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W – Between two Worlds (더블유)

20. August 2016

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Habt ihr euch schon einmal gewünscht, eine Figur aus einem Roman, aus einer Serie oder aus einem Comic treffen zu können? Die koreanische Fantasy-Serie W zeigt eindrucksvoll, dass man mit derartigen Wünschen vorsichtig sein sollte, und was passiert, wenn ein Autor die Kontrolle über seine Schöpfung verliert …

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[books] Neue Bücher 1/2016

16. Juni 2016

Ich habe Bücher gekauft! Noch vor wenigen Jahren wäre das noch nichts Besonderes gewesen, da musste ich mich eher zurückhalten, nicht ein neues Buch nach dem anderen anzuschleppen.

Aber dann kam der berufliche Alltag, der so viel mit Lesen verbunden war, dass ich in meiner Freizeit keine Bücher mehr sehen wollte. Und so habe ich mir Lesen als Hobby, und damit auch Bücherkaufen, abgewöhnt. Nun ist es nicht so, dass ich gar nichts mehr gelesen hätte; es hat sich nur verlagert. Ich lese viel im Netz, kleine Essays und Thoughpieces auf Blogs. Auf Romane hatte ich daneben für lange Zeit einfach wenig Lust.

Zuletzt hatte ich viel Arbeit, ich habe meine erste große Romanübersetzung fertiggestellt (über 800 Seiten) und ein Buch lektoriert, das mir mit Sicherheit ein paar graue Haare mehr beschert hat. Und irgendwo in dem ganzen Trubel kehrte meine Lust aufs Lesen zurück. Also habe ich mir zur Belohnung Bücher gekauft. Und weil ich nach all der Zeit auch eingerostet bin, was das Bloggen betrifft, dachte ich, es wäre ein leichter Wiedereinstieg, einfach nur meine Beute vorzuzeigen – ganz so wie früher.🙂

 

Sarah Andersen: Adulthod is a Myth (9781449474195)
adulthood Die Comiczeichnerin Sarah Andersen veröffentlicht ihre Comicstrips online auf Twitter und auf ihrer Seite sarahcandersen.com. Über die Monate wurde sie so manches Mal in meine Timeline gespült und ihre sehr lebensnahen Comics sind mir zunehmend ans Herz gewachsen. Das hier ist ihr erstes Buch, das überwiegend aus einer Sammlung ihrer online veröffentlichten Werke besteht – und es war eine schöne Möglichkeit, die Zeichnerin, deren Arbeit ich immer völlig gratis genießen konnte, ein wenig zu unterstützen.
Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution (9780765386243)
geekfem Dieses Buch wollte ich seit der Ankündigung im letzten Jahr haben. Es handelt sich um eine Sammlung von Essays (manche bereits online oder in Magazinen veröffentlich, mache neu) der Fantasy und SF-Autorin Kameron Hurley. Ich halte Hurley für eine der interessantesten neueren Stimmen in der Szene, weil sie nicht in bequeme Tropes verfällt, sondern versucht, sich und ihre Leser stets herauzufordern. Das lässt sich sehr gut in ihrem Essay We have always fought nachvollziehen, für den sie mit einem Hugo ausgezeichnet wurde. Ich bin sehr gespannt auf ihre anderen Texte, und überlege,  das Buch hier im Blog ausführlich, Essay für Essay, zu besprechen.
Ilona Andrews: Burn for me (9780062289230)
burn Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf eine Ilona Andrews. Ich mag ihr simples, aber interessantes, Worldbuilding und ihre No-nonsense-Heldinnen. Mir blieb die Wahl zwischen den neueren Kate-Daniels-Romanen und ihrer Paranormal-Romance-Reihe für Avon. Da ich mit Kate zuletzt nicht mehr so viel anfangen konnte, wurde es die neue Reihe (mit dem echt schlimmen Billo-PR-Cover …).

[… thoughts] Vier Meter Tüll – Nachdenken über kleine Freiheiten

27. März 2016

Vor einigen Monaten war ich in einem Stoffladen und habe aus einer Laune heraus blauen Tüll gekauft. Kurz zuvor hatte ich diesen Rock gesehen und spontan Lust bekommen, ihn selbst zu nähen.
Als ich darauf wartete, dass die Verkäuferin mir die gewünschte Länge abschnitt, stellten sich zwei Frauen mittleren Alters hinter mir an und unterhielten sich, bis ihr Blick auf den Tüll fiel. „Sie fangen aber schon früh mit Fasching an“, lautete ihr Kommentar. „Ist nicht für Fasching“, sagte ich, und die Verkäuferin sprang mir bei: „Nein, auch die Tänzerinnen kaufen den gerne.“ Aha, machten die Frauen, froh, eine Erklärung dafür gefunden zu haben, was eine erwachsene Frau im Dezember mit vier Metern Tüll will. „Nein“, sagte ich, fischte nach meinem Handy und zeigte ihnen das Bild von dem Rock. Schweigen. Dann ein „Na ja, Sie sind ja noch jung, Sie können so was ja noch tragen.“ (Ich nehme an, sie haben mich wie viele andere auf Mitte 20 statt Mitte 30 geschätzt …)

Nun finde ich so was, ehrlich gesagt, ziemlich dumm. Mit 18 hätte ich diesen Rock niemals getragen, damals war ich viel zu befangen, habe mich viel mehr darum geschert, was „die anderen denken“. Die vielen Jahre, die ich wegen meines zu dünnen Körpers gehänselt worden war (ja, auch das gibt es), hatten bei mir Spuren hinterlassen, und lange wagte ich gar nicht, mich wirklich mit Mode auseinanderzusetzen, weil ich mich dann ja auch mit meinem Körper hätte auseinandersetzen müssen, der nicht die Rundungen hatte, die sich für eine Frau gehören. Es hat mich Jahre meines Erwachsenenlebens gekostet, mich mögen zu lernen, herauszufinden, was mir an mir gefällt und so etwas wie einen eigenen Stil zu entwickeln. Und wenn ich dann die Lebenserfahrung und das Selbstbewusstsein habe, um mich in blaue Tüllröcke zu kleiden, soll ich zu alt dafür sein? Da ist man ja gleich doppelt bestraft. Was für ein Bullshit.

Ich sagte also freundlich lächelnd zu den Damen: „Iwo, man ist nie zu alt. Man sollte immer das tragen, worauf man Lust hat.“ Und dann traf mich eine Welle des lautstarken Protests aus drei Frauenmündern gleichzeitig. Ich bin vorsichtshalber gleich mal einen halben Schritt zurückgetreten, als mir erklärt wurde: „Nein, nein, das geht gar nicht!“ Und die Verkäuferin konkretisierte: „Also irgendwo sind ja wohl noch Grenzen.“
Ich lächelte höflich, nahm meinen Stoff und floh zur Kasse.

Der Vorfall hat mich länger beschäftigt, als ich gedacht hätte. Wir alle stecken in diesem Korsett aus gesellschaftlichen Regeln und Erwartungen. Unser Alter, unser Geschlecht, unsere Herkunft bestimmen genauestens, was sich „gehört“ und was nicht. Und es macht die Leute nicht wirklich glücklich. Wie oft habe ich Menschen seufzend sagen hören, sie seien „zu alt“ für dieses oder jenes. Um im nächsten Atemzug jemanden dafür zu verdammen, dass er sich diese Freiheit nimmt, statt ihn zu beglückwünschen und mitzumachen. Und so erhalten sich solche Regeln selbst.
Das ist etwas, was ich wusste, ich hatte es ja am eigenen Leib schon zu spüren bekommen, aber es faszinierte mich, wie heftig die Reaktion auf meine Anregung, doch einfach diese Bekleidungsregel über Bord zu werfen, ausfiel. Ich meine, es ist ja nicht so, als hätte ich sie zum Drogenkonsum oder einer anderen Straftat überreden wollen. Es ging lediglich um ein bisschen textilen Ungehorsam.

Und dabei jammern doch um mich herum alle, wie gegängelt sie sich fühlen. Die Raucher vom Rauchverbot, die Rassisten, weil sie nicht mehr N* sagen dürfen, die Komiker, weil es Leute gibt, die ihre Witze über marginalisierte Gruppen von Menschen (verzeihung, Satire!1!!!!!einself) scheisse finden, Männer, weil sie ein „Nein“ akzeptieren und einer Frau keine „Komplimente“ hinterhergrölen sollen.  Als jemand den Vorschlag eines vegetarischen Tages in Kantinen machte, dachte man die Welt geht unter, und regelmäßig fühlen sich andere Fleischesser durch die bloße Existenz von Vegetariern und Veganern in ihren Freiheiten beschnitten.

Dabei gibt es neben „Keine Tüllröcke für betagte Damen!“ eine ganze Menge von Regeln, die einfach so hingenommen und sogar mit Zähnen und Klauen verteidigt werden. Blau für Jungs, Rosa für Mädchen zum Beispiel. In Kinderbekleidungs- und Spielzeugläden verläuft zunehmend eine scharfe Trennlinie und man fragt sich langsam, wann sie anfangen Stacheldraht dazwischen zu ziehen und beim Einlass nach dem Geschlecht des Kindes zu fragen. Gott behüte denjenigen, der zu Bedenken gibt, dass der Regenbogen noch mehr Farben hat und dass diese strenge Aufteilung doch recht sinnbefreit ist. Genderterroristen! Wollen uns unser flexibles, total natürliches und freiwilliges Blau-Rosa-Schema nehmen und uns dazu nötigen, frei(!) unter den Farben zu wählen. Da kann man schon verstehen, dass der Bürger da in Aufruhr gerät.

Ein Soziologe oder Psychologe könnte jetzt viel darüber erzählen, wie so etwas zustande kommt. Über den Sinn und Unsinn gesellschaftlicher Regeln, Werte und Normen. Darüber, dass wir sie so sehr verinnerlichen, dass viele von uns die Befreiung davon als maximalen Affront oder sogar als die eigentliche Gängelung empfinden, auch wenn es nur um Kleinigkeiten geht. Darüber, dass das Etablieren neuer Regeln auf so viel Widerstand stößt, während wir uns den vertrauten einfach so beugen und sie sogar bewahren wollen, selbst wenn wir niemandem schaden würden, wenn wir uns davon befreien, und was gesellschaftliche Hierarchien damit zu tun haben.

Aber ich bin beides nicht, also bleibt mir nur das Beobachten, das Nachdenken und das Wundern. Und daran zu arbeiten, aus mir selbst einen offeneren, freieren Menschen zu machen, der auch mit 90 noch royalblaue Tüllröcke trägt, wenn sie ihm gefallen, denn ich habe nur das eine Leben.

[… books] Verena Friederike Hasel: Lasse

25. Februar 2016
lasse

„Ab morgen werde ich mich mustergültig um alles kümmern. Werde Felix baden und seine vollgekoteten Sachen waschen, werde nicht mehr so viel im Internet surfen und mich an all die mit Textmarker markierten Stellen in meinen Büchern halten, werde nicht mehr genervt sein und nie wieder etwas Böses denken. Ab morgen werde ich eine rundum gute Mutter sein, aber jetzt muss ich erst mal schlafen. ”

Lasse
von Verena Friederike Hasel

Verlag: Ullstein, 2015
ISBN: 9783550080937
Seiten: 200
Preis: 18,00 €

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[…tech] Nija baut einen PC

9. Januar 2016

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Es ist schon faszinierend, was man alles kann, wenn man es nur versucht. Anfang letzten Jahres hätte ich noch steif und fest behauptet, dass ich niemals einen PC selbst zusammenbauen werde und jetzt steht hier seit gut 6 Monaten ein kleiner schwarzer Mitbewohner Marke Eigenbau, der tadellos funktioniert. Ich habe beim Zusammenbau ein paar Fotos gemacht und dachte, ich erzähle einfach mal den ganzen Prozess von der Idee, über die Zusammenstellung bis hin zum Zusammenbau. Auch als Ermunterung  an andere, die bei technischen (oder anderen) Dingen gerne sofort rufen: Das kann ich nicht! Davon habe ich keine Ahnung. Hatte ich nämlich auch nicht. Aber Ahnung kann man sich aneignen.

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[links] #1/2015

12. Oktober 2015

Ich schnappe täglich so viel auf Twitter und Co auf, was ich bewahrens- und lesenswert finde, dass ich es gerne regelmäßig teilen möchte. Ich selbst finde derartige Linklisten auf dem amerikaischen Blog Pretty Terrible immer sehr interessant, deshalb dachte ich, dass ich vielleicht nicht allein damit bin.

Artikel und Podcasts

Vom Kulturkampf nicht nur um imaginäre Länder
Eine Sache, über die ich hier nie berichtet habe, obwohl ich sie recht aufmerksam verfolgt habe, waren die „Sad Puppies“ und ihr Versuch, die Hugo-Awards zu manipulieren, um damit einer frei erfunden Verschwörung von Gutmenschen und Feministinnen entgegenzuwirken. Wer nichts von der Sache mitbekommen hat, dem kann ich diese Aufzeichnung eines Radiointerviews mit einem der Blogger von Lake Hermanstadt und die dortigen Artikel zu dem Thema sehr empfehlen. Ich bin mir sicher, es wird uns auch nach den diesjährigen Hugos noch eine Weile beschäftigen.

Gender Discrimination in SFF Awards
Im Zuge der Diskussionen über die Puppies hat sich der Blog „Lady Business“ der Frage angenommen, wie sich die Geschlechterverhältnise von Autoren und Protagonisten bei Genrepreisen denn wirklich darstellen. Die Ergebnisse der Studie überraschen leider wenig: Je renommierter der Preis, desto weniger Frauen und weniger Bücher mit weiblichen Protagonisten erhalten ihn. Und: Viele Frauen ziehen sich in die Jugendliteratur zurück, die wegen ihres geringeren Ansehens eine Nische für sie bietet.

Toxic masculinity is tearing us apart
Ein Mann macht sich Gedanken, was das Männlichkeitsbild des harten Kerls mit Männern anstellt.

How Women Responded to Catcallers In The Past
Um 1900 wehrten sich amerikanische Frauen gegen sexuelle Belästigung, indem sie den Typen einfach ihre langen Hutnadeln ins Fleisch rammten. Mit dem Ergebnis, dass ihre Hutnadeln bald nur noch eine ungefährliche Länge haben durften.

Wir müssen über Rassismus reden
Sehr lesenwerter Artikel über den unbewussten Rassismus in unseren Köpfen.

Gender in der Forschung
Eines der absurdesten Phänomene dieser Tage sind für mich die Diskussionen über das Thema Gender. Da werden wild Begrifflichkeiten durcheinandergeworfen und es kann schon mal vorkommen, dass Talkshows bestritten werden, in denen nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, über was genau sie da gerade diskutieren. Aber wofür auch Wissen aneignen, wenn man doch eine öffentlichkeitswirksame MEINUNG!!!! hat. Ich höre ja gerne einem zivilisierten Meinungaustausch zu, aber auf dieser Basis ist außer billiger Polemik nichts zu erwarten. Der Tagesspiegel bietet dieser Tage mit ihrer Serie „Gender in der Forschung“ zumindest Infomaterial für die Willigen an.
Teil 1 Keine Angst vorm bösen Gender
Teil 2 Das Biologische ist auch sozial

Tweets

Für alle, denen es entgangen ist: Stephenie Meyer hat ähnlich holterdipolter wie E.L. James vor einigen Wochen einen neuen Twilight-Roman vorgelegt – mit vertauschten Geschlechtern. Jenny Trout sagt mal wieder alles, was es dazu zu sagen gibt:

[… books] Caitlin Moran: All About a Girl

29. September 2015
allaboutagirl

„Und wenn Courtney Love mit einer Mischung aus Selbsthass und Trotz ‚Teenage Whore‘ singt, überkommt mich eine seltsame Ruhe, aber aufregend finde ich es auch. Dass Frauen etwas über sich selbst zu sagen haben, statt immer nur von Männern beschrieben zu werden, gibt mir das wunderbare Gefühl, dass plötzlich alles möglich ist. ”

All About a Girl
von Caitlin Moran

Verlag: carl’s books, 2015
ISBN: 9783570585429
Seiten: 383
Preis: 14,99 €

übersetzt von Regina Rawlinson

Englische Ausgabe

howtobuild
How to build a girl

Ebury Press
Juli 2014
0091949025
ca. 18,00 €

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