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Neues Jahr, neues Drama (Dramageplauder #1/15)

20. Februar 2015

Vier Serien aus Südkorea habe ich seit Beginn des Jahres angetestet. Zwei davon verfolge ich weiter, zwei habe ich nach den ersten beiden Anstandsfolgen aussortiert. Mehr gibt es auch gar nicht zu sagen. Los geht’s!

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Pride and Prejudice (오만과 편견), MBC, 21 Folgen
Nein, das ist keine Neuverfilmung des englischen Klassikers, sondern eine Krimiserie. Ich habe 6 Folgen gesehen und finde es bislang grundsolide. Runde Figuren, die von Folge zu Folge mehr Facetten bekommen, spannende Fälle, deren Lösung man nicht immer sofort ahnt und der ein oder andere wirklich gute Cliffhanger. Ich freue mich Choi Jin Hyuk noch mal in einer guten Rolle zu sehen und nicht nur als drögen Second Lead in irgendwelchen Schmonzetten. Daumen hoch!

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Healer (힐러), KBS2, 20 Folgen
DAS Hype-Drama der vergangenen Wochen. Also kam ich nicht umhin, auch mal einen Blick reinzuwerfen. Es erinnert mich von der Art her stark an City Hunter, also eher seichter Thriller/Action-Stoff mit starker romantischer Komponente. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass man genau auf die City-Hunter-Zielgruppe hingeschrieben hat. Und das ist irgendwie auch das Problem, denn die 2 Folgen, die ich gesehen habe, wirkten auf mich seelenlos und zu offensichtlich kalkuliert. Ich kann verstehen, dass man Spaß daran hat, aber mir gibt es leider gar nichts.
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Kill me, heal me (킬미, 힐미), MBC, 20 Episoden

Das neue Drama-Trendthema in Korea sind ja multiple Persönlichkeiten. Und Kill me, Heal me ist ein Vertreter davon: Nach einem Trauma in seiner Kindheit hat Cha Do Hyeon sieben verschiedene Persönlichkeiten, die ihm ein normales Leben praktisch unmöglich machen. Er lernt eine junge Psychiaterin kennen, die der Schlüssel zu seiner Heilung sein könnte, aber dann verliebt sich ausgerechnet seine dunkelste Seite in sie und will alle anderen Persönlichkeiten „stilllegen“.

Dieses Drama ist totaler Unsinn, aber meine Güte, es ist halt auch einfach verdammt unterhaltsam. Die meiste Zeit schwankt es zwischen zwei Extremen: vollkommen übertriebene Melodramatik der schlimmsten Sorte und Comedy, die tatsächlich witzig ist und die sich vor allem durch die ganze Serie zieht. Selbst die klassische Kdrama-Heulfolge um Episode 11 war enorm gutgelaunt.
Und bevor man sichs versieht, hat man irgendwie sein Herz an die Serie verloren, die trotz aller offensichtlichen Mängel einige Dinge erstaunlich gut macht. Mir gefällt, wie geschickt die Wechsel zwischen den Persönlichkeiten eingesetzt werden, um die Geschichte voranzutreiben. Und mir gefällt, wie konsequent infantil die einzelnen Persönlichkeiten sind, die sich aus einem Kindheitstrauma gebildet haben. Selbst der gefährliche Se Gi wirkt die meiste Zeit eher wie ein rebellischer Teenager, der seinen Schmerz und seine Wut nach außen trägt.
Ji Seong macht seine Sache, all diese verschiedenen Persönlichkeiten darzustellen, erwartungsgemäß gut. Meistens erkennt man an seiner Mimik und Stimmlage genau, wer er in diesem Moment ist. Gimmicks, wie das sich verändernde Styling hätte er gar nicht gebraucht. Allerdings bin ich ganz froh um sie, denn sie lassen das Drama weniger realistisch wirken, die Persönlichkeitswechsel sind beinahe schon wie ein Fantasyelement und man muss weit weniger befürchten, jemand könnte das für eine realistische Darstellung einer psychischen Störung halten.
Hwang Jeong Eum als Ärztin Ri Jin nervt dagegen unglaublich. Vermutlich kann sie nicht viel dafür, ihr wurde wohl gesagt, dass sie übertrieben spielen soll und das Kleinmädchen-Schleifchen haben ihr die Stylisten ins Haar gepackt, aber ihr Gekreische und ihr Schnütchenziehen ist kaum auszuhalten.

Alles in allem, ein klassisches guilty pleasure. Kann man ansehen und einfach Spaß damit haben – vor allem Ji-Seong-Fans werden das😉 – oder man lässt es und hat auch nicht viel verpasst.

hjm

Hyde Jekyll, me (하이드 지킬, 나), SBS, 20 Folgen
Ein Stinkstiefel, der sich in Gegenwart der richtigen Frau in einen netten Kerl verwandelt, ganz neue Idee. Nicht.
Mal wieder ein Held mit einer gespaltenen Persönlichkeit, wie der Titel schon andeutet, nur dass dieses Mal der unerfreuliche Hyde der Hauptcharakter ist und ein heldenhafter Jekyll unerwünschterweise zwischendurch in sein Leben platzt.
Ich war natürlich gespannt auf Hyun Bins erstes Drama-Projekt nach dem Wehrdienst und mein Fazit nach 1,5 Folgen: Langweilig. Die scheinbar clevere Idee, Jekyll und Hyde umzudrehen, verpufft einfach komplett, weil das nun mal der absolut normale Plot von 80% der Kdramas ist: Reiches Arschloch verliebt sich in arme Frau und mutiert zum Traummann. Dann doch lieber so überbordend wie Kill me, heal me, bei dem der ganze Irrsinn wenigstens Spaß macht.

2 Kommentare leave one →
  1. 20. Februar 2015 17:18

    Hallo,
    das freut mich, dass ich nicht die Einzige bin beim Nichtsehen bestimmter Dramen. Ich war absolut davon überzeugt, ich würde HEALER schauen, aber ich habe nicht einmal 20 Minuten geschafft, ich war müde und die Stimmung im Drama sagte mir: Im Osten nichts Neues. Ich wollte es später nochmal probieren, aber dabei ist es geblieben.

    Wobei HYDE, JEKYLL AND ME hätte ich im Prinzip auch gerne gesehen, aber es ging mir wie bei Jo In Sungs erstem Drama nach seiner Militärzeit, es wollte einfach nicht „klick“ machen. Das Thema, lehrt mich langsam das fürchten, auch wenn ich es ungerne sage, es wird etwas langweilig. Und hier wirkt es mehr abgegriffen, als je zuvor. Liegt vielleicht auch an der Produktion, vielleicht dachten sie Hyun Bin kann aus jedes schrottige Drehbuch vergolden, wenn er lieftert. Irgendwie hat man sich vielleicht zuviel auf den Schauspieler verlassen, als ihm und vorallem seinen Mitstreitern ein „ausbaufähiges“ Grundgerüst zu offerieren.

    Um so mehr mag ich KILL ME, HEAL ME, es hat einen ähnlichen Effekt auf mich, wie BRIDE OF THE CENTURY. Es mangelt nicht an Übertreibung, aber wenn gut gemacht ist daran nichts Verkehrtes, ich kann jedenfalls nichts erkennen. Denn es bietet vor allem eins Unterhaltung und das empfinde ich als einen der wichtigsten Punkte, die eine Geschichte erfüllen sollte. Vielleicht hat die Tatsache, das hier lange nicht feststand, wer die Hauptrollen übernimmt, zu mehr „Detailarbeit“ beim Drehbuch gesorgt. Was es auch war es hat sich gelohnt, dass die Geschichte nicht nur auf den Schultern eines Einzelnen ruht.

    PRIDE AND PREJUDICE habe ich fertig! Und mochte es, auch wenn ich in der letzten Folge ein paar Szenen nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber das ist persönlicher Geschmack und auch ich habe mich gefreut, dass Choi Jin Hyuk nochmal eine Hauptrolle abliefert, bevor das Militär ansteht. Da mein anderes Drama HEART TO HEART

  2. 20. Februar 2015 17:27

    … leider dieses Wochenende nicht ausgestrahlt wird, werde ich mir den Schluss von PRIDE AND PREJUDICE ein weiteres Mal anschauen, denn ich bin meinen Abschlusskommentar noch schuldig.

    Bin wohl etwas mit den Fingern zwischen die Tasten gerutscht und schon war der Kommentar versendet. War schön mal wieder ein Dramageplauder „auftauchen“ zu sehen und jetzt werde ich mal an meinem Blog weiterbasteln.

    P.S. Ich denke KILL ME, HEAL ME und HYDE, JEKYLL AND ME zeigt auch wie „mutiger“ Wahnsinn belohnt und das klassische Kalkül bestraft werden. Wo ich do so gerne Sung Joon als Bösewicht gesehen hätte, aber es soll einfach nicht sein.

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