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Dramageplauder #5

21. Juni 2013

Ein neuer Monat und ich kann für mich sagen, dass meine Durststrecke vorbei ist und ich mittlerweile wieder mehr sehen möchte, als ich zeitlich unterbringen kann. Es fühlt sich gut an, mal wieder mit ganzem Herzen eine Serie zu verfolgen, denn es gibt nichts schöneres als in lauen Sommernächten mit Laptop und Kopfhörern auf dem Balkon zu sitzen und sich ein Kdrama anzusehen, das einen rundum glücklich macht.

Was war los, in der letzten Zeit?

Eigentlich nicht so viel. Ich habe eine amerikanische Dramabloggerin aus meinem Feedreader geworfen. Ich weiß ja, dass nicht jeder Spoilersensibel ist, aber den Spoiler schon in die Headline zu packen, so dass man ihn nicht einmal umgehen kann, indem man einfach einen gefährlichen Artikel nicht liest, das geht einfach nicht. Und das zwei Mal in drei Tagen zu machen übersteigt definitiv meine Toleranzgrenze.

Ich habe mal wieder festgestellt, wie schnell man Schauspieler überhaben kann. Als diese Woche Casting-Neuigkeiten von Jang Geun Soek hereinschneiten, wusste ich sofort, dass ich dieses Drama nicht sehen werde. Ich fand ich ganz amüsant in „You’re Beautiful“ und konnte mir damals ganz gut vorstellen, der man von ihm noch Interessantes erwarten kann. Und dann kam „Mary“, das ich nur unter Schmerzen bis zur Hälfte geschafft habe, „You’re my Pet“, das auch dank seiner fürchterlichen Interpretation seiner Rolle eine mittlere Katastrophe war und „Love Rain“ habe ich mir dann ganz gespart. Dazu kommt, dass er in Seoul wirklich von jeder zweiten Plakatwand grinste, weil er das Gesicht für Kosmetikketten und Cafés ist, die alles mit übergroßen Konterfeis von ihm vollpflastern. Je weniger ich von ihm sehe, desto besser.

Umso mehr freut es mich, dass man Kim Jae Wook bald in einem tvN-Drama wiedersehen wird. Auch wenn das bislang noch nicht so überzeugend klingt.

Neu begonnen

All about my Romance
SBS, 16 Folgen

allabout

Ich hatte die Serie schon einmal angetestet und dann nach fünf Minuten abgebrochen. Einen zweiten Versuch habe ich nur deshalb gewagt, weil ich einige wohlwollende Stimmen dazu gehört habe. Und weil es von der Drehbuchautorin von Protect the Boss stammt, das ich erstaunlich herzlich und liebenswert fand.

In ihrem neuen Drama geht es nun um zwei Politiker aus unterschiedlichen Lagern, die sich erst streiten wie die Bürstenbinder, sich dann verlieben und eine mehr oder weniger geheime Affaire beginnen.

Dass der Plot sich so ohne Probleme in einem Satz zusammenfassen lässt, sagt eigentlich schon alles. Bereits in Folge 5 dachte ich, dass man doch jetzt langsam zu einem Ende kommen könnte, weil man im Grunde sein Pulver schon verschossen hatte. Aus der Geschichte hätte man eine wunderbar fluffige romantische Komöde im Filmformat machen können. Als Drama ist es eine frustrierend Geduldsprobe, die nur das Charisma von Shin Ha Kyun sehenswert macht. Und das verführt einen dann dazu, immer noch eine Folge mehr anzusehen, in der Hoffnung es würde plottechnisch noch irgendetwas Neues kommen. Zumindest bis Folge 12, wo ich dann endgültig das Handtuch geworfen habe, tut es das nicht. Nachdem sie zu Beginn überraschend schnelle Fortschritte gemacht hat, befindet sich die Beziehung der beiden über 8 Episoden in der typischen „er will sie – sie will ihn auch, aber gibt es nicht zu“-Schwebe. Und als sie dann mal zusammen sind, benehmen sie sich wie Zwölfjährige, für die Händchenhalten schon gewagt ist. Auch wenn man jugendfrei bleiben will, muss man es nicht so übertreiben … Was der Serie dann letztlich vollkommen das Genick bricht, ist das, was bei Protect the Boss über weite Strecken so gut funktioniert hat: Es gibt hier kaum wirklich bösartige, intrigante Menschen. Die Eltern lieben ihre Kinder und selbst die Nebenbuhlerinnen haben eine liebenswerte Seite. Dadurch gibt es kaum etwas von den üblichen dramatischen Verwicklungen. Nicht, dass ich darauf Wert legen würde, aber wenn man auch sonst nicht viel zu erzählen hat, passiert eben gar nichts mehr. Und das ist zu wenig, vor allem, wenn man auf halber Strecke seinem Lead die Haare schneidet und damit auch den letzten optischen Grund, am Ball zu bleiben, wegnimmt …😉

Monstar
Mnet, 10 Folgen

monstar2

Ich kann dazu noch kein endgültiges Urteil abgeben, kann mich aber nach einer Episode den allgemeinen wohlwollenden Stimmen zu diesem Jugend-Musikdrama nicht anschließen. Ich finde es seltsam wirr erzählt, obwohl die Handlung alles andere als komplex ist. So richtig findet es seinen Ton in dieser ersten Episode nicht. Allerdings ist es gut möglich, dass das einfach das falsche Drama am falschen Tag für mich war. Wenn ich die Zeit finde, sehe ich zumindest noch die zweite Episode an.

Dating Agency Cyrano
tnN, 16 Folgen

cyrano

Ähnlich geht es mir bei „Daring Agency Cyrano“, wo eine idealistische Partnervermittlerin bei einer Dating-Agentur voller „Techniker“ anheuert. Auch hier finde ich die Erzählweise etwas wirr, die Heldin in ihrer Naivität einfach unerträglich und Handlung und Charaktere viel zu überzeichnet, um mich irgendwie für das, was passiert, einzunehmen. Die erste Episode ging noch so, durch die zweite habe ich mich hindurchgequält. Nicht mein Drama.

I hear your voice
SBS, 16 Folgen

ihearyourvoice

Manchmal braucht man zwei oder mehr Episoden, um mit einem Drama warm zu werden, und manchmal reichen fünf Minuten. Hier war letzteres der Fall. Ich wusste sofort, dass ich dieses Drama mögen würde.

Wir haben auf der einen Seite einen Neunzehnjährigen, der seit der Nacht, in der das Auto mit ihm und seinem Vater von einem Lastwagen gerammt wurde, Gedanken lesen kann. Kein Unfall übrigens, denn der Fahrer steigt direkt nach dem Zusammenstoß aus und tötet den Vater, der den Aufprall überlebt hat, mit einem Eisenrohr. Dass der Sohn diesem Schicksal entgeht, liegt an zwei Teenager-Mädchen, die den Täter dabei unterbrechen. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, bei der man dem kleinen Jungen nicht glaubt – erst recht nicht, nachdem er behauptet, Gedanken lesen zu können. Nur durch die Hife eines der Mädchen, das es trotz der Drohungen des Mörders wagt, auszusagen, kann der Täter verurteilt werden. Seitdem sucht er seine Wohltäterin. Elf Jahre später findet er sie tatsächlich. Sie ist mittlerweile Anwältin im Staatsdienst – weniger aus Idealismus als mehr aus materiellen Gründen. Entsprechen ist der Fall tief, als er eine desinteressierte, kaltschnäuzige Frau vorfindet. Doch dann wird der Täter von damals aus dem Gefängnis entlassen …

Was mich gleich für das Drama eingenommen hat, ist die Tatsache, dass es gleich seinen Ton und seine Atmosphäre gefunden hat. Die Bilder sind frisch, der Soundtrack ist es auch und wie in der ersten Episode die Vorgeschichte zwischen die aktuellen Ereignisse und die Vorstellung der Charaktere eingeflochten wurde, war sehr schön gemacht. Es gibt einen deutlich erkennbaren erzählerischen roten Faden und alles drumherum ist so schön stimmig, dass das die erste Produktion seit Monaten ist, bei der ich nicht ständig beide Augen zudrücken muss, um mir den Spaß nicht zu verderben. Das scheint nicht nur mir so zu gehen, denn auch in Korea steigen die Quoten von Folge zu Folge.

Die Handlung ist natürlich weder komplex noch außergewöhnlich, es ist eine Mischung aus „Fall der Woche“-Anwaltsserie, Fantasykrimi und romantischer Komödie. Wie immer wird mit dem Gedankenlese-Element etwas locker umgegangen, so dass man nicht zu genau hinterfragen darf, warum er nun in der einen Situation etwas hört und in der anderen nicht. Aber abgesehen davon macht es unheimlichen Spaß. Wenn es so bleibt, dann habe ich mein Wohlfühl-Sommerdrama gefunden. Aber wenn mich die letzten Jahre eines gelehrt haben, dann dass man ein Kdrama nicht vor der letzten Episode loben sollte. Und schon gar nicht nach den ersten 5.

Weitergeschaut

 Lee Soon Shin

Erwartungsgemäß sind wir jetzt, kurz nach der Hälfte der Laufzeit, im Tal der Tränen angekommen und drehen dort fröhlich unsere Runden. Wie schon zuvor picke ich mir das heraus, was ich sehen will und ignoriere den Rest mit Hilfe der Vorspultaste. Ich wünschte zwar, es gäbe etwas weniger „Rest“, aber da ich im Moment ohnehin wenig Zeit habe, ist das vielleicht ganz gut so.

Gu Family Book

Ich könnte nicht sagen, dass es jetzt, einige Episoden später, logischer oder besser geschauspielert wäre. Aber es ist noch immer verdammt unterhaltsam. Sicher, ich will die Autoren jede Woche mindestens einmal erwürgen, weil sie so unglaublich halbherzig und schlampig schreiben und trotzdem hat das Ergebnis etwas, was einen mitgehen lässt. Das liegt unter anderem daran, dass eine der wenigen Stärken des Dramas die Balance zwischen Dramatischem und Humor ist. Die andere ist die romantische Storyline, die unerwartet schön anzusehen ist. Weil wir eine Heldin haben, die nie zur Jungfrau in Nöten mutiert und mit ihren Gefühlen ungewohnt offen umgeht und weil beide zusammen fast schon kariesverursachend niedlich sind. Ach ja, und dann ist da noch Choi Jin Hyuk, der als Dämon eine so gute Figur macht, dass es einem schon mal ein wenig den Verstand vernebelt – was bei dieser Serie definitiv ein Vorzug ist …

Ich bin im Moment ein paar Folgen im Rückstand, aber falls sich nicht großartig etwas getan hat, bleibt mein Fazit, dass Gu Family Book einfach ein tolles guilty pleasure ist.

Last Cinderella

Ja, und dann schaue ich noch diese kleine japanische Serie, die immer gerade so unterhaltsam war, dass ich die nächste Folge sehen wollte. Und jetzt eine Folge vor Schluss, weiß ich noch immer nicht, was ich wirklich davon halte. Es hat seine netten Momente, aber auch die typischen Klischees, deretwegen ich so wenige Jdramas schaue. (Ja, ich kann mit den koreanischen Klischees, die unzweifelhaft zahlreicher sind, besser leben.) Mich machen die ganzen obsessiven Verrückten in den japanischen Produktionen einfach wahnsinnig. Und es fühlt sich leider eine Folge vor Schluss an, als wären viele Figuren nicht sehr viel weiter als sie ursprünglich waren. Auch deshalb habe ich meinen eindeutigen Favoriten für Sakura, der mich selbst überrascht.

Neustarts im Juni

I can hear your voice (너의 목소리가 들려)
SBS, 16 Episoden, ab 5. Juni

Ihearyourvoice

Ein Drama um zwei junge Anwälte im Staatsdienst und einen jungen Mann, der Gedanken hören/lesen kann. Gespielt werden die drei von Lee Bo Young (My Daughter Seo Young), Lee Jong Suk (School 2013) und Yoon Sang Hyun (Can’t Stop, Secret Garden). Das Ganze ist eine romantische Fantasykomödie. Die Trailer haben im Vorfeld wenig Eindruck hinterlassen, aber wenn man sich meine Eindrücke etwas weiter oben ansieht, zeigt sich mal wieder, dass man das Promomaterial eigentlich immer fast vergessen kann.

Queen of the Classroom (여왕의 교실)
MBC, 16 Episoden, ab 12. Juni

classroom

Mal wieder ein Remake eines japanischen Dramas (Jyoou no Kyoushitsu) um eine extrem strenge (aber gerechte) Grunschullehrerin mit einem fast schon dämonischen Image (gespielt von Go Hyun-Jung (Queen Seondeok)) und ihre Klasse.
Ich bin kein großer Fan dieser Japan-Remakes, weil sie selten wirklich gut werden. Und gerade die Story ist so ein typischer Jdrama-Stoff, dass ich mich frage, wozu es diese koreanische Neuauflage braucht.

Außerdem:

Eun Hee (KBS2, ab 24. Juni) – Ein Drama, das täglich ausgestrahlt wird.

3 Kommentare leave one →
  1. 22. Juli 2013 20:37

    Hallo,
    ich habe ein ganz klein wenig in deinem Blog gestöbert, leider komme ich momentan nicht zum Lesen. Dafür versuche ich meiner anderen Leidenschaft dem K-Drama zu fröhnen, was mir momentan so schwer fällt wie nie.
    Ich schaue ganze zwei, was meinem niedrigsten Stand entspricht und eines davon Shark endet morgen. Das andere I Summon You, Gold fällt unter die Rubrik „Guilty Pleasures“, aber sollte die Story nicht bald die Reißleine ziehen ist es nur noch die Rubrik Selbst schuld, dasss du eingeschaltet hast!“ und keinerlei Gefallen mehr.
    Ich bin gerade am „Sricken“ eines ähnlichen Artilkels wohl auf der Suche nach dem perfekten Drama nennen. Man soll ja nie die Hoffnung aufgeben.
    Ich habe nicht alle Dramen probiert, die du hier erwähnst, aber bei LAST CINDERELLA konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Eigentlich habe ich mich immer nach jeder Folge gefragt – Warum schaust du es an?
    Dann habe ich ohne eine Antwort zu finden weitergeschaut.
    Ist ja auch nur ein J-Drama maximaler Zeitverlust 11 Stunden.
    Und auch, wenn mir von Beginn an klar war, wie das Ende aussieht, konnte ich dennoch nicht loslassen. Und als es schließlich zu Ende war, blieb mir nur ein Schulterzucken und okay, das war es dann wohl. Naja.
    Übrigens gibt es auch die #4 irgendwo?
    Eine schöne Woche^^

    • 22. Juli 2013 22:53

      Hallo und danke für deinen Kommentar.🙂

      Ich glaube diesen Tiefpunkt haben „wir“ derzeit alle. Die erste Hälfte von 2013 war dür mich wirklich das deprimierendste Dramahalbjahr seit ich vor 7 Jahren angefangen habe zu schauen. Und ich bin mittlerweile auch wieder auf 2 Serien runter. Mit „I hear your voice“ habe aber ich zumindest meinen bisherigen Liebling in diesem Jahr gefunden.

      Wie ist „Shark“ denn? Mir ist im Moment nicht nach melodramatisch, aber ich mochte „The Devil“, also liebäugle ich immer mal wieder damit,

      Ja, meine Reaktion auf das Ende von „Last Cinderella“ sah genauso aus.

      Ja, die #4 ist hier: https://temptedbybooks.wordpress.com/2013/05/17/dramageplauder-4-2/
      Ich bin einfach nur ein faules Stück, wenn es ums Taggen der Artikel geht …

      Interessant übrigens, dass es mittlerweile doch eine ganze Reihe von deutschen Dramabloggern zu geben scheint. Als ich vor einigen Jahren mal geschaut habe, waren die noch sehr dünn gesäht. Muss ich mich in der nächsten Zeit mal genauer umsehen. Deinen Blog habe ich mir erst mal in die Lesezeichen gepackt und werde demnächst bestimmt mal genauer vorbeischauen.

      • 23. Juli 2013 15:38

        Also, zu SHARK ich mag es und sogar sehr. Ich mochte beide Vorgänger dieser Revenge-Triologie. Weil bei diesen Dramen immer eine Ursache und dadurch eine Reaktion ausgelöst wurde, auch wenn sich nicht immer gleich erschließt welche, oder warum? Es sind noch drei Folgen, weshalb ich hoffe, dass auch das Ende passen wird.

        Zum Thema deutsche Dramablogger, ja es ist schön, dass es langsam mehr gibt, auch wenn manche anfangen und dann auch ein paar Wochen später wieder in den Dornröschenschlaf verfallen. Mein Blog ist jetzt gerade etwas über ein Jahr alt. Und ursprünglich war es ein englischsprachiger mit anderem Ansatz weshalb ich eventuell noch den Namen ändern werde. Ich hatte früher bei Viki übersetzt und wurde ständig gefragt, was für Dramen hast du geschaut, oder was hälst du von diesem oder jenem Drama, dass ich irgendwann anfing darüber zu schreiben. Und für deutsch hatte ich mich entschieden, weil es wirklich gar nicht so viele gibt, oder vielmehr gab.

        Ich bin übrigens noch nicht so lange dabei wie du, ich bin „erst“ in meine 5. Jahr.

        I HEAR YOUR VOICE steht noch auf meiner Liste.

        Ich folge deinem Blog erst einmal und lass mich überraschen, was als nächstes kommt.😉

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