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Tussis mit Schwertern – Lachen oder Weinen?

29. August 2013

Es ist eine der langlebigsten Diskussionen, die ich je in der amerikanischen Blogger/Literaturszene mitbekommen habe. Ich hatte mich eigentlich schon dazu entschieden, nicht darüber zu schreiben und einen bereits begonnenen Artikel eingemottet. Es geht um die Sexismusdebatte in der amerikanischen Fantasy-Szene, die mich in ihrer Vehemenz erstaunt hat und in deren Verlauf erst deutlich wurde, wie berechtigt sie eigentlich ist, denn so mancher hat da in der Hitze des Gefechts Einstellungen offenbart, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Aber gerade weil die Diskussion irgendwann so aufgeregt, unsachlich und unüberschaubar wurde, habe ich irgendwann aufgehört, sie zu verfolgen und mich auch gegen einen Artikel entschieden. Und dann kam heute dieser Tweet, der mich in ungläubiges Lachen hat ausbrechen lassen:

twitter-wfcZur Erläuterung.  Es geht hier um die „World Fantasy Convention“, die ab 31. Oktober in Brighton stattfinden wird. Und man dachte sich offenbar, man greift ein aktuelles Thema auf – Frauen, die heroische Fantasy schreiben (was sie nebenbei bemerkt auch nicht erst seit gestern tun) – und veranstaltet ein Panel dazu. Und dann hat irgendein kluger Mensch das beste Wortspiel ever gefunden: „Broads with Sword“. Wie in „Broad Sword“. Hoho. Verstanden? Und es reimt sich auch noch. Genial!
Fall sich nun jemand fragt, was „Broads“ denn eigentlich sind: „Broad“ ist ein alter Slang-Ausdruck für Frauen, der heute nur noch selten verwendet wird, aber meistens in einem nicht sehr schmeichelhaften Kontext. Er scheint einen Tacken besser zu sein als „Bitch“, aber wie die Definitionen im Urban Dictionary hier und hier und diese Antworten auf Yahoo!Answers zeigen, ist es kein besonders respektvoller Begriff für eine Frau. Auch leo.org führt das Wort mit dem Vermerk „offensive“. Die Verantstalter dachten also, ihr Panel „Tussis mit Schwertern“ zu nennen, wäre eine gute Idee.

Und einmal mehr begreife ich, warum so viele junge Autorinnen in den letzten Monaten auf die Barrikaden gegangen sind. Interessant in dem Zusammenhang auch ein Dialog zwischen Kate Elliott und Ann Aguirre, in der sie überlegen, in Zukunft nur noch YA zu schreiben, weil man sich dort nicht mit dem Sexismus auseinandersetzen müsse, den sie in der SFF-Szene zu oft erfahren haben. Und spätestens das sollte einem dann auch als Leser zu denken geben.

EDIT:

Hier noch ein Link zu einem Kommentar von Jess Haines, in dem man zum einen die volle Beschreibung zu dem Panel finden kann und zum anderen noch auf weitere Artikel verlinkt wird.

Wer sich doch noch für die Ursprünge der ganzen Diskussion interessiert, hier ist der Artikel, den ich vor zwei Monaten angefangen, aber nicht beendet hatte:

„Wer auch nur ein wenig die Nase in Blogs von amerikanischen Fantasyautoren und –bloggern steckt, der dürfte in den letzten Wochen an einem Thema nicht vorbeigekommen sein: Sexismus.

Die US-Fantasyszene hat nämlich quasi ihren Brüderle-Skandal, der die Gemüter erhitzt und teilweise einen interessanten Blick auf die Einstellungen diverser Personen eröffnet. Ich werde hier nur einen ganz groben Überblick geben, weil ich es nach anfänglichen Versuchen längst aufgegeben habe, alles zu verfolgen und auseinanderzuklamüsern, wer nun was, zu wem, wann gesagt hat. Mittlerweile hat sich ja schon fast alles, was in der amerikanischen SFF-Szene einen Namen hat, dazu geäußert – und auch alles, was keinen Namen hat. Aber ich werde ans Ende ein paar Links zu Blogposts von Leuten setzen, die Linklisten zu dem Thema erstellt habe.

Wie kam es nun dazu? Auslöser war ein Artikel im Bulletin, dem Mitgliedermagazin der Autorenvereinigung SFWA (Science Fiction and Fantasy Writers of America). Dort haben die SF-Autoren Mike Resnick und Barry N. Malzberg ein Kolumne, in der sie über das Schreiben und Genre-Themen plaudern. In Ausgabe 199 und 200 unterhalten sie sich unter anderem über Frauen im SFF-Genre in der Buchindustrie. Leider konnte ich nirgendwo den vollen Artikel finden und muss mich hier auf die allseits umherfliegenden Zitatfetzen verlassen. Es war die Rede von „lady editors“ und „lady writers“, die “beauty pageant beautiful” oder ein “knock out” waren und dazu noch gut im Badeanzug aussahen.

Ich mag mir darüber kein abschließendes Urteil erlauben, weil ich den vollen Artikel nicht kenne und nicht weiß, ob das wirklich die einzigen Qualifikationen sind, die sie ihren weiblichen Kollegen zuschreiben. Abgesehen davon klingt es für mich nach typischem selbstzufriedenem Altherrengewäsch, gegen das man nichts sagen darf, schließlich ist es doch ein Kompliment, gut im Badeanzug auszusehen (oder ein Dirndl ausfüllen zu können …). Kurzum: Man kann sich drüber ärgern, man kann es aber auch sein lassen und hoffen, dass diese Spezies irgendwann ausstirbt.

Zum Motto passend hatte man auf das Cover von Nummer #200 noch ein schönes Oldschool-Kettenbikini-Cover gepackt.

Die Kombination von beidem löste bei einigen Mitgliedern der SFWA Unwillen aus, den sie auch im Forum des Magazins kundtaten. Das wäre wohl schnell wieder abgeflaut, wenn man nicht mit der folgenden Ausgabe Öl ins Feuer gegossen hätte. C.J. Henderson schrieb da nämlich darüber, wie man am besten seine Karriere am Leben hält und er hat da ein ganz bestimmtes Rollenbild im Auge:

The reason for Barbie’s unbelievable staying power, when every contemporary and wanna-be has fallen by the way-side is, she’s a nice girl. Let the Bratz girls dress like tramps and whores. Barbie never had any of that. Sure, there was a quick buck to be made going that route but it wasn’t for her. Barbie got her college degree, but she never acted as if it was something owed to her, or that Ken ever tried to deny her.

She has always been a role model for young girls, and has remained popular with millions of them throughout their entire lives, because she maintained her quiet dignity the way a woman should. 

Quelle: http://www.betsydornbusch.com/2013/04/another-sfwa-sexist-gaffe.html

Karrieretipp für Frauen ist also: Seid so lieb und bescheiden wie Barbie und hüllt euch immer schön in würdevolles Schweigen, denn so gehört es sich für eine Frau.

Das ist so offensichtlicher Stuss, dass ich eher belustigt als empört darüber bin.

Empört waren dagegen aber die Herren Malzberg und Resnick, nämlich darüber, dass man ihnen angeblich den Mund verbieten wolle. Denn die einzige Motivation ihrer Kritiker ist es, Zensur auszuüben. Hiervon gibt es Scans, die man hier finden kann. Ich muss zugeben, ich habe es nur durch die ersten drei Seiten geschafft und dann nur noch quergelesen, das war mir zu viel Gejammer über die bösen anonymen jungen Autoren und Leser, die nichts anderes als Unterdrückung der freien Meinung im Sinn haben.

Dabei kann ich durchaus verstehen, dass sie sich fragen, warum bitte ein paar scheinbar harmlose Äußerungen so durch die Decke gehen. Wenn sie aber etwas weniger in ihrem Stolz gekränkt gewesen wären und etwas mehr reflektiert hätten, wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass sie lediglich der Auslöser waren. Über Jahre haben Autorinnen im Genre nämlich offenbar tatsächlich die Barbie-Methode angewandt. Geschwiegen und gelächelt. Das zeigt der letzte Woche verlinkte Artikel von Ann Aguirre, das zeigt der Twitter-Ausbruch von Kate Elliott, die schon etwas länger im Genre ist. Und wenn dann die Jubiläumsausgabe eines für die Branche wichtigen Organs ihnen aufs Auge drückt, dass sich in 20, 30 Jahren nicht so viel geändert hat, dann platzt vielleicht das ein oder andere Ventil. Und das Schweigen aufzugeben fällt leichter, wenn man dank dem Internet sieht, dass man nicht allein ist.

Seitdem ist viel Wasser den Bach hinuntergeflossen, Leute haben sich entschuldigt, Leute sind zurückgetreten und Positionen wurden neu besetzt, aber die Diskussion bleibt weiter hitzig. Fantasy-Autorin N.K. Jemison, die nicht nur weiblich, sondern auch dunkelhäutig ist, hat das Thema im Rahmen einer Rede angeschnitten und durfte sich danach viel rassistischen und sexistischen Mist anhören. Wusstet ihr schon, dass es Frauen waren, die die SF zerstört und die armen Männer in die Arme von Computerspielen getrieben haben? Ja, diese und noch mehr Dinge konnte man dieser Tage lesen. Aber auch, dass die Frauen doch bitte nicht über das sprechen sollen, was sie auf Cons an Belästigung erlebt haben, weil es potentielle weibliche Con-Besucher davon abhalten könnte, diese Veranstaltungen zu besuchen. Finde den Fehler …“

13 Kommentare leave one →
  1. 1. September 2013 15:52

    Ich lese offenbar die falschen Seiten, weil davon mal wieder nur gaaaanz am Rande mitbekommen habe. Für ein paar Links (gerne auch per Mail) wäre ich mehr als dankbar.
    Am Ende des Artikels musste ich lachen. Dabei ist es nicht mal annähernd zum lachen. Vielleicht verstehst Du einige meiner Ansichen nun vielleicht auch ein bisschen besser😉
    Was ich mehr als schade finde ist, dass Autorinnen nun darüber sinnieren, der Sache lieber ganz den Rücken zu kehren und einfach etwas anderes zu machen. Das ist nur eine Flucht auf Raten. Schon allein weil das Thema auch im Jugendbuch eine Rolle spielt (oder spielen sollte, wenn ich mal über einiges nachdenke, das ich kürzlich gelesen habe). Da gibt es einfach kein Entkommen wenn man eine Frau ist und es wird sich auch nie etwas ändern, wenn man es totschweigt (und rosa lächelt).

    • 1. September 2013 17:59

      Schau mal im Blog von Jim Hines (http://jimhines.livejournal.com), der widmet sich dem Thema immer wieder und stellt auch oft Linklisten zusammen. Hier ist ein Post mit sehr vielen Links (http://jimhines.livejournal.com/682063.html), aber es lohnt sich auch generell die Posts unter dem Tag „sexism“ und „Sexual Harassment“ anzusehen.
      Vieles lief auch über Twitter, da kann ich leider keine Links mehr geben, weil die ganze Sache schon im Mai/Juni richtig hochgekocht ist.

      Es ist ja nicht so, dass ich deine Ansichten nie verstanden habe, ich hatte nur eine andere Haltung dazu. Ich muss aber zugeben, dass sich die nach und nach verändert, ausgelöst durch unsere Diskussion, über die Reaktionen, die teilweise auf die #aufschrei-Aktion folgten hin zu Dingen wie die massiven Mord- und Gewaltdrohungen, die Frauen bekommen, die für mehr weibliche Gesichter auf Geldscheinen eintreten – oder die über das Frauenbild in Computerspielen sprechen. Ich habe kein Problem mit Widerspruch gegen deren Positionen – ich stimme vielleicht auch nicht immer mit ihnen überein, aber diese besondere Agressivität, die ihnen entgegengebracht wird, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Auch, dass man versucht, sie und ihre Argumente mit dem Prädikat „hysterische Feministin“ schon im Keim zu ersticken.
      Und in jünster Zeit kommt auch mir bei gegenderten Würstchen und Grillsaucen ein heftiges Augenrollen.

      Ich denke auch, dass die Überlegungen, sich von dem Genre abzuwenden, eher so in die Richtung „Ich hab die Nase voll, am liebsten würde ich …“ gehen und keine ernsthaften Absichten sind – obwohl es Autoren geben mag, die genau das im Stillen tun. Im Moment sind aber gerade die jungen Autorinnen dabei, ihren Mund aufzumachen und sich gegen das, was derzeit passiert, zu stemmen.Und zum Glück gibt es genug männliche Vertreter des Genres, gerade die der jüngeren Generation, die ihnen beipflichten. Es bleibt zu hoffen, dass sich etwas tut. Aber wenn man sich dann wieder so etwas wie den Titel dieses Panels ansieht, dann möchte man fast daran verzweifeln. Was ist denn bitte so schwer daran, sich einfach gegenseitig mit Respekt zu behandeln?

  2. 1. September 2013 20:56

    Jesses. Ich habe ab und zu ein paar wütende Tweets von ein oder zwei Autoren gelesen, aber ich dachte ehrlich gesagt, das es sich um einzelne Dinge handeln würde. Das es alles irgendwie zusammenhängt, davon hatte ich keine Ahnung…

    Mich macht das zusammen mit einigen anderen Dingen sehr, sehr nachdenklich. Irgendwie hatte ich immer angenommen, das Frauen doch in weiten Teilen gleichberechtigt sind. Aber diese unverhohlene Aggressivität, die da einem teilweise entgegen schwappt oder bescheuerte Werbung sorgt bei mir inzwischen eher dafür, das ich sauer werde.

    • 1. September 2013 21:45

      Mir ging es ehrlich gesagt auch so. Ich habe hier und da ein paar Tweets gelesen – ich folge nur eine Handvoll Bogs und Twitter-Account – und erst nach etwas Nachforschen dann den Zusammenhang erkannt.

      Was ich so interessant finde sind die Parallen zu der Debatte hier in Deutschland. Wieder ein paar herablassende Altherren-Kommentare als Auslöser, die schön zeigen wie Sexismus funktioniert: Man ist ja doch gleichbereichtigt, was will man denn, warum macht man so einen Wind um ein paar gutgemeinte Kommentare, man sei ja nur humorlos etc.
      Und plötzlich kommen die Frauen und packen aus. Sprechen davon, dass sie sich auf Conventions sexistische Kommentare anhören mussten – von Publikum und Kollegen -, dass männliche Kollegen versucht haben, sie Kaffeeholen zu schicken oder sie sogar angegrabscht, in den Po gekniffen worden etc. sind.
      Und wieder gibt es Leute, die versuchen, ihre Vorwürfe als übertrieben hinzustellen und sie damit zu entwerten und damit wieder zum Schweigen zu bringen, weil sie zu unbequem sind. Und dieser wiederkehrende Mechanismus macht mich auch mittlerweile wirklich nachdenklich.

  3. 2. September 2013 18:57

    Und jetzt stellt Euch mal vor, Ihr hättet (unter anderem) Geschlechterstudien im Studium gehabt😉 Von einer Gleichberechtigung sind wir noch immer meilenweit entfernt.
    @nija: Danke für die Hinweise. Hines lese ich tatsächlich ab und zu, Jemisin kam man ja nicht dran vorbei – dann war es mir aber wohl auch zu viel. Es deprimiert ja letztendlich doch nur.
    Ich denke nicht, dass das „sich abwenden“ nur eine Haltung oder momentane Gefühlsäußerung ist. Bei einigen sicher schon, aber wir Menschen, unabhängig vom geschlecht, neigen dazu, uns den einfacheren Weg auszusuchen.

  4. 8. September 2013 18:30

    Ich fürchte, das Lachen vergeht mir da …

    Jim C. Hines, John Scalzi und Seanan McGuire haben alle drei sehr viele Beiträge und Links zu diesem Thema auf ihren Blogs veröffentlicht und twittern (zur Zeit mal wieder) fast täglich darüber. Dass Resnick zu der „Altherrenriege“ gehört, hat mich ziemlich erschreckt – und sei es nur, weil seine Tochter doch selber Fantasyautorin ist.

    Ich bin inzwischen soweit, dass ich dringend wieder eine Auszeit von all den Diskussionen benötige, weil mir beim Lesen der ganzen Texte so langsam immer übler wird.

    (Dazu kommen dann noch solche Berichte: http://www.newstatesman.com/internet/2013/09/caroline-criado-perezs-speech-cyber-harassment-womens-aid-conference)

    • 8. September 2013 19:06

      Stimmt, ich hatte am Rande mitbekommen, dass Scalzi auch sehr viel geschrieben hat. Wird Zeit wieder seinem Blog zu folgen (der auch interessant ist, wenn man – wie ich – seine Bücher nicht liest). Ich habe die Diskussion auch irgendwann nur noch am Rande verfogt, weil sie bei mir immer stärkere Magenschmerzen verursacht hat.
      Was mich auch etwas entsetzt hat, das war die Reaktion einer Freundin, die sonst wirklich eine sehr nette und intelligente Person ist, als ich ihr von Ann Aguirres Erzählungen von ihren Erlebnissen auf SF-Cons erzählt hat, also dass sie nicht ernst genommen worden wäre etc. Ihre verächtlich geäußerte Antwort: Es gäbe ja auch so gut wie keine ernst zu nehmenden Frauen in der SF. Und was das denn bringen solle diese Dinge zu erzählen. Da würde sich eh nichts ändern, also warum Hoffnungen schüren.
      Und da merke ich wieder, dass es ein Problem ist, das sich wirklich durch die ganze Gesellschaft, Frauen wie Männer, zieht. Aber es freut mich, dass so viele Männer wie Hines, Sclazi und viele mehr da öffentlich Position beziehen.

      Der Bericht ist wirklich heftig. Ich habe auch vor einer Weile einen Artikel von einer derart bedrohten Journalistin gelesen, die dann im Rahmen ihrer (Radio?)-Sendung mit zweien solcher „Trolle“ telefoniert hat. Die gar nicht einsahen, dass sie da was falsch gemacht haben. Der eine meinte, man wisse doch, dass diese Drohungen nicht ernst gemeint seien. Und der andere meinte so nach dem Motto: Selbst schuld, was reißt sie auch die Klappe so weit auf.

      • 8. September 2013 19:31

        Wirklich erschütternd, wenn eigentlich intelligente Frauen diese „das ändert eh nichts“-Haltung kultivieren und so genau dafür sorgen, dass sich eben nichts ändert. (Die „es gibt keine ernst zu nehmenden Frauen in der SF“-Bemerkunge überspringe ich mal lieber, sonst fange ich an Vorträge über männliche Pseudonyme weiblicher Autoren und Veröffentlichungsproblemen von Frauen in bestimmen Bereichen zu zetern.😉 )

        Ich bin bei solchen Ereignissen dann auch immer sehr froh, dass die Männer in meiner Umgebung (angefangen bei meinem Mann und meinem Vater bis hin zu Freunden) solch ein Verhalten ebenso unverständlich finden wie ich. Noch schöner ist es, wenn Männer wie Hines, Scalzi und andere aus ihrem Umfeld aktiv für einen respektvollen Umgang gegenüber Männern und Frauen eintreten.

        Mit Trollen zu telefonieren scheint mir auch nicht ausreichend zu sein, um sie zum Umdenken zu bewegen. Auf der anderen Seite kann man hoffen, dass steter Tropfen irgendwann den Stein höhlt – oder eben einen Funken Erkenntnis bringt.

        • 8. September 2013 20:32

          Ist aber ein interessantes Thema. Also Frauen mit männlichen Pseudonymen etc. Vielleicht hast du ja mal Lust über das Thema zu bloggen. Fände ich spannend.

          Das Telefonieren war eher zum Zweck: Ich will wissen, was dahintersteckt. Weniger um sie zubekehren. Insofern war es ein interessantes Experiment.

  5. 15. Januar 2014 22:14

    Das Problem ist leider alt-bekannt. Ich erinnere mich an Beschwerden bezüglich einer Konferenz/Con(?) des Chaos-Computer-Clubs, wo den Damen solche Kärtchen gegeben wurden (rot, gelb, grün), die sie Herren übergeben sollten, wenn sie sich durch diese bedrängt/belästigt fühlten. Einige Idioten haben das dann zum Anlass genommen, ein Spiel daraus zu machen: Wer am meisten rote sammelt, gewinnt.

    Und dann gab’s noch das hier:
    http://dailyoftheday.com/comic-book-illustrator-tony-harris-hates-women-cosplayers/
    Tony Harris. (Sorry, war der einzige Link, wo ich seinen ganzen Kommentar lesen konnte.)
    Persönlich ist das in „Männer“-Domänen für Frauen immer so eine Sache. Als ich noch CS gespielt habe und die Jungs rausgefunden haben, dass sie gerade von jemandem weiblichen besiegt worden waren, haben sie sich gerne gegen mich verschworen und erst einander umgenietet, wenn ich ins Gras gebissen hab. Wurde als „Gang Bang“ bezeichnet – ja, Zeiten waren das.😦

    Kennst Du auf Youtube „Feminist Frequency“?

    • 15. Januar 2014 23:30

      Wow, allein die Idee mit den Kärtchen ist ja schon schrecklich. Als wüssten Männer nicht, wenn sie einer Frau eindeutig zu nahe treten. Da nimmt man den Männern doch schon wieder alle Verantwortung ab und macht wieder die Frauen zu den Schuldigen, die ein Kärtchen hochhalten müssen … oder keinen Aussschnitt haben oder keinen kurzen Rock tragen … Ich kann irgendwie auch verstehen, dass sich diie Männer da veräppelt vorkommen. Kein Wunder, dass das nach hinten losgeht …

      Das klingt ja auch arg mit der CS-Geschichte. Hat sich da mittlerweile etwas geändert (ich spiele nie irgendwelche multiplayer-sachen – wenn überhaupt)?

      Ja, die kenne ich. Ich schaue sie nicht regelmäßig, aber die Lego-Serie habe ich gesehen. Finde ich arg, was für ein Hass ihr entgegenschlägt – als würde sie kleine Kinder fressen.

      • 16. Januar 2014 00:43

        Generell gebe ich dir da recht („als ob Männer nicht wüßten, wie sie mit Frauen …“), allerdings glaube ich, besteht da in Computerkreisen leider schon ein gewisses Defizit. Ich will auf gar keinen Fall generalisieren und alle Informatiker, von denen es sehr viele, sehr nette gibt, über einen Kamm scheren, aber nur von Informatikern habe ich die Aufforderung als Frau erhalten, „da hinten doch mal zu putzen“. Der „Witz“ besteht darin, dass die Frauenquote so niedrig war, dass die einzigen Frauen bei denen die Putzfrauen sind.

        Die Sache mit den Kärtchen allerdings … naja. Es war die 29C3 und von den Kärtchen abgesehen waren die anwesenden Herren wohl nicht so nett.

        http://raummaschine.de/blog/2013/01/08/stellungnahme-zu-den-creeper-move-cards-auf-dem-29c3/

  6. 16. Januar 2014 10:40

    Ich fange mal neu an, weil bei „Antwort“ das Textfeld immer schmaler wird.
    Die Sache mit den Karten interessiert mich ja sehr und ich würde gern mehr darüber erfahren. Der Link war interessant, aber wenn man erst einmal nicht genau weiß worum es geht oder keine dieser Karten gesehen hat (offenbar stand etwas darauf, kann man damit nicht viel anfangen.
    Nicht nur, dass mir der Umstand, Karten überhaupt zu benötigen, sauer aufstößt, ich frage mich, wieso ausgerechnet um die roten Karten ein „Sport“ gemacht worden ist. Das andere „Extrem“ wäre ja auch grün gewesen (obwohl ich natürlich nicht weiß, wie genau die Farben assoziert und definiert werden).
    Im Text bin ich mehrmals über „Conflict Helpers“ gestolpert. Erste unbewusste Frage, warum man sie nicht einfach Konflikthelfer nennt. Und dann, wer und wie jemand diese Position einnehmen kann. Es gibt nämlich Studiengänge zu dem Thema und man hätte doch mal einen Fachmann oder eine Fachfrau befragen können. Und nicht nur mir juckts sicher in den Fingern, da gleich eine Untersuchung anzuschließen.

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