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Buchshopping 1/2014

28. August 2014

Die lange Leseflaute hatte immerhin einen Vorteil: Ich bin ziemlich davon abgekommen, Bücher zu horten. Ich hab ja echt genug im Regal. Deshalb gab es die Rubrik hier auch schon lange nicht mehr. Kürzlich habe ich mich aber nach Monaten des immer wieder Beurlaubens von meinem Audible-Abo getrennt. Geplant habe ich das eigentlich schon seit über einem Jahr, weil mich schon immer das unflexible Dateiformat geärgert hat und ich die Praxis, dass bei Kündigung des Abos alle bezahlten Guthaben verfallen, einfach vollkommen kundenunfreundlich finde (Irgendwo muss der billige Preis wohl herkommen). Nur deshalb hatte ich dieses Abo überhaupt so lange. Dass ich das dahinterstehende Unternehmen nicht so gern unterstütze, machte den Abschied nur noch etwas leichter. Und damit habe ich jetzt acht neue Hörbücher und bin das Abo los. Zwei Printbücher habe ich im Laufe des Jahres auch noch gekauft.
Einiges ist auch schon gelesen/gehört. Dazu gibt es in den nächsten Tagen dann ein Buchgeplauder.

Printbücher

kometenjäger  frühling

Ich habe so eine Tradition, jedes Jahr auf der Messe in Leipzig ein Erinnerungsbuch zu kaufen. Meistens werde ich da im Antiquariatsbereich fündig, aber in diesem Jahr hat es mich dann doch in die Messebuchhandlung verschlagen. Seltsamerweise war das einzige Buch, das mich in diesem Laden angesprochen hat, Die Kometenjäger von Marc Deckert, in dem zwei junge Männer in Amerika nach einem Ort suchen, wo es nachts noch richtig dunkel ist. Der Astronomiebezug und das Selbstfindungselement des Romans haben mich angesprochen. Leider bin ich noch nicht über die Mitte hinaus, habe aber fest vor, es noch zu beenden. So eine Selbstfindung dauert halt manchmal.

Bis nächstes Jahr im Frühling habe ich kürzlich zufällig im Regal einer Buchhandlung gefunden, als ich auf der Suche nach einem anderen Buch war. Ich weiß gar nicht mehr, warum ich es überhaupt herausgezogen habe, aber als ich es dann in der Hand und den Klappentext gelesen hatte, wollte ich es nicht mehr weglegen. Die Geschichte spielt in Japan und handelt von einer Ehefrau, die erfährt, dass ihr Mann eine Affäre hat. Die Auseinandersetzung mit dem traditionellen Rollenbild von Ehefrauen in der japanischen oder allgemein ostasiatischen Kultur fand ich interessant, vielleicht auch inspiriert durch Kdramas wie A Wife’s Credentials.

Hörbücher

offenbarung everyday invisibility

Nachdem ich so viel Spaß mit den ersten beiden Känguru-Büchern hatte, musste der dritte Band Die Känguru-Offenbarung auch sein. So wirklich die Offenbarung war es dann aber leider nicht … Nachdem ich ja ein paar Guthaben auf den Kopf hauen musste, dachte ich, es wäre keine schlechte Idee, meine David Levithan-Sammlung mal etwas zu erweitern und mir deshalb Every Day und Invisibility zugelegt.

capus kunstseidenesantaolivia

Zu meiner großen Freude gab es Alex Capus‘ neuesten Roman Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer für ein halbes Guthaben. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, denn ich liebe Capus’ Mischung aus Tatsachenbericht und Roman. Die andere Hälfte des Guthaben habe ich für ein Buch ausgegeben, das mir in meinem Leben schon oft empfohlen wurde: Das kunstseidene Mädchen von Irmgard Keun. Beide Hörbücher habe ich unglaublich gerne gehört, sie haben sich also mehr als gelohnt.

Jacqueline Carey ist die einzige Autorin, von der ich drei Ausgaben des gleichen Buchs im Regal stehen habe. Nämlich den ersten Band ihrer Kushiel-Reihe. Einmal den ersten Band der dreigeteilten, nie zu Ende geführten Ausgabe bei Knaur, einmal die englische Ausgabe, die mir damals doch noch zu schwierig war und dann konsequenterweise die deutsche Komplettausgabe von Lyx. Und nur das erste davon ist gelesen … Deshalb hatte ich mir bislang auch Santa Olivia, einen Werwolf- und Superheldenroman der anderen Sorte, nicht gekauft – als Selbsterziehungsmaßnahme. Aber jetzt war ich ja gezwungen von den Guthaben …

mittederweltlittlewomen

Die Mitte der Welt habe ich vor Jahren gelesen und will es seit Ewigkeiten noch einmal lesen. Jetzt höre ich es eben.

Und dann gibt es noch was für’s nostalgische Herz, nämlich alle 4 Little Women-Bände von Louisa May Alcott in einer 37-Stunden-Lesung. Ich kenne eigentlich nur die ersten beiden Bände aus der 70er-Jahre-Ausgabe meiner Mutter, die anderen beiden wurden ohnehin nie ins Deutsche übersetzt. Jo March war damals für mich fast so etwas wie eine literarische Seelenverwandte, selbst wenn ich ihr nie verziehen habe, dass sie das Autorendasein aufgegeben hat, um den doofen Professor zu heiraten. Mal sehen, ob sich das wenigstens für sie gelohnt hat.

Dramageplauder 03/2014 – Sommerromanze

24. August 2014

iotl2

 

Wie man dem zeitlichen Abstand zwischen diesem und dem letzten Geplauder entnehmen kann, habe ich eine kleine Pause eingelegt. Ich fühlte mich irgendwie gänzlich uninspiriert von den meisten Frühsommerserien und fand es eigentlich auch ganz angenehm, eine Weile nicht von wöchentlichen Cliffhangern gequält zu werden. ;)

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Bloggeburtstagsblabla

19. August 2014

Vor zwei Tagen gratulierte mir WordPress zum vierten Geburtstag, und ich dachte, da könnte ja mal wieder einer DIESER Posts kommen. Bestandsaufnahme, woher, wohin und so.

Um eines gleich vorwegzunehmen: Auch wenn es hier in den letzten zwei Jahren arg still geworden ist, ich habe keinesfalls vor, irgendwann in naher Zukunft den Blog aufzugeben. Ich finde es schön, einen Ort zu haben, wo ich über Bücher oder andere Dinge sprechen kann, wenn ich Lust darauf habe. Und weil ich diesen Blog aus Überzeugung vollkommen unprofessionell und unkommerziell führe, kann ich das auch einfach so nach dem Lustprinzip tun.

Wie anders das im Vergleich zu vielen anderen Blogs ist, wurde mir auf der Messe in Leipzig erst wieder klar, als ich das Zimmer mit einer sehr lieben Buchbloggerin (ich weiß nicht, ob sie genannt werden will, also lass ich das an der Stelle) geteilt habe, die während ich durch die Halle geschlendert bin und am Verlagsstand einer Freundin ausgeholfen habe, einen Geschäftstermin nach dem anderen hatte und dick bepackt mit Tüten jeden Abend zurückkam. Fand ich spannend und einmal mehr wurde mir klar, dass ich diesen Druck in Form von Lexen gar nicht haben will. Würde der Sache in meinem Fall irgendwie den Spaß nehmen. Ich glaube übrigens nicht, dass es für sie Druck ist, sie lebt die ganze Sache förmlich und leistet auch tolle Arbeit. Ist halt eine Typfrage. Aus diesem Grund habe ich auch alle Rezensionsfragen, die mich in den letzten Wochen erreicht haben, abgelehnt. Ich bin und bleibe eine Meckertante und will das auch ausleben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil der arme, hoffnungsvolle Autor für sein Gratisbuch eine Meckertirade bekommt – und das womöglich erst nach Wochen. ;) Ich habe eh genug ungelesene Bücher für die nächsten drei Jahre und Neuerscheinungen hechle ich auch nicht mehr wirklich hinterher. Ich bekomme zwar manchmal von befreundeten Lektoren ein Buch zugesteckt, aber von denen weiß keiner von diesem Blog, also kann ich sicher kein, dass es ohne Hintergedanken geschieht (Lektoren haben ohnehin einen Drang, einem ständig ihre Babys Bücher in die Hand zu drücken, da bin ich schon mit lustigen Dingen wieder aus Büros gekommen … :D) und ich bin völlig frei darin, ob und wie ich das Buch bespreche.

Was habe ich nun vor? Ich würde gerne wieder auf einen Post pro Woche kommen, merke aber wie zögerlich ich teilweise damit geworden bin, einmal geschriebene Artikel auch wirklich zu veröffentlichen. Ich finde das Netz ist derzeit schrecklich voll mit „Geschrei“ und jedes Mal, wenn ich ein kontroverses Thema anpacken möchte, denke ich an das Geschrei und ob ich Lust habe, mich damit auseinanderzusetzen und lasse es lieber. Was ich in jedem Fall aber tun möchte, ist meine „Vom Manuskript in den Buchladen“-Reihe mal zu Ende führen. Das ist vielleicht der beste Weg, Menschen nahezubringen, wofür sie bezahlen, wenn sie ein Buch kaufen. Ich hatte auch überlegt, etwas zu „unverlangten Manuskripten“ in Verlagen zu schreiben, mit denen ich in der Vergangenheit hinreichend Bekanntschaft gemacht habe, bin aber nicht sicher, ob ich das tun soll – wegen Geschrei und so. Wenn jemandem ein buchspezifisches Thema oder eine Frage auf den Nägeln brennt, kann er es übrigens gerne vorschlagen, wenn ich etwas dazu weiß, blogge ich darüber.
Ich habe ein wenig die Lust am Rezensieren verloren, bzw. ich habe nicht bei jedem Buch Lust darauf, deshalb werde ich wohl ab und an wieder einen Sammelpost mit Kurzrezensionen einschieben, wie ich Anfang des Jahres bereits einen gemacht habe.
Kdrama-Post wird es auch weiterhin geben (sorry an die, die sich dafür nicht die Bohne interessieren), aber ich weiß noch nicht, wie oft und in welcher Form. Kommt auch ein wenig darauf an, ob gerade etwas Interessantes läuft.

Joa, und das war es schon. Ich danke allen, die trotz der Postflaute immer mal wieder vorbeischauen und mich noch nicht aus ihrem Reader gekickt haben. ;) Ich freue mich über jeden Kommentar und freue mich umso mehr, da sie bislang fast alle sehr klug und zivilisiert waren. Das fiel mir übrigens neulich auch bei der „Autoren fragwürdigem Hintergrund“-Diskussion bei Winterkatze und MissBookiverse auf. Alles sehr entspannt und sehr sympathisch. Kein Geschrei eben. Da macht es Spaß, Diskussionen zu lesen und auch mal mitzudiskutieren. In diesem Sinne: Ihr seid toll :D

[Rezension] David Levithan: Two Boys Kissing

6. August 2014

“…he hopes that maybe it’ll make people a little less scared of two boys kissing than they were before, and a little more welcoming to the idea that all people are, in fact, born equal, no matter who they kiss or screw, no matter what dreams they have or love they give.”

Two Boys Kissing
von David Levithan

Verlag: Audible 2013 (Buchausgabe: 2013)
Laufzeit: ca. 8 Stunden (ungekürzt)
Preis: 9,95 € im Abo, sonst 22,95 €

Die Versuchung
David Levithan. Ich mag diesen Autor einfach.

Was habe ich erwartet?
Etwas ähnliches wie “Boy meets Boy”, also im Grunde eine Liebesgeschichte – ist bei dem Titel und dem Cover jetzt nicht so abwegig. ;)

Was habe ich bekommen?
Etwas vollkommen anderes. Einen richtigen Plot gibt es nicht, der Roman besteht eher aus Momenteindrücken aus dem Leben verschiedener schwuler Jugendlicher. Aber das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Zumindest, wenn man sich auf Experimente einlassen kann.

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[Tempted by .... #1] Cherie Priest: Maplecroft

21. Juni 2014

 

Maplecroft

Ja, ich habe 3 Jahre gebraucht, um mir eine Kategorie mit diesem Namen einfallen zu lassen … Ich möchte sie nutzen, um hin und wieder ein Buch – egal ob Neuerscheinung oder schon älter – zu zeigen, bei dem ich beim ersten Blick richtig Lust bekommen habe, es zu lesen. Da ich grundsätzlich kurze bis nicht vorhandene Wunschlisten habe und in den letzten Monaten eigentlich nur recht selten etwas gefunden habe, bei dem ich nicht dachte “Meh, alles schon dagewesen”, dürfte das auch nicht zu ausufernd werden.

Gestern Abend bin ich über Cherie Priests neuen Roman Maplecroft gestolpert, der im September erscheinen wird. Ich kenne Cherie Priest bereits von ihrem Steampunk-Roman Boneshaker, ein ziemlicher Spaß mit Luftschiffpiraten und Zombies. Maplecroft wird nach Aussagen der Autorin “a Victorian-style gothic novel, a love-letter to Dracula via Lovecraft” sein. Protagonistin ist Lizzie Borden, die tatsächlich gelebt hat und in der Popkultur des amerikanischen Raumes immer wieder Gastauftritte hat. Sie soll ihre Eltern mit einer Axt ermordet haben, wurde aber vor Gericht freigesprochen. (Hierzulande hat man für solche ungeklärten Kriminalfälle ja auch eine Vorliebe, man denke nur an den großen Erfolg von Tannöd). Priest wird das ganze natürlich mit einem übernatürlichen Element erzählen.

Eine Gothic Novel um diese Figur herum könnte wirklich Spaß machen. Und Cherie Priest traue ich zu, da auch die nötige Atmosphäre aufbauen und mit genug ungewöhnlichen Ideen aufwarten zu können. Ich lasse mich also überraschen und bewundere bis dahin das wirklich tolle Buchcover.

Dramageplauder 02/2014

23. Mai 2014

Mittlerweile ist ja wirklich sehr viel Zeit seit dem letzten Geplauder vergangen, aber wahnsinnig viel hatte ich einfach nicht zu erzählen. Die Frühjahrsdramas sind fast ausnahmslos an mir vorbeigezogen und der Sommersaison droht im Moment das gleiche Schicksal. Im Moment fehlt mir etwas die Motivation, etwas Neues auszutesten, aber falls ihr Empfehlungen habt: Gerne, her damit. :)

Ein paar Folgen habe ich seit Februar aber dann doch gesehen, deshalb hier ein paar salbungsvolle Worte zum Ende von You from another StarSecret Love Affair und Hotel King.

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Weniger Mistgabeln, mehr Offenheit – Selfpublishing vs. traditionelles Publizieren

18. April 2014

Zu Beginn des Jahres hatte ich mir vorgenommen: Wieder mehr Branchenpresse lesen, wieder mehr Blogs lesen. Sehen, was in der Buchwelt so vorgeht. Was diskutiert wird. Aber bei beinahe jedem Versuch stolpere ich über ein Phänomen, bei dem ich am liebsten den Kopf auf die Tischplatte schlagen würde. Es haben sich gewissermaßen zwei Lager gebildet, die mit schöner Regelmäßigkeit aufeinander losgehen. Da ist die Branchenpresse, die das elitäre Schild ganz weit nach oben hält und gerne ihre Spitzen in Richtung Amazon, Qualität von Selfpublishing und Sinn oder Unsinn des E-Books loslässt. Und dann ist da eine Art Netzgemeinde aus Selfpublishern, Bloggern und Lesern, die sich den traditionellen Buchbetrieb als Feindbild gewählt haben und wettern, was das Zeug hält: über die Arroganz der Buchhändler, die Unfähigkeit der Verlage, angeblich überhöhte Buchpreise und die Buchpreisbindung als die Quelle allen Übels. In eben jenem Maße, in dem der traditionelle Buchbetrieb Amazon dämonisiert, romantisiert diese Fraktion das Unternehmen.

Was sie beide gemein haben ist, dass sie – mit Verlaub – ganz schön viel Unsinn reden. Entweder weil sie nicht bereit sind, sich aus alten Strukturen zu lösen, weil sie in Vorurteilen schier ertrinken oder weil ihnen schlicht das tiefergehende Wissen über das fehlt, was sie kritisieren.

Wie das aussehen kann, zeigen die Dokumentation über Selfpublishing bei Amazon, die dieser Tage auf Arte lief und die darauffolgenden Reaktionen ganz gut.

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