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Dramageplauder #3

28. August 2012

Die Zeit rast und mittlerweile sind alle neuen Serien, die ich in meinem Dramageplauder #1 aufgelistet habe, zu Ende gegangen oder befinden sich gerade in den letzten Zügen. Da auch die koreanischen Sender in den letzten Wochen die Olympische Spiele gezeigt haben, hatte der gemeine Kdrama-Fan zwei Wochen Verschnaufpause, bevor jetzt das dritte Quartal mit einigen echten Schwergewichten aufwartet. Heute möchte ich einen kleinen Überblick über die – für mich interessanten – Neustarts zusammenstellen, angereichert mit einigen ersten persönlichen Eindrücken.

Arang and the Magistrate (아랑사또전)
MBC, 20 Episoden, Start: 15. August


Arang and the Magistrate hatte ich bereits etwas verfrüht im Dramageplauder #1 erwähnt, obwohl es nicht zu den Projekten des zweiten Quartals gehörte. Und nun geht es endlich los mit dieser historischen Fantasyserie um einen weiblichen Geistmit Gedächtnisverlust, der einen jungen Beamten heimsucht, um ihn dazu zu bringen, ihre Identität und ihre Todesursache ermitteln. Natürlich gibt es dazu auch eine (tragische?) Liebesgeschichte. Allein die Besetzung macht diese Serie für mich zu einem Must-See: Ich liebe Shin Min Ah, die die gewitzte Geisterfrau spielen wird. Sie ist in allem, was sie tut, einfach nur großartig. Als Model ist sie (für mich) eine der schönsten Frauen der Welt, als Schauspielerin überzeugt sie sowohl in ernsten, stillen Rollen (Mawang) als auch in niedlich überdrehten (My Girlfriend is a Gumiho). Für diese Rolle ist sie schlicht perfekt. Ich liebe es.
An ihrer Seite: Lee Jun Ki. Mit ihm verbinden mich vor allem sentimentale Erinnerungen. Denn er hat mir vor einigen Jahren den ersten meiner eher raren „Second Lead Syndrome“-Anfälle beschert, als er in My Girl den liebeskranken Frauenheld mimte. Mittlerweile hat er seine zwei Jahre Wehrdienst abgeleistet und „Arang“ ist sein erstes Drama danach. Es ist immer schön, jemanden nach so langer Zeit wieder in Aktion zu sehen und so freue ich mich nicht nur auf Shin Min Ah, sondern auch auf Lee Jun Ki an ihrer Seite. Zusammen finde ich sie ein unglaublich spannendes Pairing. Beide sind ausdrucksstark genug, dass sie eine atemberaubende Chemie entwickeln können.
Mein Eindruck nach den ersten zwei Episoden: Ich bin nicht enttäuscht. Arang and the Magistrate ist witzig und ein wenig überdreht und lebt vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern, die erwartungsgemäß großartig sind – jeder für sich und vor allem beide zusammen. Als ich am Ende angelangt war, wollte ich in die Hände klatschen und „Mehr! Mehr!“ rufen.
Hier ein kurzer Trailer. Wie immer bei Kdrama-Teasern haut er einem nicht aus den Socken und wird der eigentlichen Serie nicht ganz gerecht:

 

Five Fingers (다섯손가락)
SBS, 50 Folgen, Mitte/Ende August

Und da haben wir gleich den nächsten Märchenschwarm, der vom Wehrdienst zurück ist: Joo Ji Hoon. Und der Bursche hat Glück, dass er überhaupt wieder ein Drama spielen darf, hat er sich doch vor knapp drei Jahren auf der Höhe seiner Karriere mit Drogen erwischen lassen. Etwas, was in Südkorea stark geahndet wird und ihm nicht nur Sozialstunden, sondern auch die Verbannung aus den Programmen aller großen TV-Sender eingebracht hat. Nun kehrt er frisch zurück vom Dienst am Vaterland, zumindest teilweise reingewaschen und darf sich gleich einmal in diesem 50-Episoden-Melodrama als Pianist mit tragischen Familiengeheimnissen beweisen. Es wird spannend sein zu sehen, ob er damit seine Karriere wieder auf Kurs bekommt – die Fangirls, die ihn als Prinz Shin in Goong angehimmelt haben, sind ja mittlerweile auch sechs Jahre älter und eine neue Riege junger Schönlinge ist nachgerückt …
Um ehrlich zu sein, ich meide sowohl 50-teiler, als auch Melodramen so gut es geht, denn, wenn jemand Tragik ausgiebig zelebrieren kann, dann ist das die südkoreanische Unterhaltungsindustrie. Schon in den romantischen Komödien wird manchmal mehr geheult als hierzulande in einer handelsüblichen Tragödie. Man darf sich also bei Five Fingers für viele dunkle Geheimnisse, Intrigen und tragische Schicksale wappnen.
Ich habe beschlossen, dass ich Five Fingers trotzdem eine Chance geben werde: Zum einen finde ich, dass Joo Ji Hoon ein talentierter Typ ist, den ich in den letzten Jahren schmerzlich vermisst habe. Außerdem mag ich das Pianisten-Thema.Weniger optimistisch stimmt mich die Tatsache, dass sie doch glatt eine Woche nach dem Start ihre weibliche Hauptdarstellerin (Mitglied einer Girlband, die gerade in einen Skandal verwickelt ist) gefeuert haben. Bin ja gespannt ob das mit dem Ersatz in der letzten Minute klappt. Die koreanische Unterhaltungsindustrie schafft es immer wieder mich zu erstaunen.

Der Trailer ist mit Abstand der atmosphärischste von allen neuen Serien:

 

Faith (신의)
SBS, 24 Episode, Start: 13. August

Ich glaube, wenn ich noch ein Teenager wäre, deren Hormonhaushalt, von diesen hübschen asiatischen Jungspunden mehr durcheinandergewürfelt würde, würde ich die nächsten drei Monate hyperventilierend vor dem Computer verbringen, denn zu Lee Jun Ki und Joo Ji Hoon gesellt sich noch ein weiterer sehr populärer Schauspieler: Lee Min Ho. Er spielt die Hauptrolle in dem, was das vierte Zeitreisedrama dieses Jahres werden soll. Als Krieger aus der Vergangenheit kidnappt er via Zeitreise eine Ärztin aus der Gegenwart, um das Leben einer Prinzessin zu retten. Historisches, Fantasy und große Liebe. Könnte ein Riesenspaß werden, selbst wenn mein Bedarf an Zeitreisegeschichten eigentlich lange gedeckt ist.
Ich schätze Lee Min Ho sehr. Ist ist kein grandioser Schauspieler, aber er hat Talent und eine Natürlichkeit, die ihn trotzdem überzeugend machen. Dazu kommt ein Charisma und eine Bildschirmpräsenz, die man nur selten findet und die wohl sein größter Erfolgsfaktor sind. Ich bin noch nicht sicher, was ich von seiner Rolle in Faith halten soll. Für einen abgeklärten Krieger sieht er einfach viel zu jung aus – andererseits hatte ich auch bei City Hunter daran gezweifelt, dass er richtig besetzt ist und da hat er sich verdammt gut gehalten.
Die Frau an seiner Seite habe ich übrigens bislang noch in keiner anderen Rolle gesehen. Ich höre aber jetzt schon wieder das Gejammer vieler (jüngerer) Zuschauer, dass sie zu alt sein soll – er ist ganze 10 Jahre jünger als sie und sieht auch so aus. Aber warum nicht, andersherum würde es wohl kaum jemanden stören. Albern wird es nur dann, wenn sie in der Wirklichkeit der Handlung angeblich gleich alt sein sollen.
Mein Eindruck nach den ersten zwei Episoden: Durchwachsen. Es gibt eine Menge vielversprechender Elemente und ich habe mich gut unterhalten, aber bislang wirkt das alles noch etwas chaotisch und undefiniert. Der Plot schlingert noch ein wenig vor sich hin und das Timing passt für mich einfach noch nicht. Die nächsten Folgen müssen zeigen, ob sie die Geschichte noch auf Kurs bekommen. Lee Min Ho spielt die meiste Zeit erstaunlich steif, selbst wenn zwischendurch wieder gute Momente aufblitzen. Ich bin mir aber nicht sicher, inwiefern das an seiner Rolle liegt, die ähnlich unrund ist wie der Rest der Geschichte. Auch das wird sich wohl noch zeigen. Erstaunlich gerne mag ich die Heldin, die die meisten Zuschauer eher hassen. Sie ist so wunderbar überspannt und quatscht jeden so konsequent in Grund und Boden, dass ich sie irgendwie auf nervige Weise unterhaltsam finde. Was mich dagegen aber wirklich kirre macht, das ist der Soundtrack. Der ist so offensichtlich von Fluch der Karibik abgekupfert, dass ich bei der ersten Szene, bei der der Titel eingesetzt wurde, dachte, es wäre eine Art Parodie. Es ist also definitiv noch Raum nach oben, aber so katastrophal, wie einige jetzt wieder tönen (zum Teil auch, weil man sich so schön vom Mainstream abhebt, wenn man ein LMH-Drama in Grund und Boden redet), war es nicht. Abwarten.

Die Trailer fand ich alle auch eher durchwachsen:

 

To the Beautiful You (아름다운 그대에게)
SBS, 16 Episoden, Start: 15. August

Die mittlerweile vierte TV-Serien-Umsetzung des Mangas „Hana Kimi“. Zuvor wurde der Stoff schon einmal in Taiwan und zweimal in Japan verwurstet und obwohl ich „Mädchen verkleidet sich als Junge“-Geschichten mag, ich werde nicht warm mit der Geschichte. Das mag daran liegen, dass die Protagonistin in diesem Fall den vermutlich profansten Grund hat, um in Männerkleider zu schlüpfen: Sie möchte ihrem Idol, einem jungen Hochspringer nahekommen, indem sie sich an seine Schule versetzten lässt, die dummerweise eine reine Jungenschule ist. Gut, sie hat auch ein hehres Ziel, denn der Wunderknabe hat nach einem einschneidenden Erlebnis in seinem Leben aufgehört zu springen und sie möchte ihn dazu bringen, den Sport wieder aufzunehmen. Aber im Prinzip ist sie doch ein ziemliches Fangirl.
Zielgruppengrecht hat man die Hauptrollen mit einigen jungen Popsternchen besetzt, so dass zwar keine hohe Schauspielkunst, aber ein treuer Fankreis garantiert ist. Dass aus so etwas durchaus ein sehenswertes Drama werden kann, das hat „Dream High“ im letzten Jahr bewiesen. Eine Chance gebe ich „To the Beautiful You“ also. Vielleicht entdecke ich durch genau diese Umsetzung doch noch meine Liebe zu dieser Geschichte.

 

Und außerdem (kurz und knapp):

Haeundae Lovers (해운대 연인들)
KBS2, 16 Episoden, Start: 06. August

„Haeundae Lovers“ verspricht eine simple Sommer-RomCom zu werden. Ich mag so etwas ganz gerne für Zwischendurch, deshalb ist es auf meinem Radar gelandet. Ein Staatsanwalt mit Gedächtnisverlust verliebt sich in die Tochter eines Gangsterbosses. Dazu eine Menge Strand und Meer und, glaubt man den ersten Bildern, alberner Humor. Je mehr ich von dem Drama sehe, desto mehr schwindet mein Interesse. Es wird wohl von den anderen Neustarts abhängen, ob ich die Zeit dazu finde, mal einen Blick hineinzuwerfen.

Reply 1997
tvN, 16 Episoden, Start: 24 Juli

Reply 1997 läuft bereits eine Weile und wäre ehrlich gesagt völlig an mir vorbeigegangen, hätte nicht girlfriday auf dramabeans darüber berichtet. Es geht um sechs ehemalige Schulfreunde, die sich wiedertreffen und sich an ihre Jugend erinnern. Ich mag nostalgische Geschichten und dass ich 1997 selbst ein Teenager war, trägt dazu bei, mich neugierig darauf zu machen, wie es für koreanische Teenies in den späten Neunzigern war.
Eindruck nach den ersten 4 Episoden: Ich liebe es. Obwohl ich in einem gänzlich anderen Land aufgewachsen bin, ertappe ich mich dabei, wie ich denke: Ja, genau, so war das damals. Die Geschichte hat zudem Witz und Herz. Im Moment mein Lieblingsdrama.

May Queen (메이퀸)
MBC, 32 Episoden, Start: 18. August

Eine aufgregende Geschichte vor dem Hintergrund der … Schiffsbauindustrie! Wie spannend. Nicht.
Selfmade Woman, Love Triangle, Ambition, Intrige, Schicksale, blabla. Bislang habe ich tatsächlich nichts in den Vorabinfos gefunden, das mich auch nur ansatzweise interessiert hätte. Aber wer weiß, vielleicht wird es der Überraschungserfolg und ich teste es doch mal an. Im Moment ist das aber eher nicht wahrscheinlich.

4 Kommentare leave one →
  1. 28. August 2012 19:53

    Ach Mensch, du machst mich jedes Mal neugierig auf die ganzen Dramas. Versuchen wir es doch mal so: wenn du von all den Serien, die du gesehen hast, EINE aussuchen müsstest, welche würdest du mir dann empfehlen? Dann teste ich die mal🙂

    • 29. August 2012 08:44

      Oh je. Die Gretchenfrage für jeden Dramafan.

      Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, eines auszuwählen, irgendwie haben alle so ihre Stärken und Schwächen und es ist so eine Typfrage:

      Also: Mein persönlicher Liebling aller Zeiten ist „Coffee Prince“.
      Es geht darin um eine sehr burschikose junge Frau, Eun Chan, die seit dem Tod ihres Vaters ein wenig zum Ernährer der Familie geworden ist. Eines Tages begegnet sie Han Kyul, seines Zeichnes reiches, verzogenes Söhnchen, der von seiner Großmutter nun endlich unter die Haube gebracht und deshalb zu arrangierten Dates geschickt wird. Da er Eun Chan für einen Mann hält, engagiert sie kurzerhand als „Fake Lover“, um die Heiratskandidatinnen abzuschrecken. Weil Eun Chan Geld braucht, lässt sie sich darauf ein und wird später in seinem Café „Coffee Prince“ eine der rein männlichen Kellnertruppe. Aus einem Arbeitsverhältnis wird Freundschaft, aus Freundschaft etwas mehr und irgendwann hat sie den richtigen Moment für das Geständnis, dass sie eine Frau ist, verpasst …
      Ich mag das Drama nicht nur, weil es mein Lieblingsthema „Frauen in Männerkleidern“ behandelt, sondern auch weil es so eine ganz einzigartige leichte, sommerliche Atmosphäre hat.
      Ich weiß allerdings nicht, wie gut es als Einsteigerdrama ist. Die ersten Episoden sind etwas verwirrend und zumindest ich habe eine Weile gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen.

      Alternativen:

      My Girlfriend is a Gumiho – Eine romantische Komödie mit manchmal leicht albernem Humor, aber viel Herz. Ein junger Mann gabelt zufällig eine jahrhunderte alte Fuchsdämonin mit einer Vorliebe für Fleisch auf. Zuckersüß und meiner Meinung nach etwas zugänglicher als Coffee Prince. Wenn man den Humor und das Fantasyelement mag.

      City Hunter – wenn man etwas mehr Action bevorzugt. Ein junger Mann rächt als „City Hunter“, eine Art moderner Robin Hood, den Tod seines Vaters. Action, Dramtik und natürlich Liebe. Eine schöne, unterhaltsame Mischung.

      Protect the Boss – stellvertetend für viele nette romantische Komödien. Das hier schwächelt zwar am Ende, die die meiste Zeit aber sehr witzig und herzlich.

      The Princess‘ Man – wenn man es historisch, episch und sehr dramatisch mag. Eine Art Romeo&Julia-Geschichte im historischen Korea.

      Wenn du lieber in Japan anfängst:

      Kimi wa Petto – war mein erstes Jdrama und irgendwie habe ich noch immer Freude daran, auch wenn es arg in die Jahre gekommen ist. Karrierefrau mit vielen Unsicherheiten gabelt sich einen jungen Mann als „Haustier“ (nicht im sexuellen Sinne) auf. Bei ihm kann sie die Gefühle zeigen, die sie im harten Berufsalltag verbergen muss.

      Love Shuffle – etwas ungewöhnlich, aber gut. Eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen bleibt im Aufzug ihres Wohnhauses stecken. Sie beginnen sich zu unterhalten und am Ende beschließen sie, ihre Partner durchzutauschen, um herauszufinden, ob sie wirklich den einen Partner für sich gefunden haben.

      Oh je, ich wusste ja, dass die Antwort auf diese Frage mit einem ganzen Roman endet. -_-

      • 29. August 2012 18:13

        Ach herrje, das ist ja einiges *lach* Von Kimi wa Petto kenne ich den dazugehörigen Manga, das wär doch vielleicht mal ne Idee. Hast du eine Empfehlung für eine Drama Website oder nen Wiki oder so, wo die Serien etwas ausführlicher vorgestellt werden?

        Und in der Zwischenzeit werde ich mal in Coffee Prince reinschnuppern🙂

        • 29. August 2012 21:04

          Für den groben Überblick ist das DramaWiki sehr praktisch:
          wiki.d-addicts.com

          In letzter Zeit finde ich aber das „Asian Wiki“ teilweise ausführlicher:
          http://asianwiki.com

          Ich habe am Anfang auch immer diese Seite benutzt:
          http://www.spcnet.tv

          Gibt sicher noch andere, bessere, aber ehrlich gesagt nutzte ich solche Seiten nicht mehr und kenne deshalb auch kaum welche. Mittlerweile sehe ich vor allem neue Sachen und die Vorabinfos finde ich in Blogs.

          Der populärste Blog zum Thema:
          http://www.dramabeans.com

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