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Meine Lieblinge des Tages

15. Oktober 2014

Als ich mit meiner Mutter neulich durch die Stadt lief, meinte sie plötzlich sinngemäß: Warum berichten die Medien eigentlich immer nur über die Leute, die Schlechtes tun und viel seltener über die, die Gutes tun. Und irgendwie musste ich ihr recht geben. Wir schenken den Arschlöchern so viel Aufmerksamkeit, dabei müssten wir den tollen Menschen mehr davon geben, weil das noch mehr Anreiz ist, ein toller Mensch zu sein (obwohl tolle Menschen meist auch ohne Aufmerksamkeit toll sind … für alle anderen gibt es die Ice Bucket Challenge …). Und weil mein letzter Artikel sich mit unangenehmen Zeitgenossen beschäftigte, schreibe ich den hier über 2 tolle Dinge.❤

Eine Freundin linkte mir diesen Artikel aus dem Buchmesseblog des Deutschlandradio kultur:

Cosplay: Schämt euch, so rumzulaufen! von Stefan Mesch

Moment, werdet ihr sagen. Sollte es hier nicht um tolle Menschen gehen und nicht um solche, die anderen erzählen, dass sie sich für ihr Hobby schämen sollen? Nun, der Titel ist provokant, aber er mag vielleicht den ein oder anderen dazu verleiten, den Artikel zu lesen, weil er ausspricht, was sie denken. Und damit lesen es dann genau die Richtigen. Stefan Mesch führt uns nämlich vor Augen, wie vielfältig die Buchwelt ist, vom „Mangamädchen“ über zerstreute Lektoren bis hin zum „Suhrkamp-Künschtler“, dass im Prinzip jeder ein Kostüm trägt und deshalb keiner mehr oder weniger berechtigt zum Besuch einer Messe ist.

Und deshalb freue ich mich für jeden Schnösel auf der “Junge Verlage”-Party, der sich einmal in Jahr vor seinesgleichen in Szene setzen darf. Einmal im Jahr erkannt, geschulterklopft, hofiert wird. Jemand ist.

Ich freue mich für jeden Cosplay-Fan, der sein Kostüm, seine Rolle fand. Sich neu erfunden hat und heute auf der Messe fotografieren und feiern lässt!

Für jeden, der sich selbst genügend mag, um über diese Messe zu laufen, selbstbewusst und offen.

[…]

Die meisten Menschen missfallen sich selbst. Und ich bin froh für jeden, der das nicht tut. Und sich zeigt!

AMEN.

Vielleicht sollte das auch mal die Origanisation der Leipziger Messe lesen und sich fragen, ob es so klug war, den ganzen Manga/Comicbereich in eine eigene Halle abzuschieben, die nicht einmal richtig auf dem Messeplan verzeichnet ist, und sich darauf besinnen, dass der große Charme ihrer Messe immer darin lag, dass sie zeigte, wie bunt Lesen sein kann.

Social Justice Classes Pins

(Foto und Idee von Chiparoo)

Diese Aktion hat mich mit sehr viel Glück und Freude erfüllt, denn sie ist die richtige Antwort auf all die, die meinen, „Social Justice Warrior“ sei eine Beleidigung. Zur Erläuterung: Ich denke, ihr kennt auch diesen kuriosen aktuellen Trend, jeden, der sich gegen Diskrimierung aller Art einsetzt oder einfach nur versucht, ein besserer und netterer Mensch zu sein, als „Gutmensch“ zu beschimpfen. Als wäre ein guter Mensch zu sein, etwas ganz Schlimmes. Nun, in Zeiten der Globalisierung wäre es ein Wunder, wenn sich dumme Ideen nur auf ein Land beschränken würden und so ist das Pendant im englischsprachigen Raum der „Social Justice Warrior“. Und weil es schon ganz schön beleidigend ist, als „Krieger“ für die Soziale Gerechtigkeit bezeichnet zu werden, wenn man sich doch eigentlich als Magier, Barde oder Bogenschütze fühlt, hat Chiparoo diese Pins entworfen, die es bislang nur auf einer Con in den USA zu kaufen gab und die leider (noch?) nicht online zu bestellen sind.

Und was soll ich sagen: ICH WILL EINEN HABEN! Ich werde es jetzt erst mal Marke Eigenbau versuchen, weil eine Freundin von mir eine Buttonstampfmaschine besitzt und es Bilder der Rohlinge auf dem Tumblr der Urheberin gibt. Wobei ich eine deutsche Ausgabe auch witzig fände, weil man hier lustigerweise die Rasse zur Klasse machen könne. Ich meine, wer wollte nicht schon immer ein Gutork sein? Ein gutorkischer Social justice bard. Awesome. Ernsthaft, wenn ich irgendein künstlerisches Talent besäße, würde ich die Urheberin fragen, ob ich mir ihre Idee ausleihen darf. Ich finde das so großartig.

3 Kommentare leave one →
  1. 16. Oktober 2014 10:39

    Schöne Beitragsreihe, gern mehr davon🙂
    Der Cosplay-Artikel ist wirklich wunderbar. Ich finde es so schrecklich, wenn Leute sich über Cosplayer lustig machen, weil sie bunt sind oder übergewichtig. Ich finde Cosplayer unheimlich mutig und da steckt ja oft so viel Zeit und Mühe in den Kostümen. Soll doch mal jeder jeden sichselbst sein lassen und sich über die ganze Individualität freuen. Sogar neugierig sein, warum andere Menschen sich verkleiden wollen, wie lange es gedauert hat diese Frisur hinzubekommen oder worum es eigentlich in der Geschichte geht, aus der sie eine Figur darstellen.

    Achso und falls du dein Buttonprojekt aufziehen möchtest, biete ich mich in Sachen Design gern an🙂

    • 17. Oktober 2014 21:15

      Ich glaube zu den schönsten Beobachtungen auf der Messe gehört für mich, wenn ich ein altes Ehepaar im Gespräch mit ein paar Cosplayern sehe. Ich fand dieses Durchmischen und den Austausch zwischen Generationen und verschiedenen Formen von Literatur immer extrem sympathisch.

      Danke für das Angebot, aber ich befürchte, das fände nur ich allein lustig und da würde sich der ganze Aufwand nicht lohnen. Immerhin hat das Eigenbauprojekt vorzüglich funktioniert und ich habe jetzt die Englischen, die exakt aussehen wie auf dem Bild.

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