zu wissen, dass ich mit meinem Eindruck, was „Blameless“ angeht, nicht ganz allein bin. Ich hoffe du hast dann auch wieder mehr Spaß an Band 4.

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