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[…tech] Nija baut einen PC

9. Januar 2016

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Es ist schon faszinierend, was man alles kann, wenn man es nur versucht. Anfang letzten Jahres hätte ich noch steif und fest behauptet, dass ich niemals einen PC selbst zusammenbauen werde und jetzt steht hier seit gut 6 Monaten ein kleiner schwarzer Mitbewohner Marke Eigenbau, der tadellos funktioniert. Ich habe beim Zusammenbau ein paar Fotos gemacht und dachte, ich erzähle einfach mal den ganzen Prozess von der Idee, über die Zusammenstellung bis hin zum Zusammenbau. Auch als Ermunterung  an andere, die bei technischen (oder anderen) Dingen gerne sofort rufen: Das kann ich nicht! Davon habe ich keine Ahnung. Hatte ich nämlich auch nicht. Aber Ahnung kann man sich aneignen.

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[links] #1/2015

12. Oktober 2015

Ich schnappe täglich so viel auf Twitter und Co auf, was ich bewahrens- und lesenswert finde, dass ich es gerne regelmäßig teilen möchte. Ich selbst finde derartige Linklisten auf dem amerikaischen Blog Pretty Terrible immer sehr interessant, deshalb dachte ich, dass ich vielleicht nicht allein damit bin.

Artikel und Podcasts

Vom Kulturkampf nicht nur um imaginäre Länder
Eine Sache, über die ich hier nie berichtet habe, obwohl ich sie recht aufmerksam verfolgt habe, waren die “Sad Puppies” und ihr Versuch, die Hugo-Awards zu manipulieren, um damit einer frei erfunden Verschwörung von Gutmenschen und Feministinnen entgegenzuwirken. Wer nichts von der Sache mitbekommen hat, dem kann ich diese Aufzeichnung eines Radiointerviews mit einem der Blogger von Lake Hermanstadt und die dortigen Artikel zu dem Thema sehr empfehlen. Ich bin mir sicher, es wird uns auch nach den diesjährigen Hugos noch eine Weile beschäftigen.

Gender Discrimination in SFF Awards
Im Zuge der Diskussionen über die Puppies hat sich der Blog “Lady Business” der Frage angenommen, wie sich die Geschlechterverhältnise von Autoren und Protagonisten bei Genrepreisen denn wirklich darstellen. Die Ergebnisse der Studie überraschen leider wenig: Je renommierter der Preis, desto weniger Frauen und weniger Bücher mit weiblichen Protagonisten erhalten ihn. Und: Viele Frauen ziehen sich in die Jugendliteratur zurück, die wegen ihres geringeren Ansehens eine Nische für sie bietet.

Toxic masculinity is tearing us apart
Ein Mann macht sich Gedanken, was das Männlichkeitsbild des harten Kerls mit Männern anstellt.

How Women Responded to Catcallers In The Past
Um 1900 wehrten sich amerikanische Frauen gegen sexuelle Belästigung, indem sie den Typen einfach ihre langen Hutnadeln ins Fleisch rammten. Mit dem Ergebnis, dass ihre Hutnadeln bald nur noch eine ungefährliche Länge haben durften.

Wir müssen über Rassismus reden
Sehr lesenwerter Artikel über den unbewussten Rassismus in unseren Köpfen.

Gender in der Forschung
Eines der absurdesten Phänomene dieser Tage sind für mich die Diskussionen über das Thema Gender. Da werden wild Begrifflichkeiten durcheinandergeworfen und es kann schon mal vorkommen, dass Talkshows bestritten werden, in denen nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, über was genau sie da gerade diskutieren. Aber wofür auch Wissen aneignen, wenn man doch eine öffentlichkeitswirksame MEINUNG!!!! hat. Ich höre ja gerne einem zivilisierten Meinungaustausch zu, aber auf dieser Basis ist außer billiger Polemik nichts zu erwarten. Der Tagesspiegel bietet dieser Tage mit ihrer Serie “Gender in der Forschung” zumindest Infomaterial für die Willigen an.
Teil 1 Keine Angst vorm bösen Gender
Teil 2 Das Biologische ist auch sozial

Tweets

Für alle, denen es entgangen ist: Stephenie Meyer hat ähnlich holterdipolter wie E.L. James vor einigen Wochen einen neuen Twilight-Roman vorgelegt – mit vertauschten Geschlechtern. Jenny Trout sagt mal wieder alles, was es dazu zu sagen gibt:

[… books] Caitlin Moran: All About a Girl

29. September 2015
allaboutagirl

„Und wenn Courtney Love mit einer Mischung aus Selbsthass und Trotz ‘Teenage Whore’ singt, überkommt mich eine seltsame Ruhe, aber aufregend finde ich es auch. Dass Frauen etwas über sich selbst zu sagen haben, statt immer nur von Männern beschrieben zu werden, gibt mir das wunderbare Gefühl, dass plötzlich alles möglich ist. ”

All About a Girl
von Caitlin Moran

Verlag: carl’s books, 2015
ISBN: 9783570585429
Seiten: 383
Preis: 14,99 €

übersetzt von Regina Rawlinson

Englische Ausgabe

howtobuild
How to build a girl

Ebury Press
Juli 2014
0091949025
ca. 18,00 €

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[… changes] Etwas ist anders.

28. September 2015

Regelmäßigen Besuchern wird es auffallen: Es sieht anders aus. Nicht wirklich schöner, aber anders.

In den letzten Monaten habe ich einfach gemerkt, dass ich mich hier nicht mehr zu Hause fühle. Dass das Design der Seite aus einer Zeit stammt, die ich irgendwie hinter mir gelassen habe. Hört sich dramatischer an, als es ist. Man könnte auch einfach sagen: Ich hab mich daran abgesehen.
Auch andere Bereiche der Seite hatten sich überlebt. Schon seit Jahren kämpfe ich damit, dass ich in etwas, das ich als Buchblog konzipiert habe, auch mal über etwas anderes als Bücher schreiben möchte.
Allerdings liegt nicht nur die Zeit, in der ich hier wöchentlich geschrieben habe hinter mir, sondern auch die Zeit, in der ich mich stundenlang in die Gestaltung stürzen konnte und wollte (ganz abgesehen davon, dass das Netz mittlerweile äußerst professionell geworden ist und ich die Dilettantin im Bereich Gestaltung geblieben bin). Für einen großen Relaunch fehlt mir also die Zeit und auch die Fähigkeiten und so habe ich es immer vor mir hergeschoben, bis ich mir an diesem Wochenende ein Herz gefasst habe, um nicht ewig in der Luft zu hängen. Als komplett nicht-kommerzieller Blog habe ich den Gedanken, einen Grafiker darauf anzusetzen, schnell verworfen und musste also selbst mit GIMP ran.
Der Header ist letztlich nicht ganz das geworden, was ich wollte, aber es muss für den Moment genügen. Ich wollte das Rauchmotiv behalten, aber dabei heller werden und vor allem die arme Circe loswerden. Und ich wollte das „books“ aus dem Titel der Seite haben, um vor jedem Artikel in eckigen Klammern das Thema selbst vorgeben zu können. Das schien mir der beste Kompromiss, ohne den Blog komplett aufzugeben und unter einem neuen Namen wieder zu eröffnen.
Das also als kurze Erklärung, warum es hier etwas anders aussieht. Beiträge mit Inhalt gibt es dann natürlich auch bald wieder. :)

Mein Liebling des Tages #2

15. Juli 2015

Mein heutiger Liebling des Tages ist eigentlich ein Liebling der letzten Jahre. Ich sehe leidenschaftlich gerne Youtube-Videos und das eigentlich fast seit Beginn der Plattform vor 10 Jahren. Mir gefällt nicht, in welche Richtung sie sich entwickelt hat, diese Fixierung auf Reichweite, Startum und Profit, aber es gibt zum Glück noch einige kleinere Kanäle, die von richtig guten Leuten betrieben werden. Eine davon ist Vegas.

Vegas ist seit vielen Jahren dabei, weit länger als die meisten heutigen Youtube-Stars und sie ist eine der wenigen, die sich über die Jahre treu geblieben ist und nach wie vor Content produziert, den ich gerne sehen möchte. Sie ist intelligent, hat Ecken und Kanten und einen ganz eigenen Sinn für Humor und man spürt ihre Liebe zur Produktion von Videos.

Ihr aktuelles Video begeistert mich besonders. In den sozialen Medien machte in den letzten Tagen ein (mittlerweile gelöschter) Artikel der Bravo die Runde, in der es 100 Tipps für “Girls” gab, wie sie bei “Boys” besser ankommen – man ahnt, worauf es hinausläuft. Ich könnte viel davon erzählen, aber Vegas’ Video spricht für sich und ist von einer beeindruckenden Eindringlichkeit:

Mein John-Green-Problem

14. Juni 2015

Ja, ich gestehe es, ich habe ein Problem mit Everybody’s Lieblings-YA-Autor. Das kommt jetzt bestimmt überraschend, schließlich habe ich seine Bücher in der Vergangenheit immer gut besprochen, aber mittlerweile lässt sich meine JG-Sperre nicht mehr leugnen und sie wird eher schlimmer als besser. Das hat natürlich Gründe – für einige davon kann er etwas, für andere nicht.

Der Beginn des Problems hört auf den Namen “The Fault in our Stars/Das Schicksal ist ein mieser Verräter”. Getragen von meiner Sympathie für den Autor hatte ich erst noch eine relativ positive Einstellung zum Buch, obwohl mich da schon einiges störte, aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto weniger mochte ich es. Auf die genauen Details kann ich nicht eingehen, sonst würde ich hier spoilern, deshalb nur kurz: Nimm zwei verliebte totkranke Kinder, packe ein paar Lebensweisheiten drumrum und alle werden unter Tränen beteuern, für wie bedeutungsvoll sie dein Werk halten, obwohl es in weiten Teilen einfach nur heiße Luft und nicht weniger manipulativ und klischeehaft ist als andere “Krebsbücher”.

Dass dieses Buch massiv überschätzt wird, ist eines der Dinge, für die Green nichts kann. Auch nicht dafür, dass ihn plötzlich Literaturkritiker beachten, die davor Generationen von Jugendbuchautorinnen nur naserümpfend von sich gewiesen haben. Offenbar ist Jugendliteratur für die Literaturkritik erst dann erstzunehmende Literatur, wenn sie von einem Mann kommt. Das Phänomen hat auch einen Namen: der John-Green-Effekt. Deshalb fragt man John Green auch ständig nach seiner Meinung, selbst wenn es ein Thema ist, mit dem er eigentlich nichts zu tun hat. Aber wenn John Green die Aufregung seiner weiblichen Kollegen übertrieben findet, dann muss das wohl so sein. Problem gelöst.

Aber für die Problematik, wie Frauen in der Literatur dargestellt werden, hat er auch in seinen eigenen Büchern nicht viel Sinn. Shiku hat da in ihrer Rezension zu “The faul in our stars” ein paar interessante Punkte aufgezählt. Und sie ist nicht die erste, die diese Kritik äußert. Man mag diese Punkte ja sehen wie man will, aber ich kann keinem Jugendbuchautor uneingeschränkt zujubeln, der für solche Dinge nicht sensibel ist und wir sprechen hier ja noch immer von “meinem” John-Green-Problem.

Dass er von Aufgeregtkeit nichts hält, hat er wohl selbst nicht beherzigt, als er dieser Tage den Post eines Tumblr-Users aufgriff, in dem dieser sein Unbehagen darüber äußert, dass Green als erwachsener Mann so kuschlig mit seinen Fans, oft sich unverstanden fühlenden jungen Mädchen, ist und dass er ihm vorkommt wie der Vater in seinem Freundeskreis, der sich immer anbietet, die Poolpartys zu überwachen, und dann seinen Liegestuhl allzu nah neben die der Mädchen stellt.

Man muss mit solchen Dingen sensibel umgehen. Ich halte diesen Post für eine schwierige Sache. Einerseits steht da natürlich eine heftige Anschuldigung im Raum (obwohl es noch gar keine Anschuldigung an sich ist, sondern nur das Äußern eines persönlichen Eindrucks), andererseits… Nun, wie Jenny Trout auf Twitter ganz richtig sagte: Wir erwarten immer von Kindern und Jugendlichen, dass sie wachsam sind und dass sie etwas sagen, wenn ihnen jemand nicht geheuer ist. Und genau das ist hier passiert. Ein Jugendlicher auf Tumblr hat gesagt, das ihm John Green nicht geheuer ist. Und genau deshalb braucht diese Sache eine sensible und vernünftige Auseinandersetzung.

Ich verstehe, dass Green diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lässt und sie anspricht, was sein gutes Recht ist. Aber er tut das auf eine Art und Weise, die ich problematisch finde.  Er fängt sofort an mit “You want me to defend myself against the implication that I sexually abuse children?” Aber von “abuse” stand nichts im Originalpost, der äußerte Unbehagen. Er fährt fort: “Throwing that kind of accusation around is sick and libelous and most importantly damages the discourse around the actual sexual abuse of children.” Da fährt er natürlich sofort schwere Geschütze auf und unterstellt dem Post damit letztlich nur aus böser Absicht entstanden zu sein, um ihm zu schaden. Das lese ich aber aus dem Post nicht heraus – aus den Antworten darauf ja, aber aus dem Post selbst nicht. Ich denke, hier muss man klar differenzieren und in Betracht ziehen, dass man hier wirklich einen jugendlichen Leser mit Bedenken vor sich hat.
Ich erwarte deshalb von einem Jugendbuchautor, der seinen Fans so nah ist, dass er einen vernünftigen Umgang mit so etwas findet, einen bei dem er sich klar von den geäußerten Bedenken abgrenzt, aber auch einen, bei dem er die Sensiblität des Themas miteinbezieht, denn viele Kinder und Jugendliche schweigen, weil sie befürchten, dass man ihnen nicht glaubt, weil es zu “unglaubwürdig” ist, dass der nette Onkel, die nette Tante, “so was” tun könnte. Das muss man einfach immer miteinbeziehen, wenn man auf eine solche Äußerung eines (vermutlich) Jugendlichen eingeht. Hier ein kategorisches Tabu aufzubauen, statt sensibel aufzuklären, ist der falsche Weg. Green wirkt auf mich eher beleidigt als betroffen, was meinen Eindruck bestätigt, dass er seiner Zielgruppe nicht so nahe ist, wie er gerne vorgibt und dass er sich etwas zu gerne von ihr feiern lässt und etwas zu wenig ehrliches Interesse hat.
Er kündigt an, in Zukunft weniger zu reposten und schon heult die ganze Fanmeute, die quasi an seinen Lippen klebt, auf. Ich hoffe, das war kein Kalkül, obwohl ich es mir bei jemandem, der so social-media-erfahren ist, nicht vorstellen kann. Jemand wie Green MUSS wissen, dass seine Fans ihn mit Klauen und Zähnen verteidigen werden, vor allem wenn sie befürchten müssen, weniger Output von ihm zu bekommen. Und alle möglichen YA-Seiten blasen nun unreflektiert ins gleiche Horn. Böser Tumblr-Troll, armer John Green. Schwierig.

Ich finde es hochproblematisch, wie Green zum Erlöser der Jugendliteratur gemacht wird, der nichts falsch machen kann, denn das ist er einfach nicht. Sehen wir ihn doch lieber als eine Stimme im weiten Feld der Jugendliteratur, die absolut seine Daseinsberechtigung hat, aber neben der es noch viele andere wichtge Stimmen gibt und die nicht über jede Kritik erhaben ist.

Buchmarketing der Zukunft: 50 Shades und kein Entkommen

3. Juni 2015

Gerade wurde ich (mal wieder) über Twitter auf eine Gruppe verstimmter Romance-Autorinnen aufmerksam. Den Grund für ihre Verstimmung fand ich ganz interessant, deshalb möchte ich die Hintergründe hier mit euch teilen.

Der Ursprung der Verstimmung ist E.L. James, die ja mit ihrer unsäglichen Missbrauchsschmonzette 50 Shades of Grey des Öfteren der Grund für Verstimmungen verschiedenster Art ist. Gestern verbreitete es sich dann wie ein Lauffeuer: Es wird einen neuen Roman von ihr geben – wobei, nicht wirklich einen „neuen“, es ist einfach die ganze Chose noch mal aus Christians Sicht, unter dem Titel Midnight Sun  Grey. (Ich muss sagen, langsam zolle ich der Frau fast schon Bewunderung für so viel Schamlosigkeit und ich wage nicht zu hoffen, dass sie es ihrer Vorlage, Stephenie Meyer, nachtut und das Ding im letzten Moment zurückzieht. Dafür mag E.L. das Geld doch viel zu sehr.*) Laut dem Verlag wollte die Autorin nicht, dass man das Buch lange vor dem Erscheinungsdatum ankündigt, sie wollte, dass es eine „Überraschung“ für die Fans wird. Werbung braucht es ja ohnehin nicht, der Hype ist ja noch in vollem Gange. Könnte man denken …

Heute entdeckten viele amerikanische Autorinnen und Autoren, die einen auch nur ansatzweise als erotisch einzustufenden Roman verfasst haben, dass auf der Produktseite ihres Buches auf amazon.com eine Werbeanzeige für „Grey“ prangte. Und zwar noch über den Produktdetails und der Inhaltsbeschreibung.

shades_werbung(anklicken für ein größeres Bild)

 

Erst konnte ich die Aufregung nicht ganz nachvollziehen – automatisch generierte Empfehlungen gibt es ja schon lange auf den Produktseiten; aber die waren auch hinter den Produktinformationen – und es waren keine gezielt platzierten Werbeanzeigen für immer das gleiche Buch. Das ist jetzt ein bisschen so, als würde man in einem Buchladen ein Buch in die Hand nehmen, es umdrehen, um den Klappentext zu lesen und ein Buchhändler springt herbei und hält einem „Grey“ vor die Nase und fragt: „Schon gesehen? Möchten Sie nicht lieber DAS hier kaufen?“ Ok, das hinkt, aber ich denke man versteht, was ich meine.
Jenny Trout hat einen Artikel dazu geschrieben, in dem sie noch einige andere Aspekte erwähnt: Die Tatsache, dass das Buch keine Vorankündigung hatte, führte unter anderem dazu, dass Verlage und Autoren keine strategische Planung unternehmen konnten, denn „Grey“ wird die Spitze der Bestsellerlisten für Wochen besetzten und vermutlich seine Vorgänger hinter sich herziehen. Bestsellerlisten sind heute wichtiger denn je, um wahrgenommen zu werden. Wer also jetzt zeitgleich mit der guten E.L. erscheint, hat ohnehin schon die sprichwörtliche Arschkarte und nun muss er auch noch hinnehmen, dass jeder, der sich sein Buch bei dem marktführenden Unternehmen ansieht, den Titel noch einmal unter die Nase gerieben bekommt. Ein Buch. Auf allen Kanälen. Kein Leser, der sich ansatzweise für das Genre interessiert, wird ihm entgehen können. Schöne neue Büchervielfalt.

Kein Grund, in kulturpessimistisches Geheule auszubrechen, aber ich denke, dass man diese Art des Buchmarketings zur Kenntnis nehmen und in seine Überlegungen, wie man sich den Buchmarkt der Zukunft vorstellt, miteinbeziehen sollte. Was passiert, wenn ein großer Anbieter quasi versucht, Autoren ihre Leser abspenstig zu machen, weil er zusätzliches Geld damit verdient, wenn die Leser ein anderes Buch kaufen? Wie geht ein Autor damit um, dass sein Buch sehr prominent mit anderen Autoren in Verbindung gesetzt wird, die er vielleicht zutiefst ablehnt? Dass er mit seinem Buch gewissermaßen unabsichtlich Werbung für ihn macht? Wie hier im Falle von Jenny Trout, die James und ihre Bücher stets scharf kritisiert hat. Es ist fast so etwas wie die späte Rache der E.L. James, dass nun unter jedem von Trouts Büchern ein Werbebanner für Grey klebt.

 


 

* Es gibt im Netz so einige alte Chatlogs von E.L. James aus ihrer Fanfiction-Zeit zu finden, in denen sie diesbezüglich keine gute Figur macht.

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