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[Tempted by ... #2] Nancy Baker: Cold Hillside

25. Oktober 2014

Cold-Hillside-cover

Dear Autor stellte seinen Lesern heute die Frage: Which autors have quit writing who you wish would return?. Ich musste gar nicht nachdenken, meine spontane Antwort war: Nancy Baker. Wer in den 90ern schon Fantasy und Horror gelesen hat, kennt sie vielleicht noch, allen anderen dürfte sie wohl unbekannt sein, denn ihr letztes Buch erschien vor 18 Jahren.

Das kommt vielleicht hier im Blog nicht so stark durch, aber ich besitze eine recht umfangreiche Sammlung von Vampirromanen der Prä-Twilight-Ära. Zu einer Zeit, als kein Verlag Vampirromane machen wollte und die Veröffentlichungen des letzten Booms um 1995 (anlässlich der Verfilmung von Interview with a Vampire) schon alle vergriffen waren, habe ich mir vorgenommen, jeden in den letzten 50 Jahren in Deutschland veröffentlichten Vampirroman in meinen Besitz zu bringen. Ich war ziemlich gut dabei, auch wenn es lange dauerte, bis ich so manches vergriffene Buch zu einem akzeptablen Preis bekam, bis Black Dagger und Twilight eine Schwemme brachten, die mein Unternehmen ziemlich schnell relativ sinnlos machten. Aber bei meiner Sammelwut habe ich einige tolle Autoren entdeckt und vielleicht meine liebste Neuentdeckung ist die kanadische Autorin Nancy Baker mit ihren zwei Romanen um die Studentin Ardeth und den Vampir Rossokow (Blood an Chrysanthemums/Blut und Chrysanthemen und The Night Inside/Blutgesang). Sie gehören noch zur düster-mystischen Sorte mit moralisch nicht ganz einwandfreien Vampiren – entsprechen also nicht mehr wirklich den heutigen Lesegewohnheiten, wo meist entweder viel Romantik oder viel Horror und Action erwartet wird – weshalb wohl auch eine Neuauflage des Heyne-Verlags vor einigen Jahren vom Publikum ziemlich abgestraft wurde (Die Nacht in mir). Mein absoluter Liebling ist aber ihr dritter (und bislang letzter) Roman A Terrible Beauty (deutsch: Der Vamp), ein düster-romantisches Vampirmärchen. Ehrlich gesagt vermisse ich diese etwas schwurbelige 90er-Jahre-Fantasy von Autorinnen wie Tanith Lee oder Constantine Storm oder eben auch Nancy Baker, die vielleicht nicht immer grandios, aber doch irgendwie sehr eigen und sinnlich war, ein bißchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich dachte mir also, dass Nancy Baker die Autorin ist, von der ich gerne noch mal etwas lesen würde. Also stattete ich ihrer Homepage den obligatorischen jährlichen Besuch ab, nur um überrascht festzustellen, dass der kanadische Verlag ChiZine nicht nur ihre alten Romane als eBook auf den Markt gebracht, sondern auch einen komplett neuen Roman von ihr in der Ankündigung hat, der bereits im November erscheinen wird. Cold Hillside ist dieses Mal kein Vampirroman, sondern ein Fae-Roman, der aber in seiner Ankündigung ähnlich mystisch und märchenhaft klingt wie A Terrible Beauty. Ich hoffe also das Beste und werde dieses Buch definitiv kaufen, sobald es erscheint.

In the remote city of Lushan, they know that the Fey are not fireside tales – but a dangerous reality. Generations ago, the last remnants of a dying empire bargained with the Faerie Queen for a place of safety in the mountains and each year the ruler of Lushan must travel to the high plateau to pay the city’s tribute. When an unexpected misfortune means that the traditional price is not met, the Queen demands the services of Teresine, once a refugee slave and now advisor to the Sidiana. Teresine must navigate the treacherous politics of the Faerie Court, where the Queen’s will determines reality and mortals are merely pawns in an eternal struggle for power. Years later, another young woman faces an unexpected decision that forces her to discover the truth of what happened to Teresine in the Faerie Court, a truth that could threaten everything she loves.

Meine Lieblinge des Tages

15. Oktober 2014

Als ich mit meiner Mutter neulich durch die Stadt lief, meinte sie plötzlich sinngemäß: Warum berichten die Medien eigentlich immer nur über die Leute, die Schlechtes tun und viel seltener über die, die Gutes tun. Und irgendwie musste ich ihr recht geben. Wir schenken den Arschlöchern so viel Aufmerksamkeit, dabei müssten wir den tollen Menschen mehr davon geben, weil das noch mehr Anreiz ist, ein toller Mensch zu sein (obwohl tolle Menschen meist auch ohne Aufmerksamkeit toll sind … für alle anderen gibt es die Ice Bucket Challenge …). Und weil mein letzter Artikel sich mit unangenehmen Zeitgenossen beschäftigte, schreibe ich den hier über 2 tolle Dinge. <3

Eine Freundin linkte mir diesen Artikel aus dem Buchmesseblog des Deutschlandradio kultur:

Cosplay: Schämt euch, so rumzulaufen! von Stefan Mesch

Moment, werdet ihr sagen. Sollte es hier nicht um tolle Menschen gehen und nicht um solche, die anderen erzählen, dass sie sich für ihr Hobby schämen sollen? Nun, der Titel ist provokant, aber er mag vielleicht den ein oder anderen dazu verleiten, den Artikel zu lesen, weil er ausspricht, was sie denken. Und damit lesen es dann genau die Richtigen. Stefan Mesch führt uns nämlich vor Augen, wie vielfältig die Buchwelt ist, vom “Mangamädchen” über zerstreute Lektoren bis hin zum “Suhrkamp-Künschtler”, dass im Prinzip jeder ein Kostüm trägt und deshalb keiner mehr oder weniger berechtigt zum Besuch einer Messe ist.

Und deshalb freue ich mich für jeden Schnösel auf der “Junge Verlage”-Party, der sich einmal in Jahr vor seinesgleichen in Szene setzen darf. Einmal im Jahr erkannt, geschulterklopft, hofiert wird. Jemand ist.

Ich freue mich für jeden Cosplay-Fan, der sein Kostüm, seine Rolle fand. Sich neu erfunden hat und heute auf der Messe fotografieren und feiern lässt!

Für jeden, der sich selbst genügend mag, um über diese Messe zu laufen, selbstbewusst und offen.

[...]

Die meisten Menschen missfallen sich selbst. Und ich bin froh für jeden, der das nicht tut. Und sich zeigt!

AMEN.

Vielleicht sollte das auch mal die Origanisation der Leipziger Messe lesen und sich fragen, ob es so klug war, den ganzen Manga/Comicbereich in eine eigene Halle abzuschieben, die nicht einmal richtig auf dem Messeplan verzeichnet ist, und sich darauf besinnen, dass der große Charme ihrer Messe immer darin lag, dass sie zeigte, wie bunt Lesen sein kann.

Social Justice Classes Pins

(Foto und Idee von Chiparoo)

Diese Aktion hat mich mit sehr viel Glück und Freude erfüllt, denn sie ist die richtige Antwort auf all die, die meinen, “Social Justice Warrior” sei eine Beleidigung. Zur Erläuterung: Ich denke, ihr kennt auch diesen kuriosen aktuellen Trend, jeden, der sich gegen Diskrimierung aller Art einsetzt oder einfach nur versucht, ein besserer und netterer Mensch zu sein, als “Gutmensch” zu beschimpfen. Als wäre ein guter Mensch zu sein, etwas ganz Schlimmes. Nun, in Zeiten der Globalisierung wäre es ein Wunder, wenn sich dumme Ideen nur auf ein Land beschränken würden und so ist das Pendant im englischsprachigen Raum der “Social Justice Warrior”. Und weil es schon ganz schön beleidigend ist, als “Krieger” für die Soziale Gerechtigkeit bezeichnet zu werden, wenn man sich doch eigentlich als Magier, Barde oder Bogenschütze fühlt, hat Chiparoo diese Pins entworfen, die es bislang nur auf einer Con in den USA zu kaufen gab und die leider (noch?) nicht online zu bestellen sind.

Und was soll ich sagen: ICH WILL EINEN HABEN! Ich werde es jetzt erst mal Marke Eigenbau versuchen, weil eine Freundin von mir eine Buttonstampfmaschine besitzt und es Bilder der Rohlinge auf dem Tumblr der Urheberin gibt. Wobei ich eine deutsche Ausgabe auch witzig fände, weil man hier lustigerweise die Rasse zur Klasse machen könne. Ich meine, wer wollte nicht schon immer ein Gutork sein? Ein gutorkischer Social justice bard. Awesome. Ernsthaft, wenn ich irgendein künstlerisches Talent besäße, würde ich die Urheberin fragen, ob ich mir ihre Idee ausleihen darf. Ich finde das so großartig.

Wo Kritik aufhört

12. Oktober 2014

Eigentlich hatte ich einen Artikel über mangelnde Kritikfähigkeit im Netz in Arbeit, aber jetzt stelle ich ihn zugunsten eines anderen Themas, das in den letzten Wochen eine erschreckende Aktualität bekommen hat, zurück. Denn wo es auf der einen Seite die Leute gibt, für die jeder, der ihr Buch, ihren Blogartikel, ihr Video nicht mag, ein aus niederen Gründen agierender „Hater“ ist, kommt auf der anderen Seite immer mehr zum Vorschein, dass es die „wahren“ Hater wirklich gibt, sie scheinbar immer zahlreicher, immer besser vernetzt und immer mehr zu einem Problem werden, das uns alle interessieren sollte.

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Leseempfehlungen ohne Buch #3

18. September 2014

Mal wieder gibt es ein paar Artikel bzw. Fundstücke, die ich gerne teilen möchte. Nicht wundern, einige sind schon etwas älter, weil sie schon eine Weile vergessen in meinen Bookmarks lagen. Ich teste in dieser Ausgabe erstmals, die englischen Zitate auch zu übersetzen. Keine Ahnung, ob das überhaupt nötig ist, aber vielleicht ist es ja ein netter Service?

Editors are not Supervillans von Kelly McCullogh

Dieser kleine Artikel über Lektoren und die Angst von Autoren vor ihnen hat mir ein Lachen und zugleich ein zustimmendes Nicken entlockt.

“Contrary to the opinion of any number of beginning writers, editors are not supervillains hunched over their desks scheming fresh ways to crush the souls of unpublished writers.”

(Entgegen der Meinung unzähliger angehender Autoren, sind Lektoren keine Oberbösewichte, die über ihren Schreibtischen kauern und immer neue Methoden aushecken, die Seelen unveröffentlichter Autoren zu zerschmettern.)

So beginnt der Artikel und fährt dann fort, Gründe zu nennen, warum ein Lektor einfach nur das beste für ein Manuskript will und keinen, aber auch gar keinen Grund hat, ihm zu schaden. Ganz im Gegenteil.
Ein wirklich amüsanter Text mit ein paar netten Details über das Lektorenleben und das launische Geschäft des Büchermachens. Pflichtlektüre für all jene, die noch immer Angst haben, ein Lektorat würde ihren “persönlichen Stil” zerstören.

 The Cost of a good Book von Brian McClellan

Ausgelöst von einer Petition, ins Leben gerufen von Selfpublishing-Krawallbruder und Amazon-Fan Hugh Howey, schreibt McCellan, der sowohl Verlagsautor als auch Selfpublisher ist, darüber, was es kostet, ein gutes Buch zu machen.

“Mr. Howey spends a lot of time talking about how horribly publishers treat their authors and how little they pay us and why Amazon is so much better. Because I don’t have time to say all the things I want to about that petition, I’ll just address the one complaint: payment.”

(Mr. Howey verwendet viel Zeit darauf, darüber zu sprechen, wie schrecklich Verlage ihre Autoren behandeln und wie wenig sie uns zahlen und dass Amazon so viel besser ist. Weil ich nicht die Zeit habe, all das über die Petition zu sagen, was ich gerne sagen würde, beschränke ich mich nur auf eine der geäußerten Beschwerden: die Bezahlung.)

McCellan errechnet ungefähr, wie viel der Verlag in sein Buch investiert hat und stellt es seinem Selfpublishing-Titel gegenüber, den er nur deshalb umsetzen konnte, weil er Freunde hatte, die ihm die meisten anfallenden Arbeiten so gut wie umsonst gemacht haben und kommt zu dem Schluss:

“So, to recap, Orbit pays me the traditional industry standard on my novels because they invested between $34K and $60K into each of my novels. NOT INCLUDING MY ADVANCE. Sure, my self-published short stories and novellas pay me between 35% and 70%. But do you know how much Amazon has invested in me? $0. Would I love for the industry standard to be higher? Of course I would! But I understand why it’s not, and I’m learning to diversify because this is what I do for a living.”

(Also noch einmal zusammengefasst: Orbit bezahlt mir das traditionelle Standardhonorar für meine Romane, weil sie zwischen 34.000 und 60.ooo Dollar in jedes meiner Bücher investieren. MEINEN VORSCHUSS NICHT EINGERECHNET. Klar, meine selbst veröffentlichten Kurzgeschichten und Kurzromane bringen mir zwischen 35% und 70% ein. Aber wisst ihr, wie viel Amazon in mich investiert hat? 0 Dollar. Wünsche ich mir, das Standardhonorar in der Branche wäre höher? Natürlich! Aber ich verstehe, warum es nicht höher ist und ich lerne zu differenzieren, weil ich damit mein Geld verdiene.)

Gender, Family, Nookie: The Speculative Frontier von Kameron Hurley

Dieser kleine Artikel von Autorin und Bloggerin Kameron Hurley, die jüngst zwei Hugo-Awards gewonnen hat, kam mir gerade recht, nachdem ich mal wieder eines dieser Bücher aus der SoG-Kategorie (an)gelesen habe und mich fragen musste, warum der selbstverständlich umwerfend gutaussehende Held mal wieder ein Soziopath erster Güte ist. Und ich musste mich spontan fragen, warum zum Teufel, man sich, wenn man sich schon den literarischen Traummann backen kann, ausgerechnet einen rücksichtlosen Stalker aussucht. Ich meine, selbstbewusst, dominant meinetwegen. Aber Kontrollsucht hat für mich nichts mit Selbstbewusstsein zu tun und besonders attraktiv macht es diesen Heldentypus für mich auch nicht – aber offenbar für ganz viele andere Frauen. Warum ist das so? Hurley liefert in ihrem Artikel einen Ansatz, den ich es wert finde, ihn zu überdenken und weist zudem darauf hin, dass wir selbst in Literatur, die wir in anderen Welten ansiedeln, immer wieder die gleichen bekannten Muster reproduzieren. Es ist kein tiefgehender Artikel und definitiv nicht ihr bester, aber es sind ein paar interessante Gedanken darin.

Kulturkrieg, Kommerz und Sad Puppies von Murilegus rex

Ich hatte hier bereits einmal die Sexismus-Diskussion in der amerikanischen SFF-Szene kurz angerissen. Ich habe das zwischendurch in Teilen weiterhin verfolgt, aber nicht genug, um noch einmal ausführlich darüber schreiben zu können. Was mir auffiel, war, dass diese Auseinandersetzung in anderer Form eigentlich nicht nur im SFF-Bereich stattfand, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Man kann eigentlich überall das gleiche beobachten. Derzeit macht eine (rechts)konservative Meute zorniger Menschen mit ihrem Wüten die Kommentarbereiche der Tageszeitungen und bestimmte Bereiche sozialer Medien zu einem wirklich grusligen Ort. Offenbar reissen Frauen, Homosexuelle, Ausländer und andere Gruppierungen, die um Gleichstellung oder Toleranz werben, die Welt ins Verderben – ebenso wie die Frauen ja angeblich auch die Science Fiction ins Verderben gerissen haben, so dass die jungen Männer Zuflucht bei Videospielen suchen mussten. Und dann kommt schon die nächste Frau und wagt es, zu hinterfragen, ob Frauen im Computerspiel wirklich sehr viel mehr sein dürfen als Sexobjekt und Jungfer in Nöten. Und schon tobt die nächste Meute, droht mit Mord und Vergewaltigung. Jeder, der die guten alten Verhältnisse bedroht, indem er für mehr Gleichberechtigung und Toleranz eintritt, gegen Rassissmus, Sexismus und Homophobie, soll mit einem Schwall von Beschimpfungen zum Schweigen gebracht werden. Die Agressivität des Vorgehens dieser Leute, ihr Hang dazu, sich selbst als Opfer derjenigen zu sehen, die sie gerade wüst beschimpfen und ihre vollkommene Unfähigkeit zu differenzieren oder eine zivilisierte Diskussion zu führen, schlägt mir offen gesagt zeitweise ziemlich aufs Gemüt.

Der hier verlinkte Artikel setzt diese Phänomene in einen Zusammenhang und ich halte ihn für sehr lesenswert. Auch die darin verlinkten Artikel von Laurie Penny und aus der Zeit sind es wert, sich die Zeit zu nehmen, sie zu lesen. Wer etwas in dem Blog stöbert (nachdem ich ihn erst vor einigen Wochen entdeckt habe, bin ich immer mal wieder am Stöbern und finde, dass es sich lohnt) wird auch noch einige ältere Beiträge zu dem Thema finden.

Buchshopping 1/2014

28. August 2014

Die lange Leseflaute hatte immerhin einen Vorteil: Ich bin ziemlich davon abgekommen, Bücher zu horten. Ich hab ja echt genug im Regal. Deshalb gab es die Rubrik hier auch schon lange nicht mehr. Kürzlich habe ich mich aber nach Monaten des immer wieder Beurlaubens von meinem Audible-Abo getrennt. Geplant habe ich das eigentlich schon seit über einem Jahr, weil mich schon immer das unflexible Dateiformat geärgert hat und ich die Praxis, dass bei Kündigung des Abos alle bezahlten Guthaben verfallen, einfach vollkommen kundenunfreundlich finde (Irgendwo muss der billige Preis wohl herkommen). Nur deshalb hatte ich dieses Abo überhaupt so lange. Dass ich das dahinterstehende Unternehmen nicht so gern unterstütze, machte den Abschied nur noch etwas leichter. Und damit habe ich jetzt acht neue Hörbücher und bin das Abo los. Zwei Printbücher habe ich im Laufe des Jahres auch noch gekauft.
Einiges ist auch schon gelesen/gehört. Dazu gibt es in den nächsten Tagen dann ein Buchgeplauder.

Printbücher

kometenjäger  frühling

Ich habe so eine Tradition, jedes Jahr auf der Messe in Leipzig ein Erinnerungsbuch zu kaufen. Meistens werde ich da im Antiquariatsbereich fündig, aber in diesem Jahr hat es mich dann doch in die Messebuchhandlung verschlagen. Seltsamerweise war das einzige Buch, das mich in diesem Laden angesprochen hat, Die Kometenjäger von Marc Deckert, in dem zwei junge Männer in Amerika nach einem Ort suchen, wo es nachts noch richtig dunkel ist. Der Astronomiebezug und das Selbstfindungselement des Romans haben mich angesprochen. Leider bin ich noch nicht über die Mitte hinaus, habe aber fest vor, es noch zu beenden. So eine Selbstfindung dauert halt manchmal.

Bis nächstes Jahr im Frühling habe ich kürzlich zufällig im Regal einer Buchhandlung gefunden, als ich auf der Suche nach einem anderen Buch war. Ich weiß gar nicht mehr, warum ich es überhaupt herausgezogen habe, aber als ich es dann in der Hand und den Klappentext gelesen hatte, wollte ich es nicht mehr weglegen. Die Geschichte spielt in Japan und handelt von einer Ehefrau, die erfährt, dass ihr Mann eine Affäre hat. Die Auseinandersetzung mit dem traditionellen Rollenbild von Ehefrauen in der japanischen oder allgemein ostasiatischen Kultur fand ich interessant, vielleicht auch inspiriert durch Kdramas wie A Wife’s Credentials.

Hörbücher

offenbarung everyday invisibility

Nachdem ich so viel Spaß mit den ersten beiden Känguru-Büchern hatte, musste der dritte Band Die Känguru-Offenbarung auch sein. So wirklich die Offenbarung war es dann aber leider nicht … Nachdem ich ja ein paar Guthaben auf den Kopf hauen musste, dachte ich, es wäre keine schlechte Idee, meine David Levithan-Sammlung mal etwas zu erweitern und mir deshalb Every Day und Invisibility zugelegt.

capus kunstseidenesantaolivia

Zu meiner großen Freude gab es Alex Capus‘ neuesten Roman Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer für ein halbes Guthaben. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, denn ich liebe Capus’ Mischung aus Tatsachenbericht und Roman. Die andere Hälfte des Guthaben habe ich für ein Buch ausgegeben, das mir in meinem Leben schon oft empfohlen wurde: Das kunstseidene Mädchen von Irmgard Keun. Beide Hörbücher habe ich unglaublich gerne gehört, sie haben sich also mehr als gelohnt.

Jacqueline Carey ist die einzige Autorin, von der ich drei Ausgaben des gleichen Buchs im Regal stehen habe. Nämlich den ersten Band ihrer Kushiel-Reihe. Einmal den ersten Band der dreigeteilten, nie zu Ende geführten Ausgabe bei Knaur, einmal die englische Ausgabe, die mir damals doch noch zu schwierig war und dann konsequenterweise die deutsche Komplettausgabe von Lyx. Und nur das erste davon ist gelesen … Deshalb hatte ich mir bislang auch Santa Olivia, einen Werwolf- und Superheldenroman der anderen Sorte, nicht gekauft – als Selbsterziehungsmaßnahme. Aber jetzt war ich ja gezwungen von den Guthaben …

mittederweltlittlewomen

Die Mitte der Welt habe ich vor Jahren gelesen und will es seit Ewigkeiten noch einmal lesen. Jetzt höre ich es eben.

Und dann gibt es noch was für’s nostalgische Herz, nämlich alle 4 Little Women-Bände von Louisa May Alcott in einer 37-Stunden-Lesung. Ich kenne eigentlich nur die ersten beiden Bände aus der 70er-Jahre-Ausgabe meiner Mutter, die anderen beiden wurden ohnehin nie ins Deutsche übersetzt. Jo March war damals für mich fast so etwas wie eine literarische Seelenverwandte, selbst wenn ich ihr nie verziehen habe, dass sie das Autorendasein aufgegeben hat, um den doofen Professor zu heiraten. Mal sehen, ob sich das wenigstens für sie gelohnt hat.

Dramageplauder 03/2014 – Sommerromanze

24. August 2014

iotl2

 

Wie man dem zeitlichen Abstand zwischen diesem und dem letzten Geplauder entnehmen kann, habe ich eine kleine Pause eingelegt. Ich fühlte mich irgendwie gänzlich uninspiriert von den meisten Frühsommerserien und fand es eigentlich auch ganz angenehm, eine Weile nicht von wöchentlichen Cliffhangern gequält zu werden. ;)

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Bloggeburtstagsblabla

19. August 2014

Vor zwei Tagen gratulierte mir WordPress zum vierten Geburtstag, und ich dachte, da könnte ja mal wieder einer DIESER Posts kommen. Bestandsaufnahme, woher, wohin und so.

Um eines gleich vorwegzunehmen: Auch wenn es hier in den letzten zwei Jahren arg still geworden ist, ich habe keinesfalls vor, irgendwann in naher Zukunft den Blog aufzugeben. Ich finde es schön, einen Ort zu haben, wo ich über Bücher oder andere Dinge sprechen kann, wenn ich Lust darauf habe. Und weil ich diesen Blog aus Überzeugung vollkommen unprofessionell und unkommerziell führe, kann ich das auch einfach so nach dem Lustprinzip tun.

Wie anders das im Vergleich zu vielen anderen Blogs ist, wurde mir auf der Messe in Leipzig erst wieder klar, als ich das Zimmer mit einer sehr lieben Buchbloggerin (ich weiß nicht, ob sie genannt werden will, also lass ich das an der Stelle) geteilt habe, die während ich durch die Halle geschlendert bin und am Verlagsstand einer Freundin ausgeholfen habe, einen Geschäftstermin nach dem anderen hatte und dick bepackt mit Tüten jeden Abend zurückkam. Fand ich spannend und einmal mehr wurde mir klar, dass ich diesen Druck in Form von Lexen gar nicht haben will. Würde der Sache in meinem Fall irgendwie den Spaß nehmen. Ich glaube übrigens nicht, dass es für sie Druck ist, sie lebt die ganze Sache förmlich und leistet auch tolle Arbeit. Ist halt eine Typfrage. Aus diesem Grund habe ich auch alle Rezensionsfragen, die mich in den letzten Wochen erreicht haben, abgelehnt. Ich bin und bleibe eine Meckertante und will das auch ausleben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil der arme, hoffnungsvolle Autor für sein Gratisbuch eine Meckertirade bekommt – und das womöglich erst nach Wochen. ;) Ich habe eh genug ungelesene Bücher für die nächsten drei Jahre und Neuerscheinungen hechle ich auch nicht mehr wirklich hinterher. Ich bekomme zwar manchmal von befreundeten Lektoren ein Buch zugesteckt, aber von denen weiß keiner von diesem Blog, also kann ich sicher kein, dass es ohne Hintergedanken geschieht (Lektoren haben ohnehin einen Drang, einem ständig ihre Babys Bücher in die Hand zu drücken, da bin ich schon mit lustigen Dingen wieder aus Büros gekommen … :D) und ich bin völlig frei darin, ob und wie ich das Buch bespreche.

Was habe ich nun vor? Ich würde gerne wieder auf einen Post pro Woche kommen, merke aber wie zögerlich ich teilweise damit geworden bin, einmal geschriebene Artikel auch wirklich zu veröffentlichen. Ich finde das Netz ist derzeit schrecklich voll mit „Geschrei“ und jedes Mal, wenn ich ein kontroverses Thema anpacken möchte, denke ich an das Geschrei und ob ich Lust habe, mich damit auseinanderzusetzen und lasse es lieber. Was ich in jedem Fall aber tun möchte, ist meine „Vom Manuskript in den Buchladen“-Reihe mal zu Ende führen. Das ist vielleicht der beste Weg, Menschen nahezubringen, wofür sie bezahlen, wenn sie ein Buch kaufen. Ich hatte auch überlegt, etwas zu „unverlangten Manuskripten“ in Verlagen zu schreiben, mit denen ich in der Vergangenheit hinreichend Bekanntschaft gemacht habe, bin aber nicht sicher, ob ich das tun soll – wegen Geschrei und so. Wenn jemandem ein buchspezifisches Thema oder eine Frage auf den Nägeln brennt, kann er es übrigens gerne vorschlagen, wenn ich etwas dazu weiß, blogge ich darüber.
Ich habe ein wenig die Lust am Rezensieren verloren, bzw. ich habe nicht bei jedem Buch Lust darauf, deshalb werde ich wohl ab und an wieder einen Sammelpost mit Kurzrezensionen einschieben, wie ich Anfang des Jahres bereits einen gemacht habe.
Kdrama-Post wird es auch weiterhin geben (sorry an die, die sich dafür nicht die Bohne interessieren), aber ich weiß noch nicht, wie oft und in welcher Form. Kommt auch ein wenig darauf an, ob gerade etwas Interessantes läuft.

Joa, und das war es schon. Ich danke allen, die trotz der Postflaute immer mal wieder vorbeischauen und mich noch nicht aus ihrem Reader gekickt haben. ;) Ich freue mich über jeden Kommentar und freue mich umso mehr, da sie bislang fast alle sehr klug und zivilisiert waren. Das fiel mir übrigens neulich auch bei der „Autoren fragwürdigem Hintergrund“-Diskussion bei Winterkatze und MissBookiverse auf. Alles sehr entspannt und sehr sympathisch. Kein Geschrei eben. Da macht es Spaß, Diskussionen zu lesen und auch mal mitzudiskutieren. In diesem Sinne: Ihr seid toll :D

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