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Buchgeplauder #2

18. Juli 2012

Ein Monat ist vergangen und noch immer tut sich an der gedruckten Front wenig. Dafür höre ich weiter Hörbücher und bin eigentlich ganz glücklich damit.

Léon und Louise von Alex Capus habe ich mittlerweile zu Ende gehört und mochte es – mit Abstrichen – sehr gerne. Normalerweise werden Bücher in meiner Erinnerung oft schlechter, dieses hier wird besser, je länger ich darüber nachdenke. Frei von Kitsch und übertriebener Tragik erzählt es in einem leichten, fast ironischen Ton von der Liebe und dem Schicksal zweier – nein eigentlich dreier – Menschen, deren Leben durch zwei Weltkriege gebutelt wird. Ich fand es gerade in seiner Einfachheit, die oft bemängelt wird, berührend. Falls ich es schaffe, gibt es dazu noch eine Rezension.

Danach brauchte ich etwas Heiteres, Positives. Aber irgendwie hatte ich etwas Angst, mir auf gut Glück irgendeinen Unterhaltungsroman zu krallen. Als ich sah, dass es mittlerweile Fausto vom Autor selbst gelesen gibt, konnte ich nicht anders als zuzuschlagen. Nicht viele Autoren können wirklich gut lesen und Oliver Dierssen ist da ein Glücksfall. Als er vor einigen Jahren als Finalist bei der Preisverleihung des Heyne-Schreibwettbewerbs aus Fledermausland las, hatte er mich und meine Begleiterinnen deshalb sehr schnell für sich eingenommen. Und das Beste ist, dass er nicht nur lesen, sondern auch verdammt gut schreiben kann. Kurzum, die Geschichte von Joschl und dem Bücherdämon hat mir erneut einige unterhalsame Abende beschert, und ich nutze die Gelegenheit mal wieder allen Junggebliebenen ans Herz zu legen, dieses Buch zu lesen. Los! Tut es!

Ich spiele ja mit dem Gedanken mir als nächstes John Greens neues Buch anzuhören, aber ich weiß nicht, ob ich im Moment mit der Krebsthematik gut zurechtkomme. Und eigentlich lese ich John Green so gerne, dass ich vielleicht doch eher zur Printversion übergehe.

Und bis ich mich entschieden habe, höre ich erst einmal meine 18 Stunden North and South (hier habe ich von der BBC-Verfilmung berichtet) weiter, auch wenn ich immer mal wieder geistig abdrifte und zurückspulen muss. Meine Version wird von Juliet Stevenson gelesen und ich finde, dass sie wirklich sehr gut liest. Ich bin ja gespannt, ob sich dieses Klassikers jemals ein deutscher Verlag annehmen wird.

Einen Nostalgieschub hatte mir vor einigen Monaten die Verfilmung von Paradise Kiss beschwert. Paradise Kiss ist ein Manga von Ai Yazawa, den ich vor etwa 8 Jahren gelesen habe. Es geht darin um ein Mädchen, das kurz vor ihrem Schulabschluss steht und um den Ansprüchen ihrer Mutter zu genügen immer nur gelernt hat. Dann lernt sie eine Gruppe von Modedesignstudenten kennen, die sie als Model für ihre Abschlussarbeit wollen. Plötzlich kommt bei ihr etwas ins Rollen, sie beginnt ihr Leben zu hinterfragen, verliebt sich in den schillernden George und steht vor der schwierigen Frage, was sie wirklich von ihrer Zukunft erwartet.
Ich weiß noch wie unzufrieden ich damals mit dem Ende dieser fünfbändigen Reihe war. Und nun sah ich den Film, bei dem man das Ende geändert hatte und stellte fest, dass mich das wirklich verärgert hat, dass ich das Gefühl hatte, der Geschichte sei der Sinn genommen worden.
Jetzt war ich neugierig, ob sich tatsächlich meine Sicht der Dinge im Laufe dieser Jahre so verändert hat. Deshalb habe ich wieder begonnen, die Reihe zu lesen. Nach drei Bänden merke ich schon, dass ich einiges tatsächlich anders sehe als damals. Ich bin wirklich gespannt, wie das Ende dieses Mal auf mich wirkt. Ich werde berichten …

 

Als ich dann neulich vor dem Liebesromanregal einer Freundin stand, meinte ich, dass ich gerne mal wieder einen netten Historical lesen würde, in dem die Protagonisten sich so richtig fetzen. Nach Hause ging ich dann mit Loretta Chase‘ Lord of Scoundrels und Jillian Hunters The Seduction of an English Scoundrel. (Hmm, zeichnet sich da bei den Titeln ein Muster ab?)
Mit der Loretta Chase bin ich jetzt auch beinahe durch, und, jepp, die streiten sich definitiv mit Gusto. So sehr, dass ich fast ein wenig Angst hatte, die beiden kommen nicht mehr heil da raus. Aber ich habe mich trotzdem herrlich amüsiert (auch dank eines Schreibstils, der zeigt, dass die Autorin sich selbst und ihre Geschichte nicht zu ernst nimmt). Erst jetzt im letzten Drittel treten die üblichen Ermüdungserscheinungen ein, die ich bei solchen Büchern meistens bekomme, wenn es in die harmonischere Phase übergeht, weil ich diese Art von Buch eben meistens nicht wirklich romantisch finde.

 

Soweit mein aktuelles Leseverhalten. Ein Gutes hat die Flaute ja: Ich horte im Moment auch keine Bücher mehr.

5 Kommentare leave one →
  1. 19. Juli 2012 08:31

    Das Fausto Hörbuch hat mich damals auch total begeistert. Ich musste so viel lachen😀 Allerdings fand ich den Autor als Leser am Anfang total seltsam, er klang so roboterhaft o.O Nach einer Weile hab ich mich aber dran gewöhnt und dann fand ich es total gut.

    • 21. Juli 2012 19:08

      Ja, er hat so etwas Abgehacktes, aber irgendwie passt das total zum Ton des Buches.

  2. Rishu permalink
    21. Juli 2012 17:31

    Hach ja, Ai Yazawa. Paradise Kiss könnte ich auch nochmal lesen. Ich frag mich ja, ob sie jemals wieder ihre Arbeit aufnehmen wird😦

    • 21. Juli 2012 19:08

      Macht sie im Moment nichts mehr? Ich bin da gar nicht mehr auf dem Laufenden.

      • 22. Juli 2012 19:01

        Nee seit 2009 ist Funkstille. Wenn ich das richtig verstanden habe war sie mit einer nicht näher definierten, schwerwiegenden Erkrankung ein Jahr im Krankenhaus und erholt sich immer noch davon.

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