Skip to content

2013 – Eine Bilanz in Büchern und Bildern – Teil 2

2. Januar 2014
feuerwerk

Bild von Jeff Golden, Quelle

Und hier kommt der zweite und letzte Teil  meines kleinen Rückblicks auf die Bücher und Buchthemen, die mich das Jahr über begleitet haben.

Winter 2013 – Ein fernöstliches Abenteuer

Gleich zu Beginn des Jahres 2013 habe ich etwas gewagt. Ich, die aus einer Familie von Reisemuffeln  stammt und nie auch nur ansatzweise die Nase über die Grenzen Europas hinausgestreckt hat, verspürte im Sommer 2012 plötzlich eine mir unbekannte Unruhe. Ich wollte weg, weit weg. Und als mir dann das Schicksal gleich mehrere Gelegenheiten vor die Füße warf, beschloss ich zuzugreifen und ein Abenteuer zu wagen. Mein Weg führte mich für drei Monate nach Seoul.

dumontsuedkoreaMein treuer Begleiter und das wichtigste Buch während der drei Monate war dieser Reiseführer, der nur wenige Tage vor meiner Abreise erschien und damit so ziemlich der einzige wirklich aktuelle Korea-Reiseführer war. Er hat zwar das Gewicht eines halben Ziegelsteins, enthält aber auch viele sehr gute Tipps und Hinweise und ist in einem lockeren, unterhaltsamen Ton verfasst, der dazu einlädt, auch mal so darin zu schmökern. Das Kartenmaterial ist leider vom Maßstab her ziemlich unbrauchbar,  (stattdessen hätte ich gerne einen U-Bahnplan von Seoul gehabt) und ein paar Informationen hätten aktueller sein können. Aber generell war ich sehr froh, ihn bei mir gehabt zu haben. Ich war leider nicht nur zum Urlaubmachen dort, deshalb bin ich nur einmal für ein paar Tage aus Seoul herausgekommen, aber ich habe trotzdem genug gesehen, um viele schöne Erinnerungen mit nach Deutschland nehmen zu können.

seoul

Nicht schön, aber riesig. Ein Blick über Seoul, vom Namsan, einem Berg in der Mitte der Stadt, aus.

essen

Essen gehen mit Freunden – In diesem Fall eine Art Eintopf aus Meeresfrüchten, Tofu und Gemüse, die man in so in rohem Zustand bekommt und dann direkt am Tisch kocht. Lecker!

sejong

Stellvertretend für die klassischen Postkartenmotive: Der große König Sejong, der die koreanische Schrift erfunden hat, mit dem Gwanghwamun, dem Tor zu einem der alten Paläste Seouls im Hintergrund

han

Spaziergänge am Han, dem breiten Fluss, der mitten durch die Stadt verläuft.

coffeeprince

Besuch des Coffee Prince Cafés, das mittlerweile wieder fast so aussieht wie vor der Renovierung durch Han Kyul und seine Jungs und wegen, ja, Renovierung geschlossen war.

Sonnenuntergang über Seoul

Sonnenuntergang über Seoul

Blick auf die subtropische Vulkaninsel Jeju vom Flugzeug aus

jejuwasserfall

Einer der Wasserfälle im Süden Jejus

jejukirschblueten

Kirschblüten (?) auf Jeju im März

Während meiner Zeit dort bin ich auch viel durch Buchläden gestreift. Die große Buchhandelskette dort heißt Kyobo und in Seoul gibt es zwei Filialen, eine im „Palastbezirk“, gleich am Gwanghwamun, den anderen in Gangnam (das wohl dem Namen nach mittlerweile jeder kennt). Es hat mir erstaunlich viel Spaß gemacht, trotz kaum vorhandener Sprachkenntnisse durch die Regale zu streifen und bekannte Bücher in koreanischer Übersetzung aufzustöbern. Südkorea hat eine unglaublich aktive Buchindustrie, es gibt sogar eine Buch-Stadt, in der zahlreiche Verlage ihren Sitz haben und wo viele kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Es wird wahnsinnig viel übersetzt, gerade auch aus dem Deutschen. Auf den Bestsellerlisten  und Büchertischen habe ich die Bücher von Nele Neuhaus und Andreas Franz gefunden, in den Kinderbuchabteilungen alles von Ende, Preußler, Nöstlinger, etc.

buechertisch

Büchertisch mit der koreanischen Ausgabe von „Todesmelodie“ von Andreas Franz

Für englischsprachige Bücher besuchte ich dann aber doch lieber „What the Book?“ in Itaewon, ein großer, rein englischer Buchladen mit einer riesigen Second Hand Abteilung.

Ich hatte keine Bücher im Reisegepäck, nur meinen alten Ebook-Reader. Leider war es am Ende gar nicht so einfach, an elektronischen Lesestoff zu kommen, da ich einiges aus lizenzrechtlichen Gründen in Korea nicht herunterladen konnte. Also habe ich mich in der deutschen Bibliothek des Goethe-Instituts und besagtem englischen Buchladen eingedeckt.

sternwanderer espionage potatoe_peel_pie busfahrt schlaflos

Bei meinen täglichen Busfahrten habe ich dann einige Jugendbücher gelesen, darunter Busfahrt mit Kuhn von Tamara Bach, eine nette Sommergeschichte über den Abschied von einer alten Lebensphase und dem Eintritt in eine neue. Als Wohlfühlbuch gegen den kalten Winter habe ich mir „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ vorgenommen. Aber nach anfänglichem kuscheligen Wohlbefinden kehrte bei mir leider die große Langeweile ein und den Rest habe ich dann nur noch überflogen. Abends habe ich dann oft Hörbücher gehört, darunter „Der Sternwanderer“ von Neil Gaiman, das der erste Gaiman ist, der mir uneingeschränkt gefallen hat. Und ich habe mich an Gail Carrigers „Etiquette and Espionage“ gemacht, von dem ich zu Beginn auch sehr angetan war, weil es mich an die Bücher meiner Kindheit erinnert hat, bei dem ich dann aber irgendwann den Faden verloren habe. Seitdem habe ich es noch einmal probiert und wieder den Faden verloren und jetzt ruht es in meiner Bibliothek und wartet auf den dritten Versuch. Mit Vera Hohleiters „Schlaflos in Seoul“ konnte ich die Erfahrungen einer anderen Deutschen in Korea mit meinen eigenen vergleichen und habe mich ein wenig fremdgeschämt dafür, dass man sein Gastland für Unterhaltungszwecke so schlecht dastehen lässt.

Auf dem Buchmarkt hat wohl Amazon in diesem Jahr die Schlagzeilen bestimmt und das begann schon in im ersten Quartal mit dem Leiharbeiterskandal. Ich sehe Amazon selbst kritisch, weil ich glaube, dass es keinem, der am Buchmarkt beteiligt ist, in letzter Konsequenz etwas Gutes tut – auch den Lesern nicht – , aber die Art, wie das Börsenblatt in diesem Jahr über den Online-Händler berichtet hat, war teilweise mehr als unsachlich und auch unwürdig. Man kann seine guten Argumente auch zerstören, wenn man sie zu einer unsympathischen Dauerlitanei werden lässt. Den Wunsch, dass die Branche handelt statt jammert, bereut man dann aber spätestens im März, wenn die „Vorsicht Buch!“-Kampagne startet. Man hätte sie auch „Wir wissen, dass Bücher langweilig sind, aber lies sie trotzdem, weil unsere Werbekampagne so schön pseudowitzig ist“-Kampagne nennen können. Eigentlich würde man meinen, dass eine Branche, die sich mich dem geschriebenen Wort beschäftigt, wissen müsste, wie Kommunikation funktioniert, aber was soll’s. Machen wir eben lieber Imagekampagnen, als uns zu überlegen, was die Bedürfnisse des Kunden sind und wie wir diesen im Rahmen unserer Möglichkeiten und Prinzipien am besten nachkommen. Ich kenne jemanden, der sich darüber freut.

Ende März ging es für mich aus dem traumhaft frühlingshaften Seoul zurück in das trübe, graue Deutschland, wo der Winter selbst im April noch seine eisigen Ausläufer zeigte.

Frühling 2013 – Zurück ins (Alltags-)Leben

Während sich draußen vor meinem Fenster langsam die Natur gegen den Winter durchsetzte und alles wieder zum Leben erwachte, sah ich hinaus und fühlte mich selbst auf seltsame Weise entwurzelt. Ich war nur drei Monate weg gewesen, aber ich bekam diese Lücke zu spüren. Die Rückkehr hielt einen Kulturschock bereit, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Die Menschen, die mich umgaben waren plötzlich so  anders und der Lärmpegel einer täglichen S-Bahn-Fahrt kaum zu ertragen. Schon wünschte ich mir die nonstop auf ihre Smartphones blickenden koreanischen Mitreisenden zurück. Um mich herum war jeder mit seinem Leben beschäftigt, während ich erst einmal wieder in meines hineinfinden musste. Es hat mich ein paar Wochen gekostet, bis ich das „Fremdeln“ hinter mir hatte und alles wieder in normalen Bahnen lief.

koreakochbuch koreanischvegetarisch korean tablenaehmaschinen

Um zumindest die Sehnsucht nach Kimchi und Co zu besänftigen, habe ich die Asia-Läden gestürmt und meine koreanischen Kochbücher hervorgekramt. Seitdem lege ich immer mal wieder eine koreanische Woche ein und probiere Rezepte aus diesen Büchern aus. Besonders hat es mir „Das Korea Kochbuch“ mit seiner Mischung aus Erzählband und Kochbuch und den gezeichneten Illustrationen angetan. Aber auch das englische Buch kommt oft zum Einsatz. Lediglich „Koreanisch Vegetarisch“ finde ich ein fürchterliches Buch, weshalb ich es so gut wie nie verwende. Wenn Interesse besteht, schreibe ich auch gerne mal einen ausführlichen Vergleich über die Bücher und meine Erfahrungen mit ihnen.

Außerdem konnte ich mich endlich meinem Weihnachtsgeschenk vom Vorjahr widmen: Einer funkelnagelneuen Nähmaschine. Da ich eine Nähanfängerin bin, brauchte ich ein Anfänger-Buch und nach einigen Recherchen bin ich über „Mein kleines Nähmaschinen-Atelier“ gestolpert. Ich mag den Aufbau, weil zu jedem Lernkapitel gleich ein Nähprojekt geliefert wird, so dass man die Techniken sehr gut ausprobieren kann. Aber ich finde auch, dass das Buch einige Defizite in der Seitenaufteilung und den Beschreibungen aufweist, kann mich also den allgemeinen Lobeshymnen nicht ganz anschließen.

hollyhill  tagewiediese hausdesschweigens shades

Mit Alexandra Pilz‘ „Zurück nach Holly Hill“ habe ich meine einzige YA-Romantic-Fantasy in diesem Jahr gelesen. Für ein Debüt ein ganz nettes Buch, das meinen Bedarf an  diesem Genre in diesem Jahr aber auch voll und ganz erfüllt hat. Besser hat mir da schon der Novellen-Band „Tage wie diese“ gefallen. Vielleicht das perfekte Buch, wenn man sich gerade in einer Lesediät befindet, weil man die kleinen 100-150-seitigen Geschichten auch bei nur wenigen Minuten Lesezeit pro Tag ganz gut durchbekommt. Außerdem habe ich mich nach Alten Lieblingen umgesehen und noch einmal Gillian Cross‘ „Das Haus des Schweigens“ gelesen, das als Jugendliche lange eines meiner Lieblingsbücher war. Ich war einmal mehr fasziniert davon, wie sie Realität und Phantasie zu einer auf beiden Ebenen unheimlichen Mischung verbindet. Gleichzeitig musste ich aber auch feststellen, dass die Geschichte wesentlich weniger wirkt, wenn man ihren Ausgang kennt – und dass die altbackene Übersetzung dieses bereits vor über 20 Jahren erschienen Buches mich einfach die Wände hochtreibt. Von weiteren Experimenten dieser Art habe ich danach abgesehen. Manche Bücher sollte man einfach in schöner Erinnerung behalten.

Und dann habe ich noch das Buch gelesen, das alle gelesen haben: „50 Shades of Grey“. Ein Jahr hatte die Datei auf meiner Festplatte gelegen, aber ich hatte während des großen Hypes nie Lust darauf. Aber dann im Mai war ich plötzlich in der Stimmung für etwas Trash und begann zu lesen. Ich hatte jetzt nicht gerade erwartet, dass ich es lieben würde, aber die extreme Abneigung, die ich während des Lesens gegen dieses Buch entwickelt habe, hat mich letztlich selbst überrascht. Das Buch ist wie der feuchte Traum einer Vierzehnjährigen, die glaubt, SM bestünde nur aus Handschellen und Popoklopfen (wie verwegen!) – und beträfe ohnehin nur Leute mit einem psychischen Knacks, die von ihrer wahren Liebe davon geheilt werden können . Absehen davon erzählt es die Geschichte einer zutiefst dysfunktionalen Beziehung, in der ein unglaublich schöner und reicher Mann eine Frau, die kaum auf zwei Beinen laufen kann und die Aufmerksamkeitsspanne einer Eintagsfliege hat, stalkt, überwacht und rundum kontrolliert. Wo das bitte romantisch sein soll, wird mir auf ewig verborgen bleiben. Ich finde es eher verstörend. Über den erotischen Aspekt will ich angesichts der phantasielosen Sexszenen gar nicht erst sprechen. Auf eine Rezension habe ich damals aufgrund der Omnipräsenz des Titels verzichtet, dafür habe ich mich in einem Artikel hier im Blog gefragt,  was an dummen Heldinnen wohl so ansprechend ist.

Verstörend fand ich auch die Tatsache, dass die Buchplattform Goodreads über Ostern „Teil der Amazon-Familie“ wurde. Es scheint der Lauf der Dinge zu sein, dass im Internet eine Plattform ihre Unabhängigkeit an einen der großen Konzerne verlieren muss, sobald sie etwas größer und damit wertvoller wird. Ich habe mich seither von Goodreads weitgehend zurückgezogen und stelle dort auch keine neuen Bücher mehr ein. Ich fühle mich dort einfach nicht mehr wohl. Als Alternative hatte ich mir booklikes angesehen, aber das braucht noch etwas, bis es alle Funktionen hat, die ich möchte. Und bis dahin katalogisiere ich eben mal eine Weile keine Bücher. Kann man sich auch dran gewöhnen.

Außerdem haben sich einige Buchhändler über den Einzug Amazons in das bis dahin unbefleckte Conni-Buch beschwert, worauf jeder sich bemüßigt sah, sich über die Buchhändler zu beschweren. Und das wiederum hatte schon wieder seine eigene Komik: Sich darüber aufzuregen, dass Leute sich über eine Kleinigkeit aufregen und sich damit im Grunde selbst über eine Kleinigkeit zu echauffieren. Börsenblatt und Co sollten daraus aber vielleicht lernen, nicht jede Beschwerde einer Handvoll Buchhändler zu einer den ganzen Buchhandel betreffenden Affäre aufzupusten.

Sommer und Herbst 2013 –  Der ganze Rest

freiheit rivers_storyguy shine fairgame

Während ich noch die Nachwehen der Lektüre von „Shades of Grey“ verarbeitete, wurde bekannt, dass wir längst in einer Version von 1984 stecken. Mehr als diese Tatsache hat mich den Sommer über beschäftigt, warum etwas, was für mich so unglaublich falsch ist, von meinen Mitmenschen nur mit einem Schulterzucken quittiert wurde. Während gleichzeitig ein Riesentheater um den Vorschlag gemacht wurde, in Kantinen einen fleischfreien Tag einzuführen – weil man sich da bevormundet fühle. Es hat mich fasziniert, aber auch fast ein wenig beängstigt, wie leicht man sich mühsam erkämpfte Freiheiten nehmen lässt, während man seine Energie auf Nebenschauplätzen verschwendet. In dieser Zeit habe ich mehr in Online-Magazinen und Blogs gelesen als in Büchern.

Enttäuscht hat mich auch, wie passiv viele Autoren in dieser Zeit blieben, erst jetzt gegen Ende des Jahres schien sich da zumindest ein wenig mehr zu tun. Juli Zeh und Ilja Tojanow traten allerdings schon zu dieser Zeit häufiger in Erscheinung und deshalb habe ich auch zu ihrem Buch „Angriff auf die Freiheit“ gegriffen. Ein durchaus interessantes Buch, mit vielen Wahrheiten, das bereits vor einigen Jahren erschienen ist und doch hochaktuell wirkt. Allerdings störte mich der bisweilen fast belehrende Ton, so dass ich das Buch nicht ganz zu Ende gelesen habe. Die meisten Aussagen sind für jemanden, der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat, ohnehin nicht neu. Und die, die sie hören müssten, werden das Buch wohl von sich aus nicht lesen …

Um das bereits erwähnte „Shades of Grey“ endgültig aus meinem System zu bekommen, habe ich das erste Mal seit Jahren mal wieder ein wenig in den Tiefen der Online-Literatur gewühlt und etliches gefunden, was deutlich besser war. Außerdem habe ich mich zu „The Story Guy“ verführen lassen, einem kleinen E-Book mit einer netten Grundidee und einer durchaus schönen Umsetzung. Letztlich war es zwar nicht ganz mein Ding, aber ich werde die Autorin im Auge behalten.

Außerdem habe ich einmal mehr den Versuch unternommen, endlich mein Audible-Konto zu räumen, indem ich alle meine Guthaben investiere. Da ich beim Stöbern immer wieder auf die gleiche Genreware stoße, die mich im Moment nicht so recht interessiert, habe ich hier im Blog nach Empfehlungen gefragt. Am besten hat mir dabei Lauren Myracles „Shine“ gefallen, ein Jugendroman um ein Mädchen in einem tristen, verarmten Südstaatenstädtchen, das versucht den Täter zu finden, der hinter dem  Überfall auf ihren homosexuellen besten Freund steckt. Ein gutes Buch, gut gelesen. Das Audible-Konto bin ich aber noch immer nicht ganz los. Vorsatz für’s neue Jahr!

Im Oktober änderte Goodreads seine AGBs und stärkte in dem Versuch, die lange währenden Auseinandersetzungen zwischen Autoren und Lesern zu beenden, die Autoren-Rechte, indem es die der Leser beschnitt. Das passte in eine lange Reihe von Beobachtungen, die ich in den letzten Monaten gemacht hatte und bewog mich zu einem Artikel zu diesem Thema. Schon lustig, wie alt man sich plötzlich fühlt, wenn man an die Anfangszeiten des Internets zurückdenkt, als User wirklich noch Content für User und nicht für Unternehmen und Geld gemacht haben. Früher war alles besser und so.😉

Im Herbst wurde es für mich dann endgültig ruhig in Sachen lesen, was man auch hier im Blog gemerkt haben dürfte. Ich hatte viel zu tun und abends reichte die Konzentration nicht mehr fürs private Lesen, weshalb ich mich lieber ein paar mehr Serien gewidmet habe.

Ein neuer Literaturtrend zeichnete sich ab, als alle Welt über Dino-Erotika sprach, die eine Selfpublisherin über Amazon vertreibt. Selbst SPON sah sich bemüßigt, darüber zu berichten – Wochen, nachdem das Thema schon durch sämtliche soziale Netzwerke gegeistert war. Ich habe letztlich davon abgesehen, den Selbstversuch zu wagen. Aber wer weiß, vielleicht hätte ich ja dort mein neues Lieblingsgenre gefunden, denn so recht wusste ich gegen Ende dieses Jahres nicht mehr, was ich lesen sollte. Ich hatte ewig an Patricia Briggs‘ „Fair Game“ herumgelesen, um dann im November schließlich auf den Gedanken zu kommen, dass es vielleicht auch so sein könnte, dass ich aus der Urban Fantasy einfach „herausgewachsen“ bin. Es bleibt natürlich auch die Möglichkeit, dass nicht mein Lesegeschmack, sondern das Buch an sich das Problem ist, denn Briggs‘ Gefühl für ihre Charaktere habe ich in diesem Band eindeutig vermisst und abseits davon gibt es nur eine halbgare, langweilig erzählte Krimihandlung.

Und das war es dann auch, mein Jahr in Büchern. Ich bin gespannt, was mir das neue Jahr so bringt und wünsche allen viel Glück und (Lese-)Freude im neuen Jahr!

3 Kommentare leave one →
  1. 2. Januar 2014 20:24

    Hui, das hat mir gefallen, irgendwie sehr persönlich und was das Lesen und Leben angeht sehr nachvollziehbar. Zu den einzelnen Teilaspekten habe ich sicher jeweils schon was gesagt und spare es mir daher hier. Ich bin nur unendlich froh, dass ich mir die Shades-Sache gespart habe. In der Leseprobe bin ich drei Seiten oder so weit gekommen und habe dann aufgehört. Mir hat früher bei LiRos schon nicht gefallen, wie unpartnerschaftlich die Paare miteinander umgegangen sind – und während ich die Geschichte dann auch kritisiert habe, fanden Unmengen an Leserinnen sie toll. Meist genau deswegen, weil ER ja so stark ist und so weiter. Mich nerven solche Frauen in der Literatur, passive Heldinnen, mein No-Go.
    Deine Fotos sind sehr schön und wenn Du über die Bücher schreiben magst, dann bitte, ich les es bestimmt. Da ich erst vor einigen Tagen von meinen Eltern in Erinnerung bekommen habe, das bei ihnen noch eine Nähmaschine steht, die ich vor Jahren mal gekauft, aber nie benutzt habe, wollte ich ebenfalls mit dem Nähen anfangen. Eine Freundin von mir macht wunderschöne Taschen und behauptet, das sei total einfach. Von daher auch gerne über dieses Buch was.🙂
    Den Wandel in Deinem Lesen finde ich sehr interessant. Wohin wird er Dich bringen, wenn Du a) weniger liest und b) aus Manchem herauswächst? Hast Du da schon eine Antwort für Dich gefunden?

    • 4. Januar 2014 12:38

      Ja, ich hatte schon überlegt, ob es nicht zu persönlich ist, aber auf ein simples Auflisten hatte ich auch keine Lust, weil Bücher einen ja immer ein wenig im Leben begleiten.
      Ja, dieses „unpartnerschaftliche“ ist es, was mich an solchen Sachen auch stört. Ich sage immer, ich mag Beziehungen „auf Augenhöhe“, die von einem gewissen gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind, aber so etwas ist selten.
      Das mit dem Nähen ist tatsächlich einfacher als gedacht. Gerade so kleine Taschen und Buchhüllen sind am Anfang prima, weil man nur geradeaus nähen muss und schnell Erfolgserlebnisse hat. Youtube hat da auch einiges zu bieten. Ich mag die Videos von pattydoo. Bei einem ihrer Projekte habe ich völlig schmerzfrei meinen ersten Reisssverschluss eingenäht.
      Was den Wandel angeht, bin ich selbst sehr gespannt. Ich hatte eine Phase im vorletzten Jahr als ich beruflich nonstop lesen musste und privat keine Zeit mehr dafür hatte – und das hat mich dann frustriert. Dass es in Ordnung und eigentlich auch ganz normal ist, nicht oder wenig zu lesen, musste ich mir in diesem Jahr erst einmal antrainieren. Mein Fazit daraus wird sein, dass ich, wie du es an anderer Stelle auch schon gesagt hast, meinen Lesestoff bewusster auswähle. Wo ich früher noch mittelmäßige Genreware weggefräst hätte, ist mir heute meine Zeit zu schade. Lieber ein Buch, an das ich mich gut erinnere als 10, die ich später wieder vergessen habe.

  2. 4. Januar 2014 17:13

    Ich fand den Artikel gut so wie er ist. Die bloßen Zahlenauflistungen habe ich schnell wieder weggeklickt. Wenn Du Paare auf Augenhöhe magst, dann schau mal bei Julie Cohen rein, ich hab vor Jahren bei „Der Glücksunfall“ (spar Dir das deutsche Cover) Anfälle von „toll, toll“ bekommen, einfach weil die meisten Paare doch einen Parnter haben, der dominiert. Wir wissen alle, welcher. Aber auch in ihren anderen Büchern ist es auffällig, wie gleichberechtigt das Paar ofti st.
    Da ich fleißig beim häkeln und stricken wieder eingestiegen bin, hab ich viele youtube-Videos angesehen und kann das echt empfehlen (Ich habe das letzte Mal mit zehn gestrickt). Taschen häkeln UND innen Stoff einnähen, das ist mein Traum, das möchte ich mal können. Bisher habe ich nämlich NULL Ahnung wie das funktionieren soll.
    Weniger lesen, heißt tatsächlich (noch) bewusster auswählen, was bei DEM Markt gar nicht so einfach ist, es sei denn es hat plötzlich keiner mehr auf Dein Lieblingsgenre Lust. Habe in letzter Zeit viel aus dem Regal gelesen und fand das auch sehr angenehm. Das viele Anschaffen war ja auch … nicht unbedingt optimal. Ich greife immer noch mal daneben, aber so ist das Leben😉

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s