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Dramageplauder #8 – Ein Ende und zwei Anfänge

13. Oktober 2013

Heute mal ein Mini-Geplauder, das sich mit dem Ende von Master’s Sun und den ersten Episoden von Heirs und Secret beschäftigen wird. Weil es sich gerade anbietet und mir diese Beiträge zuletzt einfach zu lang wurden, so dass es schon fast keinen Spaß mehr gemacht hat, sie fertigzustellen.

 

Master’s Sun

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Das Positive: Master’s Sun war kein zweites Big, das ich lange vor Schluss abgebrochen habe. Außerdem hatten wir es mit einem schönen Pärchen zu tun, dem man gerne beim Lieben und Leiden zugeschaut hat. In dieser Beziehung war es ein Wohlfühldrama mit schrulligen Charakteren, knuffigen Momenten und ganz viel Zuckerguss.

Aber … Plottechnisch grenzt das Drama, vor allem in den letzten Episoden an Arbeitsverweigerung der Autorinnen. Wenn man auf überraschende Enthüllungen in letzter Minute, auf Zusammenhänge, Erklärungen oder auch nur Spannung gewartet hat, wurde man enttäuscht. Die Instrumente und Motive wären da, sie werden aber nicht genutzt und so sind gerade die letzten Episoden ein einziges Herumgeeiere des Pärchens, die nicht zusammenkommen können weil … ja, warum eigentlich?

Das ganze Drama ist voll von ungenutztem Potential und viel zu einfachen Lösungen: Es gibt nie eine schlüssige Erklärung dafür, dass Joong Won ihre Geister verschwinden lässt – und ebenso wundersam verabschiedet sich auch seine Unfähigkeit zu Lesen mit einer halbherzigen Nicht-Erklärung, die wir wohl einfach so schlucken müssen. Da sind so viele Figuren, die der Geschichte eine dramatische Wendung geben, die der Treiber für eine spannende Fantasygeschichte sein könnten, aber sie alle bleiben harmlos und untätig, werden teilweise zu spät eingeführt in die Geschichte (wie der Mann aus Tae Yangs Vergangenheit) und verschwinden dann wieder, ohne eine wirkliche Funktion gehabt zu haben. Da sind so viele Punkte, an denen man hätte einhaken können, um der Geschichte etwas Dramatik und auch etwas mehr Sinn zu geben. Aber nichts davon wird genutzt und so endet Master’s Sun unaufgeregt, aber auch belanglos und ist schon jetzt, eine Woche später, halb aus meinem Bewusstseinverschwunden. Und das, obwohl ich zwischenzeitlich schon recht vernarrt war in unser Pärchen.

Wer gerne zuckrige RomComs sieht, kann durchaus zugreifen. Es bietet, was man von dem Genre erwartet. Darüber hinaus aber nicht viel mehr und dessen sollte man sich bewusst sein.

 

Secret

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Nice Guy hat mich im letzten Jahr offener gemacht für das Genre des Rachedramas. Und die ersten beiden Folgen von Secret haben mir wieder bewusst gemacht, warum ich es davor eher gemieden hatte.

Wir haben eine Heldin, die so unschuldig portraitiert wird, wie nur möglich. Sie ist fröhlich, naiv und völlig in ihren Verlobten vernarrt, den sie finanziell durch sein Studium begleitet hat, nur damit jetzt, da er Anwalt ist, seine Mutter nach einer besseren Partie für ihn sucht.

Dieser Aufbau ist auch nur nötig, damit sie umso tiefer fallen kann, bei dem was danach passiert. Nach einem romantischen Abend mit ihrem Liebsten fahren die beiden in einem Regensturm nach Hause. Er hat bereits zwei Gläser Wein getrunken, sie schäkert mit ihm herum und es passiert, was passieren muss: Endlich rächt es sich, dass in Kdramas beim Autofahren nie jemand auf die Straße achtet. Sie haben einen Unfall. (Mein Mitleid mit ihr hält sich in Grenzen, denn sie hat definitiv eine Mitschuld: Man setzt sich nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat und lenkt ihn dann bei schlechtem Wetter und Dunkelheit auch noch ab – aber was soll man von jemandem erwarten, der gefühlte zwei Gehirnzellen hat). Ihr Verlobter steigt aus und es gelingt ihm hinterher, sie davon zu überzeugen, dass sie nur eine Straßensperre gerammt haben. Während in Wirklichkeit am Straßenrand gerade eine junge Frau verblutet …

Da sie sein Auto gekauft hat und es deshalb auf sie zugelassen ist, kommt die Polizei zunächst natürlich zu ihr und, verliebtes Huhn, das sie ist, sagt sie aus, sie sei gefahren. Es kommt noch dicker, denn ihr Verlobter wird der Staatsanwalt in ihrem Fall und die Frau, die zu Tode gekommen ist, war die große Liebe eines depressiven Chaebol-Sprösslings, der nun seinen ganzen Einfluss geltend macht, um für eine harte Verurteilung zu sorgen und ihr das spätere Leben im Gefängnis zur Hölle zu machen.

Der Stoff könnte interessant sein, das Drama bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Im Vergleich zu Nice Guy wirkt es beinahe plump. Es wird kein Klischee ausgelassen, von den wabernden, düsteren Reflektionen in Waschbecken, in die dann Tränen tropfen bis hin zum unglücklichen reichen Sohn in einer Familie mit einem harten Vater, einer Mutter, die Selbstmord begangen hat und einer ungeliebten Stiefmutter – der nebenbei bemerkt auch selbst charakterlich kein Herzchen ist, aber wir dürfen es ihm doch nicht übelnehmen, bei dem schweren Leben, das der Kerl hat … Und es ist schon beinahe unfreiwillig komisch, wie sich jeder in diesem Drama alkoholisiert ans Steuer setzen will. Soll das jetzt irgendeine Moral vermitteln oder ist es gar nicht beabsichtigt? Ich kämpfe im Moment noch mit mir. Die dritte Episode habe ich da, aber noch nicht angefangen.

 

Heirs

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Ich habe es tatsächlich geschafft, bis auf einen Trailer der ganzen Promo aus dem Weg zu gehen. Denn es war enorm, was da in den letzten Wochen auf uns einprasselte. Da dürfte bei vielen die erste Episode hinter den himmelhoch aufgebauten Erwartungen zurückgeblieben sein.

Das Drama hat unglaublich viele Figuren und die erste Episode ist nur damit beschäftigt von einem zum anderen zu springen, um zumindest einen Teil des Klientels vorstellen zu können. Im Kern dreht sich die Geschichte um Tan, einen Chaebol-Sprössling, der in Amerika studiert und – daran lässt das Drama keinen Zweifel – schrecklich gerne seinen tiefgründigen Gedanken nachhängt. Wenn er nicht gerade surft, um die weiblichen Fans mit etwas nackter Haut zu beglücken.

Er trifft auf Eun Sang, ein armes Mädchen, mit allem, was dazugehört. Die Mutter ist stumm und arbeitet als Haushälterin bei einer reichen Familie (na, ahnt schon jemand was?). Sie selbst hat tausend Jobs, wie jedes ordentliche arme Kdrama-Mädchen. Doch es scheint Hoffnung zu geben, denn ihre Schwester, die nach Amerika gegangen ist, scheint einen netten Mann kennengelernt zu haben und ihn nun heiraten zu wollen. Und nun reist Eun Sang selbst nach Amerika zur Schwester, mit einem Umschlag hart verdienten Gelds und Hoffnungen auf ein besseres Leben in der Tasche.

Nur um festzustellen, dass der Mann, bei dem ihre Schwester lebt, ein gewalttätiger Mistkerl ist, der alles andere als eine monogame Beziehung zu ihr hat. Und Schwesterchen hat nichts besseres zu tun als Eun Sang das Geld abzunehmen und sich aus dem Staub zu machen. Und nun steht da unser armes Mädchen, keine Englischkenntnisse, kein Geld für den Rückflug, keine Unterkunft. Aber zum Glück ist da noch unser tiefgründiger Surferboy, der sie aufsammeln darf und schon weht das zarte Band junger Liebe über den Bildschirm. Aber da sind ja noch schrecklich viele andere reiche Kinder mit dysfunktionalen Familien, in deren Bannkreis das arme Mädchen wohl bald geraten wird. Dramaaaa!

Ich hatte von vorneherein nicht viele Erwartungen an das Drama. Insofern war ich nach der ersten Episode weder enttäuscht noch begeistert. Tatsächlich wusste ich gar nicht, was ich davon denken sollte. Es ist etwas weniger trashig als BOF. Was nicht bedeutet, dass es nicht genug Fremdschämmomente gibt. Amerikaner sind in den Augen koreanischer Dramamacher scheinbar entweder hyperaktive Surferboys, die von allem so BEGEISTERT sind, dass man in den Bildschirm springen und sie erwürgen könnte – wenn man nicht gerade so mit Lachen beschäftigt wäre -, trinksüchtige Frauenschläger, harte Cops oder übergewichtige Kriminelle, vor denen der schicke LMH natürlich mühelos davonjoggt. (Nachdem er einen Mann, der doppelt so groß und stark wie er selbst ist, mühelos mit einer Hand ausschalten und im Zaum halten kann – pretty boy beats them all!)

Unendliche Minuten lang dürfen wir am Leid der Heldin teilhaben, wenn sie über die Behinderung ihrer Mutter und ihre finanzielle Lage trauert. Und es häufen sich die Familiendiners mit herzlosen Chaebol-Vätern. Also alles wie immer, nur irgendwie hoch 10, weil wir ja nicht ein reiches Söhnchen haben, sondern gefühlte zwanzig davon.

Episode 2 fand ich dann schon etwas interessanter. Zum einen blitzten da ein paar interessante Seiten an den Charakteren auf, dann gab es deutlich mehr Dialoge, die die Stärke der Autorin sind (die ich übrigens im Gegensatz zu vielen mag, obwohl sie noch jedes ihrer Dramas zum Ende hin ruiniert hat, weil sie offenbar keinen richtigen Plot schreiben kann – aber damit ist sie längst nicht allein) und ich war überrascht davon, wie niedlich das Pairing LMH und PSH dann doch ist – da hatte ich tatsächlich eher mit eingeschlafenen Füßen gerechnet.

Ich schaue erst einmal vorsichtig weiter und hoffe wirklich nicht, dass das alles eine einzige dröge Arm-gegen-reich-Soße wird – obwohl es eindeutig zu befürchten ist. Da hilft dann wohl nur noch Augen zu und Choi Jin Hyuks schöner tiefer Stimme lauschen … Oder sich einfach ein wenig lustig machen, denn dafür bietet das Drama definitiv genug Stoff …

4 Kommentare leave one →
  1. 13. Oktober 2013 19:55

    Haha, ich hau mich weg. Wie können wir bei diesen drei Dramen so extrem überein stimmen?
    Aber ja, nach gefühlten 1000 koreanischen Dramas die ich gesehen habe, frage ich mich immer wieder, was ist es noch wert in meiner kostbaren und knapp bemessenen Zeit gesehen zu werden?
    Die Antwort ich weiß es nicht.
    Noch immer kann ich nicht jeder Verlockung widerstehen.
    Secret habe ich jetzt bis Folge 6 geschaut, was das Drama nicht seiner Qualität schuldet sondern der Tatsache, das ich mir schlussendlich doch noch eine Erkältung eingehandelt habe (mehr Zeit) und sich die Videos von Heirs bei Viki einfach nicht problemlos liefen.

    Secret ist ein Drama, das es nicht ein einziges Mal geschafft hat mich zu überraschen, von allen Dingen, die ich denke, sie könnten passieren ist jedes einzelne eingetreten. Das macht es langweilig, aber wie die Katze das Mausen nicht lassen kann. Sitze ich weiter vorm Bildschirm und warte und warte, das die Maus, sprich das Drama vielleicht doch noch einen neuen Haken schlägt. Und mit der Vorschau auf Folge 7, vielleicht bringt diese Folge endlich die Entscheidung, aber möglich ist auch folgendes Szenario, Ich bin meine Erkältung los und vergesse Secret einfach. Ich glaube damit könnte ich auch leben.

    Heirs ist unaufgeregt wie ein Wochenende in einer deutschen Kleinstadt, nachmittags um die Kaffeezeit. Aber ich weiß ja, gut Ding will Weile haben und die Dramagötter wissen, wie geduldig ich sein kann und wie nötig ich wieder einmal ein richtig gutes Drama brauchen könnte, von dem ich noch länger als eine Woche nach der Ausstrahlung zehre.

    Und nochmal ja, die letzten folgen von Master’s Sun fühlten sich für mich in etwa so an, als hätte jemand im Sonnenstudio den Schalter umgelegt. Und es gab keine Sonne mehr. Die Luft war irgendwie draußen und die einzige Botschaft schien mir die zwischen den Zeilen, denn prüfe, wer die Hong Schwestern als Autoren einstellt, dass keine kurz vor Ende Verlängerung anfällt. Was nicht heißt, das ich nicht meinen Spaß hatte während es lief, aber als es vorbei war, hab ich eben meinen Schalter umgelegt.

    Schöne Woche^^

    • 18. Oktober 2013 15:22

      Schade, dass „Secret“ sich anscheinend nicht steigern konnte. Ich denke, man kann jetzt sicher sagen, dass ich es aufgegeben habe. Ich glaube ich habe noch nie so viele Serien nach den ersten Folgen aufgegeben wie in diesem Jahr. Schon komisch.

      Ich weiß nicht, ob „Heirs“ wirklich das Drama ist, von dem man sich das „Wow“-Erlebnis erhoffen kann, nach dem wir uns ja alle etwas sehnen. Ich setze meine Hoffnungen jetzt erst einmal auf Reply1994 und bin gespannt auf Basketball.

      Haha, ein Sonnen(studio)vergleich bei einem Kommentar zu dem Drama, sehr schön. Ich bin ja noch immer dafür aus der letzten Episode ein Trinkspiel zu machen und bei jeder Sonnen-Metapher einen zu trinken. *g*

      Ich weiß nicht, ob die Extension schuld war, die hat das Problem vielleicht nur noch verstärkt. Dabei wäre sie die Chance gewesen, am Ende noch etwas Plot zu bringen. Aber dazu hatte man wohl keine rechte Lust.

  2. 14. Oktober 2013 19:47

    Göttlicher Post, habe mich sehr amüsiert.
    Muss dir bei Master’s sun in einigen Dingen zustimmen: ich verstehe nicht, warum sie diesen Typen aus Tae Yangs Vergangenheit eingeführt haben? So viel hat er nicht gebracht, naja… vielleicht in dem Jahr in dem sie weg war, aber davon hatten wir ja nichts xD Hätte außerdem auch gern gewusst, warum bei seiner Berührung die Geister verschwinden – das hätte sie ja mal den Typie fragen sollen xD
    Die letzten beiden Folgen mussten echt nicht sein, ich war sogar sehr verwundert, dass es noch weiterging, da in der 15 Folge so gut wie alles wichtige aufgelöst wurde – 16 Folgen hätten allemal gereicht, aber nein man muss ja noch eine reinquetschen T.T

    Secret schaue ich nicht und habe ich auch nicht vor, ich mochte zwar Nice Guy, aber trotzdem konnte ich mein Herz nicht für Rachedramen erwärmen und da mich vom Cast auch keiner sonderlich anspricht + eure begeisterten Kommentare – werde ich es wohl lassen.

    Hahaha xDD Genial geschrieben, besser hätte ich es nicht sagen können, vor allem dieses Amerikaner-Klischee… vor allem in der einen Szene in der LMH und Blondie im Cafe hocken und der Typ ihn total overacted fragt warum er nicht seine Familie hasst oder so – worauf LMH irgendwas meinte wie: Dafür bin ich zu faul. Will nicht wissen, wie sie Deutsche stereotypisieren würden xD
    Ich war außerdem wahrlich etwas überfordert von den ganzen Charakteren, die jüngeren konnte ich noch irgendwo in mein Gehirn quetschen, aber die anderen waren echt schwierig – warum muss man auch gleich alle Charaktere einführen?
    Ansonsten fand ich LMH und PSH auch überraschend gut zusammen, aber müssen die sich immer so komisch anstarren – ne halbe Ewigkeit, ohne etwas zu sagen?. Und dann verliebt er sich nach ähm? zwei Tagen in sie?! Ich bin ja oft genervt davon, wenn das Ewig dauert und die dann nicht mit der Sprache rausrücken, aber so schnell? Naja.
    Da meine Erwartungen Richtung BOF2 gingen und total niedrig angesiedelt waren, war ich doch positiv überrascht und werde einfach aus Prinzip weiterschauen.

    • 18. Oktober 2013 15:29

      Freut mich, dass du dich amüsiert hast.🙂

      Ich hatte mich eigentlich über die letzten Folgen MS gefreut und mir gedacht, jetzt kommen wir endlich der Geistersache genauer auf die Spur, jetzt wo die tote Ex weg ist. Und dann kam: nichts. Als hätten sie keine Lust gehabt, tiefer in die Materie zu gehen.

      Zu Heirs: Ich denke nicht, dass man das als Liebeserklärung verstehen muss. ich sehe das eher als Flirt. Und natürlich ist es auch dem Ende der Episode geschuldet, damit auch ja alle die Woche drauf wieder einschalten. Ob es was bringt? Die Quoten sind ja nicht so traumhaft.

      Übrigens: Schön, dass du wieder da bist. Hatte schon fast gedacht, du hättest deinen Blog aufgegeben.

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