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Dramageplauder #4

6. Oktober 2012

Manchmal habe ich das Gefühl, dass jede Dramasaison schneller vorbeigeht als die vorherige. Ich habe auf viele aktuelle Serien noch gar keinen Blick werfen können, da mehren sich schon wieder die Promobilder und Trailer der darauf folgenden Neustarts. Dazu kommt, dass mich im Moment so nichts wirklich begeistert und ich mich auch nicht dazu bringen kann, etwas Neues anzufangen. Meh.

Beendet

Reply 1997

Warm, witzig, herzlich. Das sind die Dinge, die mir zu „Reply 1997“ einfallen. Eine perfekte Wohlfühlserie, die einen beim Ansehen schnurstracks zurück in die Neunziger versetzt. Zu Boybands und Tamagochis, zu erstem Liebeskummer und hitzigen Streitigkeiten mit den Eltern, die auch nicht recht wissen, was sie mit diesem Teenagermoster, zu dem man mutiert ist, anfangen sollen. Die Autoren haben sich hier gründlich ausgetobt, hatten Spaß mit den Zeiteben von den 90ern bis heute zu spielen, ohne je die Kontrolle zu verlieren und haben ihren Figuren sehr viel Menschlichkeit auf den Leib geschrieben. Das blieb auch anderen Zuschauern nicht verborgen, denn von einem Drama, das zu Beginn so unbeachtet war, dass es gar keine Untertitel gab, wurde es innerhalb weniger Wochen zum in dieser Zeit vermutlich poplärsten Kdrama der internationalen Fans. Ich schwimme also ganz mit dem Mainstream, wenn ich sage, dass „Reply 1997“ mein persönliches Lieblingsdrama in diesem Jahr ist.

Rich Man, Poor Woman

Mein erstes japanisches Drama seit über einem Jahr. Der Titel ist das Dämlichste, was mir seit langem untergekommen ist, zumal nicht wirklich passt, denn RMPW ist keine der vielen Cinderella-Geschichten, die das Dramaland zu Hauf bevölkern. Im Mittelpunkt stehen eine zurückhaltende Studentin auf erfolgloser Arbeitssuche und der Gründer einer IT-Firma, der zwar ein Wunderkind ist, mit Menschen aber so wenig umgehen kann, dass er nicht einmal ihre Namen behält. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das sehr schön anzusehen ist. Drumherum herrscht das übrige Gerangel um Liebe und Macht. Die Serie lebt zu einem nicht unwesentlichen Teil von ihren Darstellern, vor allem von Oguri Shun. Ich konnte ihn ja nie wirklich leiden, aber in dieser Rolle beweist er zum einen, dass das Älterwerden ihm wirklich gut steht und dass er wirklich gar kein übler Schauspieler ist.
Alles in allem eine nette Serie mit Stärken und Schwächen, die mir Spaß gemacht hat.

Abgebrochen

Gaksital

Bei Gaksital bin ich erst eingestiegen, als die Serie schon halb gelaufen war. Ich habe dann 12 Folgen an  zwei Tagen im Marathon gesehen. Was ich gesehen habe, hat mir wirklich gefallen: Ich mochte die Zeitperiode; die Besatzung Koreas durch Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte ich bislang noch nicht in einem Drama umgesetzt gesehen. Und Geschichten mit maskierten Rächern machen sowieso meistens Spaß. Das Problem an dem Drama war, dass es sich irgendwann um sich selbst zu drehen begann. Es verkam schon fast zum Running Gag, wie oft Gaksital am Ende einer Episode Auge in Auge, mit seinem Erzfeind Shunji stand und kurz davor war, enttarnt zu werden. Ich hatte zunächst entschieden, abzuwarten, bis die zweite Hälfte gelaufen war, um mir den Rest der Serie auch in einem Stück anzusehen. Nur um dann festzustellen, dass mein Interesse zu sehr abgekühlt war, um der Sache weitere 12 Stunden Freizeit zu widmen. Dann habe ich ich mich auch noch für das Ende gespoilert und „Gaksital“ war für mich endgültig vom Tisch. Nicht direkt ein schlechtes Drama, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich den riesigen Hype auch nur bedingt nachvollziehen kann. Es ist spannend, es macht Spaß, aber es ist auch wahnsinnig repetitiv und hat definitiv zu viele Folgen.

Mittendrin

Arang and the Magistrate

Die ersten sechs Folgen lang war die Geschichte von dem Geistermädchen mit Gedächtnisverlust , das einen jungen Mann dazu nötigt, den Mord an ihr aufzuklären, für mich Liebe pur. Es war gut gespielt, witzig und voller unerwarteter Wendungen. Da konnte man sogar die schrecklich trashigen Effekte und vor allem Perücken (!) vergessen. Mittlerweile sumpft es etwas vor sich hin. Es ist noch immer unterhaltsam und nett anzusehen, aber leider nicht wirklich mitreißend. Wobei ich im Moment auch 4 Folgen hinterher bin, also vielleicht war es auch nur ein Durchhänger.

Faith

Zu Beginn hätte ich auf jeden Fall gesagt, dass „Arang“ die stärkere Serie dieser beiden sehnsüchtig erwarteten Dramas ist. Mittlerweile hat sich das ausgeglichen. Ich bin sogar schon fast so weit zu sagen, dass mir aktuell „Faith“ etwas besser gefällt.
Dabei waren die ersten Folgen wirklich nicht sehr gut und die Serie schlingerte auch danach noch ein Weilchen. (Es war allerdings schon fast wieder amüsant zu lesen, wie viele bereits nach einer Folge die ganze Serie als schlecht abtaten … Ich vermute mal, um die LMH-Fangirls zu ärgern … oder um ja nicht für ein solches gehalten zu werden *g*). Mittlerweile kann man sagen, dass „Faith“ seinen Ton gefunden hat und Woche für Woche solide Unterhaltung mit interessanten Figuren und nettem Intrigenspiel bietet. Auch Lee Min Ho stakst mittlerweile nicht mehr ganz so steif durch die Kulissen und man hat den Mop auf seinem Kopf auch langsam in eine akzeptablere Frisur verwandelt. Beeindrucken tut er mich übrigens aber trotzdem noch nicht – und das sage ich als jemand, der den Burschen für wirklich talentiert hält. Es scheint, dass er nicht wirklich in diese Rolle hineinfindet und sich zudem auch seit City Hunter leider nicht groß weiterentwickelt hat. Jammerschade. Aber, wie gesagt, es hat sich seit den ersten Folgen gebessert und es ist schön zu sehen, wie gut er und seine immerhin zehn Jahre ältere Partnerin mittlerweile zusammen auf dem Bildschirm aussehen. Am Anfang erschien mir diese recht langsam startende Romanze noch arg erzwungen, mittlerweile schmachte ich doch ein wenig mit. Ich mag die beiden zusammen. Und ich liebe vor allem Eun Soo, die so wunderbar überspannt, mal hysterisch, mal unerschrocken durch diese für sie völlig fremde Welt stolpert. Was für eine erfrischende Heldin!
Großartig sind auch der König und seine Frau, die auch eine Weile brauchen, um wirklich zueinander zu finden. Nicht nur, dass der König sehr gut gespielt ist, ich mag auch diese Figur des schmächtigen jungen Mannes, der zunächst völlig überfordert und ängstlich scheint, dann aber wieder und wieder den Mut zusammennimmt und seinen Kopf einsetzt, um die Intrigen gegen ihn abzufangen.
Was mir weniger gefällt: Die Fantasyelemente sind nicht sehr sinnvoll in die Welt integriert. Es gibt einige Menschen mit besonderen Fähigkeiten, aber es wird nie klar, warum sie die haben oder ob ihre Umgebung das ungewöhnlich findet. Es wirkt als wären sie des puren Effektes wegen da. Auch der Bösewicht ist mir stellenweise zu überzeichnet.
Kurzum, es handelt sich nicht um ein rasend spannendes und grandios geplottetes Drama, aber es ist unterhaltsam und macht Spaß, wenn man nicht die Welt davon erwartet.

Und dann waren da noch andere Neustarts im letzten Dramageplauder: To the Beautiful You habe ich kurz angefangen. Es sah nett aus, aber mir stand einfach nicht der Sinn nach dieser Geschichte. Wie ich höre, soll es aber wirklich ganz nett sein. Five Fingers habe ich nicht angefangen und die Rückmeldungen sind bislang seeehr durchwachsen. May Queen dagegen scheint zwar nicht wirklich innovativ zu sein, bekommt aber mehr begeisterte Stimmen, als ich erwartet hätte. Haeundae-Lovers habe ich ebenfalls nicht gesehen, aber es wandert auf die Liste für die Zeit, wenn ich mal wieder eine leichte RomCom brauche. Dafür scheint es sich, nach allem, was ich gehört habe, gut zu eignen.

Miss Rose (Twdrama)

Einmal im Jahr packt es mich und ich schaue wieder ein Twdrama. Und dann denke ich hinterher oft: Wieso? Dummerweise ziehen einen die ersten Folgen immer schnell ins Geschehen und dann kommen zig endlos langweilige Folgen hinterher, aber man schaut immer weiter, weil man hofft, dass es wieder besser wird. Bei Miss Rose ist es gerade ähnlich.
Die Heldin Si Yi ist Sekretärin in einem größeren Unternehmen. Sie ist relativ selbstbewusst, klug und kompetent. Als sie das erste Mal auf den aufstrebenden Manager Cheng Kuan trifft, steht diese Begegnung unter keinem guten Stern und beide sind sich hinterher nicht unbedingt positiv gewogen. Und dann wird, wie sollte es anders sein, Chen Kuan von seinem zukünftigen Schwiegervater, dem die Firma gehört, in der Si Yi arbeitet, dorthin geschickt, um das unrentable Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Dort trifft Cheng Kuan auf kurrpte Geschäftsführer, die klüngeln was das Zeug hält, und ihm das Leben schwer machen. Die einzige, die sich loyal verhält, ist Si Yi. Cheng Kuan erkennt trotz ihrer gegenseitigen Abneigung schnell, dass er in ihr den vielleicht einzigen integren Menschen in dieser Firma gefunden hat und macht sie mal eben zu seiner Sekretärin. Man kann sich denken, wie es weitergeht. Dummerweise ist da noch seine Verlobte Vivian, deren Familie er verpflichtet ist, obwohl er sie nicht liebt. Und dann taucht auch noch Si Yis Exverlobter auf …
Storytechnisch fürchterlich einfallslos, aber die Charaktere machen Spaß. Beziehungsweise, sie haben Spaß gemacht, bevor Si Yi damit begonnen hat, die ganze Zeit verletzt in die Kamera zu starren, weil sie dem erneuten Werben ihres Ex‘ nicht nachgeben will. Megan Lai hat in den ersten Folgen ein überraschend gutes komödiantisches Timing bewiesen, deshalb ist das doppelt traurig, dass sie das jetzt nicht mehr zeigen darf. Aber ich halte noch etwas durch und hoffe, dass wir bald wieder ein paar schöne Szenen zwischen Si Yi und Cheng Kuan sehen dürfen, denn irgendwie mag ich dieses zuckrige guilty pleasure aus Taiwan.

Und das gibt es Neues

Nice Guy

Eine Rachgeschichte mit Moon Chae Won (The Princess‘ Man), die bereits seit mitte September läuft. Ich möchte sie definitiv sehen, aber im Moment steht mir gerade nicht so ganz der Sinn nach Melodrama

Oohlala Spouses

Romantische Komödie, die diese Woche anlief, in der ein Paar sich nach mehren Jahren Ehe auseinandergelebt hat und sich scheiden lassen möchte. Und dann passiert … na, was …. Körpertausch! Ich hasse Körpertauschgeschichten. Von wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen. Und die quietschigen Promobilder schrecken mich eher ab. Nein, ich fürchte, das ist nichts für mich.

The King of Dramas (ab 5. November)

Wie man sich bereits denken kann, ist das ein Drama über’s Dramamachen. Davon gab es schon einige und es sieht nicht so aus, als würde das hier das Thema revolutionieren. In den Vorabtexten ist die Rede von einer Drehbuchschreiberin und einem arroganten Topstar. Well. More of the same. Aber vielleicht ganz amüsant anzusehen.

The Great Seer (ab 10. Oktober)

Eine historische Serie, die im mittelalterlichen Korea, während der Goryo-Ära, angesiedelt ist. Historische Serien haben es schwer bei mir, vor allem, wenn sie wie diese über 30 Folgen haben,  und „The Great Seer“ scheint mir erst einmal nichts zu bieten, was mich reizen könnte. Abgesehen vielleicht von Ji Sung (mit hässlicher Perücke … da zeichnet sich doch ein Trend ab …), der mich im letzten Jahr mit jeder seiner Rollen (Royal Family, Protect the Boss) sehr begeistert hat. Aber ob das ausreicht?

The Horse Doctor

Läuft seit 1. Oktober und hat 50 Folgen. Historische Serie über einen Pferdeheiler in der Joseon-Ära. Ich mag weder Pferde noch Arztserien, und zu historischen Serien habe ich ja auch ein gespaltenes Verhältnis. Das lasse ich mal locker flockig an mir vorbeiziehen …

Cheongdamdong Alice (Dezember 2012)

Es geht um Modedesign und die Leads sind Moon Geun Young und Park Shi Ho. Abenteuerliches Pairing, aber ich mag sie beide sehr. Kommt auf die „Will ich sehen“-Liste.

Can we get married? (Oktober 2012)

Das könnte vielleicht die süßlliche, seichte RomCom werden, nach die mir diesen Winter noch fehlt. Es geht um eine junge Frau, deren Mutter vom sozialen Aufstieg träumt und hofft, diesen durch die Heirat ihrer Tochter zu erreichen.  (Oder sind es mehrere Töchter?) Die Frage ist, ob es Untertitel dafür geben wird, da diese Serie bei einem der Kabelsender laufen wird, deren Dramas oft weniger wahrgenommen werden.

My Love Madame Butterfly (ab. 6 Oktober 2012)

Wochenenddrama mit 50 Episoden. Eine Diva, deren erfolgreiche Tage bereits ein Weilchen zurückliegt heiratet und gerät in eine Menge Schwierigkeiten. Klingt alles nicht so berauschend (bis auf den Teil mit der Diva, der viel Spaß verspricht), aber die Promobilder sehen nett aus. Ist vielleicht einen Blick wert.

I want to see you (I miss you) (ab November)

Haha, das ist so typisch. Wir haben nicht einmal einen Monat, bis diese Serie anlaufen soll und bis jetzt haben sie noch keine weibliche Hauptdarstellerin. Wann immer ich denke, dass ich zu wenig Zeit habe, um etwas noch zu schaffen, denke ich daran, wie sie in Korea Serien drehen und weiß: Alles ist möglich. Arme Schauspieler, damit werden sie verdammt wenig Vorlauf haben und das meiste zeitgleich mit der Ausstrahlung drehen müssen. Die Story ist eine „erste Liebe“/Tragik/Kitsch-Geschichte, wie es klingt.

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