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Alte Lieblinge

27. Mai 2013

Als ich vor einigen Tagen mal wieder zu Besuch bei meinen Eltern war, fiel mir Das Haus des Schweigens von Gillian Cross in die Hände, eines meiner Lieblingsbücher als Jugendliche. Kurzerhand wanderte es in den Koffer, und als ich es zu Hause auspackte, begann ich mich an all die Autoren und Bücher zu erinnern, die ich früher toll fand und an die ich lange nicht mehr gedacht hatte. Ich bekam spontan Lust, ihnen mal wieder einen Besuch abzustatten.
Woran erinnere ich mich und wie sieht man das Buch nach mehreren Jahren? Wie wird meine Reaktion auffallen: Ernüchterung oder doch die Wiederentdeckung alter Schätze? Ein bisschen Angst habe ich ja, mir schöne Erinnerungen zu rauben. Aber dann hält mich ja nichts davon ab, wieder damit aufzuhören.

Als Kind und Jugendliche habe ich in der Bücherei einfach aus dem Regal gezogen, was ich interessant fand. Gekaufte Bücher gab es nur selten, wenn das gesparte Taschengeld reichte oder Geburtstage anstanden. Entsprechend war mein Lesestoff natürlich sehr geprägt vom örtlichen Bibliotheksbestand.
Die einzigen anderen Orientierungspunkte waren mal Empfehlungen in Zeitschriften oder Kindersendungen. Aber im Grunde habe ich mich immer ganz naiv und blind auf die Jagd im Bücherwald gemacht und so viel wie möglich ausprobiert. Lustigerweise habe ich es dabei geschafft, absolute Klassiker wie Angela Sommer-Bodenburgs „Der kleine Vampir“ und den gesamten Nöstlinger-Bücher ganz unabsichtlich weiträumig zu umschiffen. Eventuell waren die ja immer ausgeliehen. Dafür waren aber vielleicht ein paar Sachen dabei, die heute vielleicht nicht mehr jeder kennt.

Manchmal wünsche ich mir heute diese Unbedarftheit zurück, dieses urteilsfreie Zugreifen, weil man nicht weiß, ob das Buch populär ist oder nicht und weil man nicht weiß, wie viele Sternchen es auf Amazon oder Goodreads bekommen hat. Ich möchte die heutige Runduminformiertheit nicht unbedingt missen, aber bisweilen fehlt mir die Naivität, mit der ich früher meinen Lesestoff ausgewählt und ins Herz geschlossen habe. Vielleicht reizt es mich auch deshalb so sehr, noch einmal zu meinen alten Lieblingen zurückzukehren.

Zu Beginn jeden Monats werde ich ab jetzt einen meiner „alten Lieblinge“ vorstellen, ihn in den folgenden vier Wochen noch einmal lesen und eine abschließende Rezension mit einem Fazit verfassen. Ich bin gespannt, was ich da so alles wiederentdecke.

Das erste Buch im Juni wird natürlich „Das Haus des Schweigens“ von Gillian Cross sein. Ich bin gespannt.

hausdesschweigens

 

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