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[Rezension] Ilona Andrews: Magic Slays (Kate Daniels #5)

25. Juli 2011

„People around me die. They drop like flies. I’ve gone through life leaving a trail of dead bodies behind me. My mother is dead, my guardian is dead, my aunt is dead—because I killed her, and when my real father finds me, he’ll move heaven and earth to make me dead.“

Autor: Ilona Andrews

Titel: Magic Slays (Ruf der Toten)

Reihe: Kate Daniels (Stadt der Finsternis), Band 5

Verlag: Ace, 2011

ISBN: 0441020429

Preis: ca. 6 €

Seiten: 308

Deutsche Ausgabe: Ab März 2012 bei Lyx

Die Versuchung: Ich bin ein kleines Ilona-Fangirl und muss deshalb jede Zeile, die sie zu Papier bringt, schon beinahe zwanghaft an mich raffen. Gut, es war schon einmal schlimmer mit der Sucht, aber der jährliche Kate-Band gehört trotzdem noch zu den Highlights in meinem Lesejahr.

Was habe ich erwartet: Ich hatte meine Erwartungen etwas gedämpft. Zum einen, weil mir klar war, dass es ein kritischer Band werden würde, nachdem Kate jetzt nicht mehr solo ist. Und zweitens, weil mir schon „Magic Bleeds“ nicht mehr ganz so gut gefallen hatte.

Was habe ich bekommen: „Magic Slays“ ist nicht der beste Band der Reihe, aber auch nicht der schlechteste. Die Stimmung ist düsterer und ernster und man merkt, dass sich für die Heldin die Lage zuspitzt.

Kate Daniels hat der Söldnergilde und dem „Order“ den Rücken gekehrt und ihr eigenes Detektivbüro eröffnet. Eigentlich hätte sie alles, was man für einen erfolgreichen Neuanfang braucht, wäre da nicht ein Problem: Sie hat keine Klienten.
Doch in Atlanta muss man nicht lange warten, bis übernatürliche Probleme von selbst an die Tür klopfen. Einige der mächtigsten „Master of the Dead“ verlieren plötzlich die Kontrolle über ihre blutrünstigen Vampire und nur mit Mühe kann Kate ein Blutbad verhindern. Bald darauf flattert auch ihr erster Auftrag herein: Sie soll die Entführung eines Wissenschaftlers, der an einem geheimen Projekt arbeitete, aufklären. Schon bald wird klar, dass die beiden Vorfälle vielleicht mehr miteinander zu tun haben, als es auf den ersten Blick scheint.

„Magic Slays“ ist der bislang vielleicht düsterste Band der Reihe. Das ist kein Wunder, schließlich bewegen wir und zielstrebig auf das große Finale, das Zusammentreffen Kates mit ihrem Vater zu.
Es fehlt zudem die Leichtigkeit, die das Gekabbel und Geflirte mit Beast Lord Curran immer in das Geschehen brachte. Dabei ist es gar nicht so, dass die beiden sich nicht mehr zoffen würden, sie tun es nach wie vor und das sind einige der amüsantesten Stellen des ganzen Buches, aber ihre Beziehung hat eine andere Qualität, sie ist solider geworden und trägt auf beiden Seiten die Bürde der Verantwortung. Andere Autoren versuchen ja immer zu vermeiden, ihre Heldin zu schnell in einer monogamen, festen Beziehung landen zu lassen, und halten ihr OTP mit künstlichen Konflikten über Bände hinweg getrennt, was nicht selten zu einem einzigen Kindergarten ausartet (siehe Sookie Stackhouse). Umso mehr schätze ich, wenn Autorinnen wie Patricia Briggs oder eben jetzt auch Ilona Andrews ihre Heldin eine Entscheidung in Liebesdingen fällen lassen es trotzdem noch schaffen, ihre Bücher reizvoll zu halten.

Kate selbst scheint erwachsener geworden zu sein. Sie ist härter und verletzlicher zugleich, ihr gehen mehr Sorgen durch Kopf und auch das drückt auch die Stimmung des Buches. Diese Charakterentwicklung ist nachvollziehbar, denn die Begegnung mit Erra im Vorgängerband hat Kate ihrem Erbe näher den je gebracht. Manchmal ist sie mir trotzdem beinahe zu grimmig, denn die Grausamkeiten, die sie ihren Gegnern androht und auch antut, haben mich teilweise schon schlucken lassen. Ich hoffe das nimmt nicht ein noch bedenklicheres Maß an. Ich kann in Zukunft gut darauf verzichten, dass Kate und Curran ihr Wiedersehen mit einem Kuss feiern, während neben ihnen ihr Feind mit Ausblick auf die eigenen Innereien verblutet.
Was mir auch nicht wirklich gefällt, ist Curran. Er war ja schon immer als der große, starke Alpha angelegt, aber es ging mir nie so auf den Keks wie jetzt. Schon im letzten Band musste ich die Augen rollen ob der Eifersuchtsattacken, die im melodramatischen Klamotten-vom-Oberkörper-Reißen resultierten. Verzeihung, aber das ist nicht männlich, das ist affig. Dass er in diesem Band einen ganzen Carpark plattmacht ist noch ein Stück alberner. Einzig Ilona Andrews‘ Fähigkeit zur Selbstironie rettet diese Szene. Für mich bedeutet Alpha nicht automatisch, ständig seine Muskeln spielen zu lassen, es ist eher eine mentale Einstellung. Ich wünschte Curran würde sein Köpfchen, das er ja durchaus hat, mal wieder mehr einsetzen.

Ich liebe das, was sich in „Magic Slays“ im zwischenmenschlichen Bereich tut, auch was die Nebenfiguren angeht. Dem Rest des Romans stehe ich eher neutral gegenüber, so wirklich begeistert hat mich der Plot nämlich nicht. Irgendwie machte das Buch auf mich einen seltsam unausgewogenen Eindruck. Es gab Dinge, die angesprochen, dann fallengelassen und erst viel später wieder aufgegriffen wurden. Es fehlte eine schlüssige, geschickte Konstruktion der Geschichte, so dass ich oft das Gefühl hatte, einfach von Szene zu Szene geschubst zu werden. Ich habe diesen Band mit längeren Pausen dazwischen gelesen, deshalb mag es sein, dass das diesen Eindruck verstärkt hat, aber ich hatte nie das Gefühl, wirklich einen runden Roman vor mir zu haben.

„Magic Slays“ ist definitiv kein Highlight der Reihe, aber es ist eine solide Überleitung auf das, was uns in den letzten beiden Bänden erwartet.

Wertung: 4,0 (von 5,0)

2 Kommentare leave one →
  1. 25. Juli 2011 20:18

    Danke für die schöne Rezension – ich hatte mir Magic Slays damals sogar vorbestellt, aber bis heute nicht gelesen, weil ich Angst hatte, dass dieses Buch die Reihe ändern und die Protagonisten einen anderen Weg einschlagen lassen würde. (Für mich hätte die Reihe mit dem letzten Band sogar halbwegs abgeschlossen sein können, wenn da nicht die Geschichte rund um Kate’s Vater wäre, sonst hätte ich mich mit dem Ende durchaus zufrieden geben können.)
    Andererseits wollte ich nicht ungeduldig auf die Fortsetzung warten müssen während gleichzeitig noch mehr Fragen aufgeworfen werden. Aber deine Rezi macht mir jetzt richtig Lust darauf das Buch in die Hand zu nehmen und mit dem Lesen zu beginnen – danke dafür!
    liebe Grüße

    • 25. Juli 2011 21:34

      Das freut mich, dass die Rezension trotz meines Gemeckers Lust aufs Lesen macht. Ich wünsch dir viel Spaß!

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